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Überraschende Klimaeffekte in der europäischen Arktis
Forscher der TU Berlin berichten nach ihrer Rückkehr von einer Forschungsreise von ersten Erkenntnissen.
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Artikel 91 von 317
:: Die Auswirkungen des Klimawandels auf Arktis und Antarktis
Wegen der abschirmenden kalten Meereszirkulation und der gewaltigen Eismassen ist die Antarktis klimatisch stabiler als die Arktis. Trotzdem wird auch in der Antarktis eine rapide Zunahme der Eisschmelze festgestellt. Ein Abschmelzen der Antarktis lässt den Meeresspiegel um ca. 60 m ansteigen. Beispielsweise würde Florida völlig im Meer versinken und die Freiheitsstatue in New York würde zu zwei Drittel unter Wasser sein. Von Prof. Mag. Sepp Friedhuber
Arktis
Die Arktis ist die nördlichste, zirkumpolare Region der Erde mit einer Fläche von rund 26 Millionen km2. Der geografische Nordpol liegt inmitten des ganzjährig eisbedeckten Arktischen Ozeans. Die im Durchschnitt 2 — 3 m dicke Packeisdecke erfährt zwischen Sommer und Winter erhebliche, flächenmäßige Schwankungen. Gerade dieser Bereich ist vom Klimawandel besonders betroffen. Waren im August 1996 noch 6,5 Mio. km2 von Eis bedeckt, so schrumpfte die Eisdecke im September 2007 auf weniger als 3 Mio. km2. Diese dramatische Entwicklung resultiert daraus, dass in der Arktis die Temperatur doppelt so schnell ansteigt, als jene im globalen Mittel. Die Diskrepanz zwischen dem Reflektionsverhalten der Schneeflächen und dem Absorptionsverhalten des offenen Wassers beschleunigt die Erwärmung. Wurde das Ende der ständigen Eisbedeckung des Nordpolarmeeres noch vor wenigen Jahren mit dem Ende des 21. Jahrhunderts prognostiziert, so rechnen einige Wissenschafter bereits 2013 (Maslowski Whelan), also in fünf Jahren mit einem offenen Meer über dem Nordpol.
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Im Sommer 2006 öffnete sich in der Beaufort See ein riesiges, eisfreies Loch von der Größe Islands in der Eisdecke. Bei unserer Fahrt zum Nordpol im August 2007 waren weite Strecken eisfrei. Eine Ringelrobbe wurde im Juli 2007 am Nordpol gesichtet. Auch wir konnten unmittelbar am Nordpol einen Eisbären beobachten. Früher sah man nördlich des 84. Breitengrades nur ganz selten Eisbären, denn ihre Jagdbiete sind an die Präsenz von Robben gebunden, und diese sind wiederum von offenen Stellen im Eis abhängig.
Der zweite von Eis bedeckte Bereich der Arktis ist Grönland, mit seinem 1,7 Mio. km2 großen Eisschild. Er bedeckt eine Fläche von 82 % der Insel und hat ein Volumen von 2,85 Mio. km3 Die Eisdicke beträgt durchschnittlich ca. 2 km. An den Rändern des Eisschildes stellt man ebenfalls starke Abschmelzungstendenzen fest. Auf Grund der erhöhten Schmelzwasserkonzentration zwischen Gesteinskörper und Eismasse kommt es zu einer Beschleunigung der Gleitvorgänge und zu einer erhöhten Fließgeschwindigkeit der OutletÂGletscher. Robin. E. Bell, von der Columbia Universität New York, beschäftigt sich mit der Gleitgeschwindigkeit der Eisschilde und der Möglichkeit des beschleunigten Abgleitens in die Ozeane. Ein rasanter Anstieg des Meeresspiegels wäre die Folge. Bei einem vollständigen Abschmelzen Grönlands würde den Meeresspiegel um sieben Meter steigen. Die grönländische Landmasse hebt sich wegen des Masseverlustes bereits 4 — 5 cm pro Jahr.
Schließlich sind vom Klimawandel in der Arktis auch die zirkumpolaren Küstenregionen des eurasischen und des amerikanischen Kontinents betroffen. Für die indigenen Völker Russlands, Grönlands, Alaskas und Kanadas ergeben sich dadurch schwerwiegende Konsequenzen die zu ihrer Überlebensfrage werden und bereits jetzt sehr deutlich spürbar sind.
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Mögliche und wahrscheinliche Konsequenzen des Klimawandels:
Beschleunigter Temperaturanstieg. Allein in den letzten 50 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in der Arktis um bis zu 4 °C gestiegen. Erwartet wird eine weitere Erwärmung von 3 — 5 °C über dem Land und 4 — 7 °C über dem Meer bis 2100. Diese Veränderung hat das baldige Ende der permanenten nordpolaren Eisbedeckung und ein beschleunigtes Abschmelzen des grönländischen Eisschildes zur Folge. Bis zum Ende des 21. 500 000 km2. Die Ausdehnung des Packeises variiert von 4 Mio. km2 im März bis auf 22 Mio. km2 im September. In der letzten Zeit haben sich riesige Schelfeisbereiche in Folge des Klimawandels aufgelöst. Zwischen Jänner und März 2002 zerbrach der Schelfbereich Larsen B mit einer Größe von 3 250 km2, und im März dieses Jahres löste sich innerhalb von 24 Stunden das Wilkins Schelf mit einer Fläche von 12 000 km2 auf.
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Mögliche und wahrscheinliche Konsequenzen des Klimawandels:
Wegen der abschirmenden kalten Meereszirkulation und der gewaltigen Eismassen ist die Antarktis klimatisch stabiler als die Arktis. Trotzdem wird auch in der Antarktis eine rapide Zunahme der Eisschmelze festgestellt. Da es auf Grund der Erwärmung zu einer Zunahme der Niederschläge in Form von Schnee kommt, dürfte der Masseverlust wesentlich geringer ausfallen, als in der Arktis.
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Die größten Gletscher erleiden einen enormen Masseverlust wobei die Eisschmelze im westantarktischen Bereich wesentlich schneller vor sich geht, als im ostantarktischen Bereich. Wegen der Höhenlage bis zu 5 000 m (Mount Vinson Massiv), sind die Temperaturen wesentlich tiefer als in der Westantarktis. Trotzdem hat sich der Nettoverlust der Eismassen von 1996 bis 2006 um 20 % erhöht.
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Ein Abschmelzen der Antarktis lässt den Meeresspiegel um ca. 60 m ansteigen. Beispielsweise würde Florida völlig im Meer versinken und die Freiheitsstatue in New York würde zu zwei Drittel unter Wasser sein.
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Schwerwiegend sind vor allem die Veränderungen betreffend die ökologischen Faktoren an der antarktischen Konvergenz. Eine französische Studie zeigt nun, dass eine Erhöhung der Wassertemperatur um nur 0,25 Grad Celsius die Überlebenschance der Königspinguine um neun Prozent heruntersetzt. Das schreiben Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Zahl der Kleinkrebse, die einen zentralen Platz in der antarktischen Nahrungskette haben, sei seit den siebziger Jahren um etwa 80 Prozent gesunken, berichtet Angus Atkinson vom British Antarctic Survey mit Kollegen. Damit gehen Millionen von Pinguinen, Robben, Fische und Wale, also die gesamte antarktische Fauna ungewissen Zeiten entgegen.
Da nicht zu erwarten ist, dass die Menschheit die Klimaspirale zurückdrehen kann beziehungsweise wird, sollten wir uns so schnell wie möglich auf die Szenearien der Zukunft einstellen und vor allem von der Politik Vorsorge im Sinne einer ökologischen Landesverteidigung auf lokaler, nationaler und globaler Ebene einfordern.
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Quellen:
http://ww-w.antarctica.ac.uldabout_antarctica/index.php http://oceans.greenpeace.org/de/unsere-ozeane/klimawandel http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,534705,00.html http://de.encarta.msn.com/encyclopedia 761565002 3/Antarktis.html http://science.orf.at/science/news/35483
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc id=1030027 http://epic.awi.de/Publications/BerPolarforsch2002416.pdf http://open-site.org/International/Deutsch/Regional/Polargebiete/Arktis http://www.iup.uni-bremen.de:8084/amsr/amsre.html http://maps.grida.no/go/collection/arctic-conservation-collection http://www.spektrum.de/artike1/947200
Die Arktis ist die nördlichste, zirkumpolare Region der Erde mit einer Fläche von rund 26 Millionen km2. Der geografische Nordpol liegt inmitten des ganzjährig eisbedeckten Arktischen Ozeans. Die im Durchschnitt 2 — 3 m dicke Packeisdecke erfährt zwischen Sommer und Winter erhebliche, flächenmäßige Schwankungen. Gerade dieser Bereich ist vom Klimawandel besonders betroffen. Waren im August 1996 noch 6,5 Mio. km2 von Eis bedeckt, so schrumpfte die Eisdecke im September 2007 auf weniger als 3 Mio. km2. Diese dramatische Entwicklung resultiert daraus, dass in der Arktis die Temperatur doppelt so schnell ansteigt, als jene im globalen Mittel. Die Diskrepanz zwischen dem Reflektionsverhalten der Schneeflächen und dem Absorptionsverhalten des offenen Wassers beschleunigt die Erwärmung. Wurde das Ende der ständigen Eisbedeckung des Nordpolarmeeres noch vor wenigen Jahren mit dem Ende des 21. Jahrhunderts prognostiziert, so rechnen einige Wissenschafter bereits 2013 (Maslowski Whelan), also in fünf Jahren mit einem offenen Meer über dem Nordpol.
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Im Sommer 2006 öffnete sich in der Beaufort See ein riesiges, eisfreies Loch von der Größe Islands in der Eisdecke. Bei unserer Fahrt zum Nordpol im August 2007 waren weite Strecken eisfrei. Eine Ringelrobbe wurde im Juli 2007 am Nordpol gesichtet. Auch wir konnten unmittelbar am Nordpol einen Eisbären beobachten. Früher sah man nördlich des 84. Breitengrades nur ganz selten Eisbären, denn ihre Jagdbiete sind an die Präsenz von Robben gebunden, und diese sind wiederum von offenen Stellen im Eis abhängig.
Der zweite von Eis bedeckte Bereich der Arktis ist Grönland, mit seinem 1,7 Mio. km2 großen Eisschild. Er bedeckt eine Fläche von 82 % der Insel und hat ein Volumen von 2,85 Mio. km3 Die Eisdicke beträgt durchschnittlich ca. 2 km. An den Rändern des Eisschildes stellt man ebenfalls starke Abschmelzungstendenzen fest. Auf Grund der erhöhten Schmelzwasserkonzentration zwischen Gesteinskörper und Eismasse kommt es zu einer Beschleunigung der Gleitvorgänge und zu einer erhöhten Fließgeschwindigkeit der OutletÂGletscher. Robin. E. Bell, von der Columbia Universität New York, beschäftigt sich mit der Gleitgeschwindigkeit der Eisschilde und der Möglichkeit des beschleunigten Abgleitens in die Ozeane. Ein rasanter Anstieg des Meeresspiegels wäre die Folge. Bei einem vollständigen Abschmelzen Grönlands würde den Meeresspiegel um sieben Meter steigen. Die grönländische Landmasse hebt sich wegen des Masseverlustes bereits 4 — 5 cm pro Jahr.
Schließlich sind vom Klimawandel in der Arktis auch die zirkumpolaren Küstenregionen des eurasischen und des amerikanischen Kontinents betroffen. Für die indigenen Völker Russlands, Grönlands, Alaskas und Kanadas ergeben sich dadurch schwerwiegende Konsequenzen die zu ihrer Überlebensfrage werden und bereits jetzt sehr deutlich spürbar sind.
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Mögliche und wahrscheinliche Konsequenzen des Klimawandels:
Beschleunigter Temperaturanstieg. Allein in den letzten 50 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in der Arktis um bis zu 4 °C gestiegen. Erwartet wird eine weitere Erwärmung von 3 — 5 °C über dem Land und 4 — 7 °C über dem Meer bis 2100. Diese Veränderung hat das baldige Ende der permanenten nordpolaren Eisbedeckung und ein beschleunigtes Abschmelzen des grönländischen Eisschildes zur Folge. Bis zum Ende des 21. 500 000 km2. Die Ausdehnung des Packeises variiert von 4 Mio. km2 im März bis auf 22 Mio. km2 im September. In der letzten Zeit haben sich riesige Schelfeisbereiche in Folge des Klimawandels aufgelöst. Zwischen Jänner und März 2002 zerbrach der Schelfbereich Larsen B mit einer Größe von 3 250 km2, und im März dieses Jahres löste sich innerhalb von 24 Stunden das Wilkins Schelf mit einer Fläche von 12 000 km2 auf.
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Mögliche und wahrscheinliche Konsequenzen des Klimawandels:
Wegen der abschirmenden kalten Meereszirkulation und der gewaltigen Eismassen ist die Antarktis klimatisch stabiler als die Arktis. Trotzdem wird auch in der Antarktis eine rapide Zunahme der Eisschmelze festgestellt. Da es auf Grund der Erwärmung zu einer Zunahme der Niederschläge in Form von Schnee kommt, dürfte der Masseverlust wesentlich geringer ausfallen, als in der Arktis.
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Die größten Gletscher erleiden einen enormen Masseverlust wobei die Eisschmelze im westantarktischen Bereich wesentlich schneller vor sich geht, als im ostantarktischen Bereich. Wegen der Höhenlage bis zu 5 000 m (Mount Vinson Massiv), sind die Temperaturen wesentlich tiefer als in der Westantarktis. Trotzdem hat sich der Nettoverlust der Eismassen von 1996 bis 2006 um 20 % erhöht.
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Ein Abschmelzen der Antarktis lässt den Meeresspiegel um ca. 60 m ansteigen. Beispielsweise würde Florida völlig im Meer versinken und die Freiheitsstatue in New York würde zu zwei Drittel unter Wasser sein.
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Schwerwiegend sind vor allem die Veränderungen betreffend die ökologischen Faktoren an der antarktischen Konvergenz. Eine französische Studie zeigt nun, dass eine Erhöhung der Wassertemperatur um nur 0,25 Grad Celsius die Überlebenschance der Königspinguine um neun Prozent heruntersetzt. Das schreiben Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Zahl der Kleinkrebse, die einen zentralen Platz in der antarktischen Nahrungskette haben, sei seit den siebziger Jahren um etwa 80 Prozent gesunken, berichtet Angus Atkinson vom British Antarctic Survey mit Kollegen. Damit gehen Millionen von Pinguinen, Robben, Fische und Wale, also die gesamte antarktische Fauna ungewissen Zeiten entgegen.
Da nicht zu erwarten ist, dass die Menschheit die Klimaspirale zurückdrehen kann beziehungsweise wird, sollten wir uns so schnell wie möglich auf die Szenearien der Zukunft einstellen und vor allem von der Politik Vorsorge im Sinne einer ökologischen Landesverteidigung auf lokaler, nationaler und globaler Ebene einfordern.
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Quellen:
http://ww-w.antarctica.ac.uldabout_antarctica/index.php http://oceans.greenpeace.org/de/unsere-ozeane/klimawandel http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,534705,00.html http://de.encarta.msn.com/encyclopedia 761565002 3/Antarktis.html http://science.orf.at/science/news/35483
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc id=1030027 http://epic.awi.de/Publications/BerPolarforsch2002416.pdf http://open-site.org/International/Deutsch/Regional/Polargebiete/Arktis http://www.iup.uni-bremen.de:8084/amsr/amsre.html http://maps.grida.no/go/collection/arctic-conservation-collection http://www.spektrum.de/artike1/947200
Quelle:
Prof. Mag. Sepp Friedhuber 2008
Prof. Mag. Sepp Friedhuber 2008
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