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:: Eine-Billion - für den Wohlstand aller!

Kurseinbrüche an den Börsen, Zusammenbrüche großer Finanzhäuser, 500 Millionen Euro von der Deutschen Staatsbank KfW versenkt - weg ist das Geld nicht, nur eben in anderen Händen. Gastkommentar Peter Spiegel, Autor und Mitinitiator der Global Marshall Plan Initiative.
Das Gros der Menschen, konstatiert die SÜDDEUTSCHE unter dem Tenor "Wenn die Hoffnung wiederkehrt", habe das Vertrauen in die Hintergrundswelt der Finanzwirtschaft verloren. Denn "irgendwo in der Gesellschaft, in Häusern, Waren, Autos, in eigenen Handlungen, mussten die Transaktionen doch gedeckt sein. Nun fühlt sich die Gesellschaft, nicht nur wegen staatlicher Hilfsaktionen, in Haftung genommen". Die US-Regierung hat derweil ein 700-Milliarden-Paket in Sachen "Operation Bankenrettung" geschnürt und verlangt auch deutsche Unterstützung. Tagebuchautor Peter Spiegel, der ein Buch über humane Weltwirtschaft geschrieben hat, hofft und spekuliert auf Alternativen.

Die jüngste Hilfsaktion für die notleidende Bankenwelt führt - hoffentlich - zu einem weltweiten Wachrütteln. 700 Milliarden werden in einer Blitzaktion lockergemacht, zusammen mit vorherigen Programmen durchstoßen wir damit die Eine-Billion-Dollar-Marke. Nur: Es geht nicht um eine Hilfsaktion für den verhungernden Teil der Welt, es geht um den Hunger am obersten Ende der Pyramide. Im Gegensatz zum Hunger der Ärmsten ist der Hunger der Superreichen unersättlich.

Lamentieren hilft nichts. Es ist eine knallharte Realität, dass eine Rettungsaktion für die effizientesten Reichtumsmaschinerien der letzten Jahrzehnte von den Mächtigsten der Welt gerade einmal Entscheidungsprozesse von wenigen Tagen abverlangt. Keine zehn oder zwanzig Jahre erbärmliches Feilschen von einer UN-Konferenz zur nächsten über kleine Hilfssümmchen. Keine feierlichen Versprechungen der versammelten Staatsoberhäupter bei einem Millenniumsgipfel, die sich nachträglich als billige Versprecher erwiesen. Keine Wahlkampfversprechen für den Stabhochsprung in die Machtpositionen. Nichts von alledem ist nötig, wenn es um die Nöte der Superreichen geht. Ein kleines Meeting vom Notenbankchef, Finanzminister und Präsident der USA, und die Billion ist beschlossene Sache.

Unsere Systeme sind so konstruiert: erstens, dass eine solche Rettungsaktion unabweisbar systemnotwendig ist, zweitens, dass ein Dreiermeeting für solche Entscheidungen ausreicht. Wer behaupten will, dass ein marktwirtschaftliches und ein demokratisches System nicht anders konzipiert werden kann, der hat weder Marktwirtschaft noch Demokratie verstanden.

Wir sollten aus dieser Krise lernen und klare Konsequenzen ziehen. Wir sollten die Tatsache nutzen, dass Eine-Billion nach ganz oben fließt - und hartnäckig fordern, dass auch Eine-Billion nach ganz unten fließen wird. Wir sollten fordern, dass auch diese Entscheidung in allerkürzester Zeit getroffen wird. Und wir sollten die ganze Geschichte dazu nutzen, endlich über eine echte Demokratisierung unserer Demokratie und eine echte Vermarktwirtschaftlichung unserer Marktwirtschaft nachzudenken und die damit verbundenen Systeme entsprechend anzupassen. Marktwirtschaft und Demokratie haben wir nämlich in den letzten zwanzig Jahren an vielen Stellen weitgehend verloren.

Wohin soll die zweite Eine-Billion fließen?
Ebenfalls in ein Bankensystem! Aber in eines nach dem Muster der Grameen Bank des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus. Dieses so gänzlich andere Bankensystem hat inzwischen genau 110-Millionen-fach erwiesen, wie man Geld so einsetzen kann, dass es die Armut endlich aus der Welt schafft. Bis heute haben weltweit 110 Millionen wirklich bedürftige Menschen Kleinkredite erhalten, mit ihren Familienangehörigen haben davon mehr als eine halbe Milliarde Menschen unmittelbar profitiert. Und für dieses Weltwirtschaftswunder von unten war dennoch nur ein winziger Bruchteil von einer Billion Dollar nötig.

Fazit: Lasst uns ein Förderprogramm auflegen, das die millionenfach bewährte Innovation von Yunus und vieler anderer Kleinkreditorganisationen zum globalen Durchbruch führen wird. Und lasst uns ein zweites Förderprogramm auflegen für eine Weltsozialbörse, über Sozialunternehmen finanziert werden.
Sozialunternehmen sind nach der Definition von Yunus solche Unternehmen, die mit der einzigen Zweckbestimmung gegründet werden, soziale Probleme zu lösen, und bei denen die Gewinne im Unternehmen bleiben, um die soziale Dienstleistung immer weiter ausweiten zu können.

Mit Eine-Billion Dollar können wir auf diese Weise die Armut in der Welt ins Museum verbannen. Mit der Eine-Billion Dollar, so eingesetzt, können wir das vielleicht größte Weltwirtschaftswunder aller Zeiten auslösen, denn wenn auch die zwei Drittel der Menschheit, die heute noch "out of economy" sind, in die Weltwirtschaft integriert werden, schafft dies ungeahnte neue Dynamik für alle und die Chance, damit zugleich eine einschneidende Wende zu nachhaltiger Wirtschafsweise zu organisieren. Nachhaltiger Wohlstand für alle ist möglich! Nachhaltig im doppelten Wortsinne, ökonomisch und ökologisch.
Quelle:
Peter Spiegel 2008
Autor zahlreicher Sachbücher, darunter der Yunus-Biografie "Banker der Armen", sowie Mitinitiator der Global Marshall Plan Initiative
und Gründer und Leiter des   GENISIS Institure
for Social Business and Impact Strategies gemeinnützige GmbH
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