Eine Welt
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:: Laufzeitverlängerung ist Gefahrzeitverlängerung
Wie sehr haben wir uns schon an das Neusprech der „Schönen Neuen Welt“ gewöhnt! An die Begriffe aus den Werkstätten der Akzeptanzforscher, Militärs und Werbepsychologen! Menschen werden durch „schlanke Produktion“ nicht etwa entlassen sondern „freigesetzt“ und ein Pestizid ist ein „Pflanzenschutzmittel“.
Ein versehentlicher Angriff auf die Zivilbevölkerung ist ein „Kollateralschaden“ und „Friendly Fire“ ist der Spezialfall eines „Kollateralschadens“, bei der „intelligente“ Waffensysteme Feind und Freund verwechselt haben. Statt Atomkraft sprechen wir von „Kernkraft“, statt Entgiftung sagen wir „Dekontamination“ und aus dem Katastrophenschutz wurde der harmloser klingende „Notfallschutz“. Die „Internationale Bewertungsskala für Atomunfälle“ heißt „Internationale Bewertungsskala für besondere Ereignisse“ und bei diesen „besonderen Ereignissen“ kann dann Radioaktivität „freigesetzt“ werden. Begriffe wie „Entsorgung“ und „Entsorgungspark“ gehen uns locker über die Lippen.
Sprache ist Macht, und Werbepsychologen und Akzeptanzforscher bestimmen auch mittels der Sprache das Denken der Menschen. Die Umweltbewegung sollte die Sprache zurückerobern und bewusster mit Sprache umgehen. Das darf allerdings nicht heißen, Manipulation durch Gegenmanipulation zu ersetzen. Wir sollten aber versuchen die Dinge und Probleme wieder beim Namen zu nennen oder sogar neu und treffend zu benennen.
Warum bezeichnen wir in der öffentlichen Debatte die Laufzeitverlängerung für AKW nicht Gefahrzeitverlängerung? Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bedeutet mehr Atommüll, mehr atomares Risiko durch die Alterung der Atomkraftwerke, mehr Gefahr durch die Versprödung der Reaktordruckgefäße, durch die Weitergabe von Atomkraftwaffen und die zunehmende Gefahr von Atomterrorismus. Die aktuelle Debatte um die Laufzeitverlängerung, als Einstieg in den zukünftig geplanten Neubau von AKW, zeigt auch die undemokratische Machtfülle von EnBW und Co. Laufzeitverlängerung für AKW ist Gefahrzeitverlängerung.
Wie es enden könnte, wenn wir Sprache und Begriffe den Konzernen überlassen, hat George Orwell im Roman „1984“ eindrucksvoll beschrieben. Die drei Leitsätze der von Orwell beschriebenen Gedankendiktatur waren: „Krieg ist Frieden“, „Freiheit ist Sklaverei“, „Unwissenheit ist Stärke“. Wenn heute Atomkraftwerke die Umwelt schützen, Kriegsgründe von Werbeagenturen erfunden und die Hemmschwellen für den Einsatz von Atomkraftwaffen systematisch gesenkt werden, dann ist es hohe Zeit aufzuwachen.
Sprache ist Macht, und Werbepsychologen und Akzeptanzforscher bestimmen auch mittels der Sprache das Denken der Menschen. Die Umweltbewegung sollte die Sprache zurückerobern und bewusster mit Sprache umgehen. Das darf allerdings nicht heißen, Manipulation durch Gegenmanipulation zu ersetzen. Wir sollten aber versuchen die Dinge und Probleme wieder beim Namen zu nennen oder sogar neu und treffend zu benennen.
Warum bezeichnen wir in der öffentlichen Debatte die Laufzeitverlängerung für AKW nicht Gefahrzeitverlängerung? Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bedeutet mehr Atommüll, mehr atomares Risiko durch die Alterung der Atomkraftwerke, mehr Gefahr durch die Versprödung der Reaktordruckgefäße, durch die Weitergabe von Atomkraftwaffen und die zunehmende Gefahr von Atomterrorismus. Die aktuelle Debatte um die Laufzeitverlängerung, als Einstieg in den zukünftig geplanten Neubau von AKW, zeigt auch die undemokratische Machtfülle von EnBW und Co. Laufzeitverlängerung für AKW ist Gefahrzeitverlängerung.
Wie es enden könnte, wenn wir Sprache und Begriffe den Konzernen überlassen, hat George Orwell im Roman „1984“ eindrucksvoll beschrieben. Die drei Leitsätze der von Orwell beschriebenen Gedankendiktatur waren: „Krieg ist Frieden“, „Freiheit ist Sklaverei“, „Unwissenheit ist Stärke“. Wenn heute Atomkraftwerke die Umwelt schützen, Kriegsgründe von Werbeagenturen erfunden und die Hemmschwellen für den Einsatz von Atomkraftwaffen systematisch gesenkt werden, dann ist es hohe Zeit aufzuwachen.
Geplanter Atomausstieg | © bmu.de
Reaktor......................Ende der Regellaufzeit
Biblis A...............................26.02.2007
Neckarwestheim 1...............01.12.2008
Biblis B...............................31.01.2009
Brunsbüttel.........................09.02.2009
Isar 1.................................21.03.2011
Unterweser.........................06.09.2011
Philippsburg 1.....................26.03.2012
Grafenrheinfeld...................17.06.2014
Krümmel.............................28.03.2016
Gundremmingen B...............19.07.2016
Gundremmingen C...............18.01.2017
Grohnde..............................01.02.2017
Philippsburg 2......................18.04.2017
Brokdorf.............................22.12.2018
Isar 2.................................09.04.2020
Emsland..............................20.06.2020
Neckarwestheim 2................15.04.2021
Quelle:
Axel Mayer
BUND regionalverband südlicher oberrhein
Axel Mayer
BUND regionalverband südlicher oberrhein
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