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:: Hanna Wolff: Traum-Frau und Jesus-Forscherin

Hanna Wolff meint in ihren Jesus-Büchern doch tatsächlich, dass der junge Mann aus Nazareth "nicht nur Wichtiges, sondern Fundamentales zum Werdegang der Menschheit sagen will, zu Politik, Wirtschaft, Technik, Ökologie, Hausbau, Kunstgestaltung, Musik oder zu Käfigthemen, Abtreibung, Tierschändung, Lohnpolitik, Aufrüstung oder Nachrüstung."
Hanna Wolff "Der eigene Weg"
Sinnlich- Übersinnliches in Traum und Wirklichkeit
VORWORT von Franz Alt


Ein solches Jesus-Bild ist vor dem Hintergrund der 2000-jährigen Geschichte der christlichen Kirchen nicht nur aufregend neu und umwerfend aktuell, sondern auch persönlich hilfreich, wie ich aus vielen persönlichen Begegnungen mit Hanna Wolff weiß. Mein Psychotherapie vor über 20 Jahren bei dieser C.G. Jung-Schülerin und Jesus-Forscherin war für mich geistige Lebensrettung inmitten einer typisch männlichen midlife-crisis.

Die Bücher Hanna Wolffs haben mir den Weg in ihre Therapiestunden gezeigt und dort erlebte ich eine erste Ahnung meines eigenen Wegs. Und dieses Buch "Der eigene Weg" legt die Wurzeln des sehr konsequenten, ereignisreichen inneren und äußeren Lebens der Autorin frei. Es zeigt, wie ein freies würdevolles und gelungenes Leben trotz allem im 20. Jahrhundert , im Jahrhundert von Stalin und Hitler, von Auschwitz, Hiroshima und Tschernobyl, möglich war.

Hanna Wolff ist die Zeitzeugin eines anderen, besseren, alternativen 20. Jahrhunderts. "Den eigenen Weg gehen" - das war für die Autorin Lebensmotto, das sie in schwerer Kindheit im Wesentlichen von ihrer Mutter gelernt hat.
Was können wir Heutigen, die wir noch alle unsere Wurzeln im 20. Jahrhundert haben, von Hanna Wolff lernen?

Diese Frau ist wie Jesus davon überzeugt, dass jeder Mensch "zu Großem berufen" ist. Was heißt das persönlich und politisch?

Persönlich: Jesus von Nazareth war für Hanna Wolff der erste neue Mann - ein androgyner Mann, ein Mann, der das Weibliche in sich erkennt, anerkennt und lebt. Jesus ist deshalb für sie ein Mann von hinreißender Klarheit und aufregender Eindeutigkeit - d a s   Vorbild schlechthin für gelingendes Menschsein.

Die meisten Vertreter der heutigen Theologie und Kirche sind aber in patriarchalischen Strukturen und Hierarchien gefangen, weil ihnen "Anima-Integration" fehlt, das heißt, weil ihre Gefühlsfunktion, die Werte wahrnimmt, nicht ausgebildet ist. Sie sind allenfalls zu "sentimentalem Gefühlserguss" fähig, ihnen fehlt "Werte-Kompetenz". Das Christentum wurde leider zu einer harmlosen "Wunschkuh-Religion": Es bietet jedem etwas und in Wahrheit gar nichts mehr. Jesus wurde von den Kirchen zur nostalgischen Figur degradiert, deren aktuelle Brisanz völlig entschärft wurde. Die Bergpredigt wurde zum Heimatroman verharmlost.

Jesus aber war ein wahrer Mann von außergewöhnlicher Individualität, durchdrungen von schöpferischem, wertesetzendem Gefühl. Damit stellt Jesus die bis heute weitverbreitete Scheinmännlichkeit in Frage.

In diesem Buch wird deutlich, wie Hanna Wolff über Weisheitslehrer in Indien - sie lebte und arbeitete dort über 20 Jahre - und über ihr spätes Studium der Tiefenpsychologie in Zürich ihr revolutionäres Jesus-Bild fand und es von jahrtausendealter Tünche befreite - zum Vorschein kommt der wirkliche Jesus, ein lebendiges Vorbild für moderne Menschen. Die Autorin fragt: "Warum versuchen die Männer es nicht einmal ernstlich mit dieser Möglichkeit einer überlegenen Männlichkeit? Warum versuchen die Frauen ihr Leitbild von Männlichkeit nicht ernstlich an der großen, echten, schöpferischen Männlichkeit Jesu neu zu formen?". In ihrem Buch "Jesus als Psychotherapeut" zeigt Hanna Wolff überzeugend auf, dass sich das realexistierende Christentum allenfalls als Hüterin der Asche Jesu versteht, nicht aber sein Feuer weiterzugeben in der Lage ist. Sein Bild wurde übertüncht, seine Botschaft verdrängt und die Konsequenzen seines Lebens verniedlicht und verkitscht. Der wirkliche Jesus aber ist eine große Hilfe zu mehr Selbsterkenntnis und damit zur Befreiung von unseren autonomen, unbewussten Komplexen.

Jesus sei deshalb vorbildlich, weil er ein heilmachendes Gottesbild lebte und verkündete. Und daraus resultiert ein heilmachendes Menschenbild.

Und was heißt "Zu Großem Berufen" politisch?Die Theologin und Psychotherapeutin ist durchdrungen von der Aktualität der "Feindesliebe" des Jesus von Nazareth. Wenn auch nur einige "christliche" Politiker diese Jesus-Strategie verstehen würden, sähe die Welt friedlicher aus. Die Kirche selbst wird politisch nicht ernst genommen, weil sie ihrerseits Jesus nicht wirklich ernst nimmt. Viele Kirchenmänner und Christen in der Politik sehen in Jesus einen weltfremden Utopisten. War aber - so Hanna Wolff - Martin Luther King ein Utopist, der seinen farbigen Brüdern mit ausschließlich gewaltlosen Mitteln aus der Schule Jesu neue soziale Existenzmöglichkeiten errang? War Mahatma Gandhi, der mit dieser Waffe ein Weltreich aus den Angeln hob, ein weltfremder Utopist?

Politikern, die in ihrer religiösen Harmlosigkeit immer noch meinen "mit der Bergpredigt kann man nicht regieren", empfiehlt Hanna Wolff ganz einfach: Versuchen Sie es doch mal! Der wirkliche Jesus hatte bis heute innerhalb der Kirche noch keine Chance.

Jesu neues Gottesbild prägt einen neuen Menschen - auch in der Politik. Jesus zerstört das alte patriachale Gottesbild und Menschenbild und zeigt damit einen neuen Typ Mensch auf. Dieser neue Typ Mensch ist politisch ein Vertreter der Gewaltfreiheit. Nichts ist im Atomzeitalter dringlicher, wenn wir wirklich überleben wollen - und nichts wäre realistischer. Jesus war anders als die damaligen Theologen und Politiker und anders als die heutigen Theologen und Politiker. Jesus hat vorgelebt, dass die Fülle des Menschseins unermesslich groß und unbegrenzt tief ist. In seinem Wort "A l l e s kann, wer vertraut" wird deutlich, dass jede Leserin und jeder Leser dieser Zeilen dasselbe kann, was Jesus vorlebte: wahrhaftig Mensch sein. Politisch heißt das: Eine andere Welt wird möglich, weil andere Menschen möglich sind.

Die menschliche Psyche weiß von Kräften und Möglichkeiten innerer Wandlungsprozesse, die uns über unsere Träume bewusst werden können. Nur so wird es uns zum Beispiel gelingen, Feindbildprojektionen aufzulösen. Nur so lernen wir, das alte Bild vom "Richter"-Gott und "Strafe"-Gott zu überwinden und in der Schule Jesu den liebenden Vater-Gott kennen zu lernen.

Mit großer Ernsthaftigkeit und Konfliktfreudigkeit schlägt die Autorin uns Christen vor, uns vom "Alten Testament" des Judentums zu emanzipieren und endlich auf der Basis der Botschaft Jesu eine eigene christliche Selbstidentität zu entwickeln. Die Harmonisierung des Christlichen mit dem Jüdischen - so Hanna Wolff - ist weder christlich noch jüdisch. Christen sollten nicht "die besseren Juden", sondern Christen im Geiste Jesu sein. Die Juden seien in ihrem "Golgotha"-Komplex als "Gottesmörder" so sehr gefangen wie die Christen in ihrem "Holocaust"-Komplex.

Unbewusste Komplexe aber verhindern Freiheit. Genau hier aber haben die christlichen Aggressionen gegen das Judentum ihre Ursachen. Die beidseitigen Komplexe gehörten "auf den Müllhaufen der Geschichte". Und: "Wo autonome Komplexe regieren, da ist in Ehen, Familien, einzelnen Parteigruppen, Völkern, unter den Völkern immer Holocaust."

Nur die Überwindung der autonomen Komplexe, führe über Selbsterkenntnis zum eigenen Weg. Und was kann uns dabei helfen? Wo sind die Wegweiser?

Nach meiner ersten Therapiestunde empfahl mir Hanna Wolff: "Schreiben Sie doch für die nächste Stunde Ihre Träume auf." Meinen Einwand "Ich träume nicht" begegnete sie mit dem lachenden Hinweis: "Schreiben Sie sie trotzdem auf." In der Nacht danach brachte ich gleich fünf Träume zu Papier. Über die Autorin und meine Träume lernte ich meinen eigenen Weg kennen und gehen. Hanna Wolff wurde meine "Traum-Frau".

"Der eigene Weg" ist ein hilfreicher, leicht lesbarer und manchmal humorvoller Wegweiser für jeden und jede, die wirklich wissen wollen, wo es lang geht.
Quelle:
Franz Alt 2003
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