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:: Alle können etwas tun
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Umweltschutz ist kein Arbeitsplatzkiller, sondern der Arbeitsplatzknüller des 21. Jahrhunderts. Als Beispiel die Erneuerbaren Energien: 10 Prozent des Stroms in Deutschland werden von 170.000 Menschen durch Erneuerbare Energien produziert. Etwa genau soviel Menschen sind in der alten Energiewirtschaft tätig, obwohl dort 90% des Stroms produziert wird. Das heißt Erneuerbare Energien sind 10-mal so arbeitsplatzfreundlich wie die alten Energieträger. Obwohl Konzernmanager immer wieder behaupten, Umweltschutz zerstöre Arbeitsplätze, lässt sich das Gegenteil leicht nachweisen: 2007 arbeiten in Deutschland 1,5 Millionen Menschen in den Umweltbranchen. 2020, sagt Umweltminister Gabriel, werden es drei Millionen sein.
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Nützt es denn etwas, wenn sich Einzelne/Familien umweltgerecht verhalten oder dient das nur zur Gewissensberuhigung?
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Jeder und Jede ist verantwortlich für eine bessere Umwelt. Es ist ein gutes Zeichen für seelische Gesundheit, wenn dann auch unser Gewissen beruhigt ist. Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt, wird die ganze Welt sauber. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz kann in Deutschland auch jeder Geld sparen. Wer kein eigenes Haus für Solaranlagen hat, beteilige sich an Gemeinschaftsanlagen, die es immer mehr gibt. Oder an Windrädern. Beste Geschäfte macht auch, wer Wind- oder Solaraktien kauft und er leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Der große ökonomische Vorteil der Nutzung ökologischer Energien ist: Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung.Â
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Selbst wenn man sich umweltgerecht ernährt, kleidet und verhält, widerspricht aber doch der Traum vom eigenen Haus im Grunde genommen jedem ökologischen Anspruch. Gibt es da einen Ausweg?
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Ja natürlich, Die meisten Altbauten, in denen wir heute noch wohnen, wurden mit falschen Baumaterialien gebaut und sie verbrauchen viel zu viel Energie. Die Alternativen, mit deren Hilfe wir es besser und intelligenter machen können, sind: Holzhäuser, Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser, Solarhäuser, ja sogar Solarenergie-Plus-Häuser. Das sind Häuser, die mehr Strom mit Hilfe der Sonne erzeugen, als die Menschen in diesen Häusern verbrauchen. Solche Häuser sind sowohl ökologisch wie ökonomisch verantwortbar. Stichwort Versiegelung: Besser als neu bauen, ist natürlich renovieren. In vielen Städten sollte nicht weiter am Rand auf der grünen Wiese, sondern in den Brachen der Innenstadt gebaut werden.
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Macht es Sinn, auf „natürliche“ Baustoffe zu achten, wenn manche modernen („chemischen“) Produkte viel besser sind? Beispiel Wärmedämmung, Dampfsperren ...
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Wer baut, muss immer auch an die spätere Notwendigkeit zur Entsorgung denken. Eine ökologische Bilanz kann nur dann richtig sein, wenn ich ein Produkt von der Wiege bis zu Bahre betrachte. Als Klaus Töpfer noch Bauminister war; hat er einmal gesagt: „Wenn wir so weiterbauen wie bisher dann ist der Abriss eines Hauses schon in 30 Jahren teurer als der Bau eines Hauses.“ Heute ist in Deutschland etwa die Hälfte allen Mülls Bauschutt – das ist der Beweis dafür, dass wir bisher unverantwortlich gebaut haben.
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Wir wohnen seit 35 Jahren im Schwarzwald in einem Holzhaus. Die Energiebilanz beim Produzieren von Holz als Baustoff ist viermal günstiger als bei Zement, 24-mal günstiger als bei Stahl und 126-mal günstiger als bei Aluminium. Es ist deshalb gut, dass sich der Anteil des Holzes am gesamten Baumaterial in den letzten 10 Jahren in Deutschland verdreifacht hat. Das ist ein Fortschritt.
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Gibt es Möglichkeiten, bezahlbar ökologisch und umweltfreundlich zu bauen? Worauf sollte man Schwerpunkte legen?
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Ökologisch bauen ist am Anfang unter Umständen einige Prozent teurer, aber mittel- und langfristig entschieden preiswerter und gesünder ohnehin. Die Frage ist natürlich: Was ist mir meine Gesundheit wert. Nehmen wir als Beispiel die immer teurer werdende Energie Öl und Gas. Schon heute ist Heizen mit Pellets billiger als herkömmliches Heizen. In den letzten 10 Jahren sind erneuerbare Energien um die Hälfte billiger geworden und die alten Energien um das dreifache teurer. Dieser Trend setzt sich fort. Wer heute noch mit Öl oder Gas heizt, verfeuert sein Geld. Bei meinen Vorträgen sagen mir immer mehr Installateure, dass sie nur noch alternative Energien installieren – einmal aus moralischen Gründen, aber auch, weil sie die Wut ihrer Kunden befürchten, die schon in wenigen Jahren die alten Energien einfach nicht mehr bezahlen können und dann den Installateuren vorwerfen, dass sie nicht richtig beraten wurden.
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Wo könnten Baufamilien ansetzen, die nicht so viel finanzielle Mittel zur Verfügung haben?
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Auch wer keine finanziellen Mittel hat, kann auf Erneuerbare Energien umsteigen oder seinen Altbau energetisch nachrüsten. Er gewinnt immer und grundsätzlich. Und die Umwelt sowieso. Dafür gibt es günstige Kredite von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau oder auch Zuschüsse.
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Energieberater können jedem Hausbesitzer leicht ausrechnen, wie viel Heizenergie er durch undichte Fenster, Türen und Dächer verliert. 90% unserer Häuser sind viel zu wenig gedämmt – wir sollten ihnen einen Wintermantel anlegen. Wenn ein Altbau besser gedämmt wird, kann bis zu 80 und 90 % Energie eingespart werden. Das ist ein doppelter Gewinn- für den Geldbeutel und für die Umwelt. Es gibt auch keinenLeser dieser Zeilen, der nicht ganz rasch und einfach beim alten Energieversorger seien Atomstrom abbestellen und Ökostrom bestellen könnte – zum Beispiel bei Greenpeace oder Lichtblick in Hamburg oder bei den Elektrizitätswerken Schönau, EWS.Â
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Auch Ziegel- und Betonhersteller bezeichnen ihre Baustoffe als "natürlich" und umweltfreundlich. Wo sehen Sie hier Unterschiede?
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Beim Bauen gibt es viel Etikettenschwindel. Nicht alles ist öko, wo öko draufsteht. Aber natürlich gibt es auch schlechtes Holz und gute Ziegel. Da muss man genau hinschauen und differenzieren. Letztlich können das am besten Fachleute bewerten, zu denen Sie Vertrauen haben.
www.hanse-haus.de 2007
Franz Alt 2007
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