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:: Datenbank zu Risiken gentechnisch veränderter Nutzpflanzen

+ 17.12.2011 + Testbiotech veröffentlichte eine Datenbank zu Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen, die in der EU bereits zugelassen sind oder kurz vor der Zulassung stehen.

Die Datenbank PlantGeneRisk liefert derzeit Informationen über 13 gentechnisch veränderte Pflanzen: vier Soja- und neun Mais-Pflanzen. Zehn dieser Pflanzen sind bereits für Import zugelassen, eine darf zudem angebaut werden. Die Pflanzen produzieren Insektengifte oder sind tolerant gegenüber Unkrautvernichtungsmitteln, bei vielen werden diese Eigen¬schaften auch kombiniert.

 

Bislang gibt es 38 EU-Zulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln. Die jetzt veröffentlichte Datensammlung, die kontinuierlich ergänzt und erweitert werden soll, gibt erstmalig einen Überblick über Risiken dieser Pflanzen. In den existierenden staatlichen und industrienahen Datenbanken werden die Risiken meist nur am Rande angesprochen.

 

„Mit den gentechnisch veränderten Pflanzen ist es wie mit dem Bankenwesen: Das Problem betrifft uns alle, aber keiner hat mehr einen Überblick über die tatsächlichen Risiken“, sagt Christoph Then von Testbiotech „Die meisten bisher verfügbaren Angaben stammen von der Industrie. Wir leisten mit dieser Datenbank einen Beitrag für eine nötige unabhängige Gegenexpertise.“

 

Die ausgewerteten Daten machen deutlich, dass es in der Risikobewertung grundlegende Mängel gibt:

  • Die Wechselwirkungen zwischen den „Gen-Pflanzen“ und der Umwelt werden nur oberflächlich untersucht. Gentechnisch veränderte Pflanzen reagieren aber aufgrund des Eingriffes in ihr Erbgut oft anders auf Umwelteinflüsse als konventionell gezüchtete Pflanzen. Dadurch kann es zu unerwarteten Veränderungen der Inhaltsstoffe und zu Risiken für die Verbraucher kommen.
  • Die Wirkungsweise der Insektengifte, die in den gentechnisch veränderten Pflanzen synthetisiert werden, ist nicht im Detail bekannt. Dies führt zu einem schwer abschätzbaren Risiko für Mensch und Umwelt. Die EU hat bereits Pflanzen mit insgesamt zehn verschiedenen Giftstoffen zugelassen. Diese können auch in Lebens- und Futtermitteln in jeweils unterschiedlichen Konzentrationen vorhanden sein und miteinander in Wechselwirkung treten. Da es keine ausreichend standardisierten Messverfahren gibt, lässt sich nicht einmal die Konzentration des Insektengiftes in den Pflanzen zuverlässig bestimmen.
  • Die meisten gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem europäischen Markt sind tolerant gegenüber Unkrautvernichtungsmitteln. Trotzdem existieren fast keine Daten über die Belastung mit Rückständen aus Spritzmitteln wie Roundup.
  • Generell sind keine Fütterungsversuche mit den Pflanzen vorgeschrieben, Langzeituntersuchungen fehlen meist völlig.
  • Wechselwirkungen, die beim gleichzeitigen Anbau und dem Verzehr verschiedener „Gen-Pflanzen“ auftreten können, werden nicht untersucht, obwohl die EU dies vorschreibt.
  • Auch die ebenfalls vorgeschriebene Überwachung der gesundheitlichen Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen, die bereits angebaut werden, existiert nicht.

Die Pilotversion der Datenbank wurde mit Mitteln der Gregor Louisoder Umweltstiftung und der Hermsen Stiftung aufgebaut. Um diese weiterzuentwickeln und zu ergänzen sind für 2012 unter anderem Workshops mit Wissenschaftlern geplant.

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