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:: Witterung drückt Energieverbrauch auf niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung

+ 07.03.2012 + Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen legt detaillierte Berechnungen für 2011 vor.

Mit 13.374 Petajoule (PJ) oder rund 456 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) erreichte der Primärenergieverbrauch in Deutschland 2011 den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) in ihrem jetzt vorgelegten Jahresbericht 2011 mitteilt, verminderte sich der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um mehr als 5 Prozent und unterschritt damit sogar das niedrige Niveau des von der Konjunkturkrise geprägten Jahres 2009.

 

Den größten Einfluss auf die Verbrauchsenwicklung hatten 2011 die gegenüber dem Vorjahr deutlich mildere Witterung sowie das hohe Preisniveau. Die Nachfrage nach Wärmeenergie sank deutlich und der Rückgang konnte auch durch die verbrauchssteigernden Effekte des guten Konjunkturverlaufs nicht ausgeglichen werden. Ohne den Temperatureinfluss sowie bei Berücksichtigung statistischer Effekte, die durch den Ersatz von Kernkraft durch erneuerbare und fossile Energieträger entstanden, wäre der Energieverbrauch 2011 nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres verblieben.

 

Dennoch hat sich auch bei Berücksichtigung aller Sondereffekte die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität bemerkenswert stark erhöht: 2011 wurden je Euro Wirtschaftsleistung rund 3 Prozent weniger Energie eingesetzt als im Vorjahr. Eine Steigerung der Energieeffizienz in dieser Größenordnung kann nach Ansicht der AG Energiebilanzen als außergewöhnlich bezeichnet werden, im langjährigen Durchschnitt liegt der Wert bei knapp der Hälfte.

 

Bei den einzelnen Energieträgern kam es 2011 zu ganz unterschiedlichen Entwicklungen: Der Verbrauch an Mineralöl sank um 3 Prozent auf 4.549 PJ beziehungsweise 155,2 Mio. t SKE. Der Erdgasverbrauch ging mit fast 13 Prozent besonders stark zurück und lag bei 2.733 PJ oder 93,3 Mio.t SKE. Der Verbrauch an Steinkohle verminderte sich leicht um 0,7 Prozent auf 1.685 PJ beziehungsweise 57,5 Mio. t SKE. Die Braunkohle legte dagegen um gut 3 Prozent auf 1.562 PJ oder 53,3 Mio. t SKE zu. Infolge der Abschaltung mehrerer Anlagen brach die Stromerzeugung aus Kernenergie um fast ein Viertel ein. Der Beitrag der Kernenergie zur Energiebilanz sank auf 1.178 PJ beziehungsweise 40,2 Mio. t SKE. Die erneuerbaren Energien trugen mit 1.452 PJ oder 49,6 Mio. t SKE zur Energiebilanz bei. Damit stieg ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch auf knapp 11 Prozent und war damit erstmalig zweistellig.

 

Der Ausstoß von Kohlendioxid hat sich nach Schätzungen der AG Energiebilanzen weniger stark als der Energieverbrauch vermindert, da die rückläufige Stromproduktion der inländischen Kernkraftwerke auch durch den Einsatz fossiler Energieträger ausgeglichen werden musste. Die energiebedingten CO2-Emissionen haben sich nach Schätzung der AG Energiebilanzen um knapp 4 Prozent vermindert.

 

Der inländische Bruttostromverbrauch verzeichnete 2011 ebenfalls einen Rückgang, der mit 0,3 Prozent allerdings gering ausfiel. Insgesamt wurden 2011 in Deutschland 608 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom verbraucht. Das war der niedrigste Wert seit 2005. Deutlich stärker sank dagegen die Bruttostromerzeugung. Sie erreichte insgesamt 614,5 Mrd. kWh, das waren 2,2 Prozent weniger als 2010. Dem Rückgang der Kernenergie um über 23 Prozent standen ein Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um fast ein Fünftel sowie aus Braunkohle um knapp 5 Prozent gegenüber. Im grenzüberschreitenden Stromaustausch verringerte sich der Ausfuhrüberschuss im Vergleich zum Vorjahr von 18 Mrd. kWh auf 6 Mrd. kWh.

 

Der Jahresbericht der AG Energiebilanzen bietet zusätzlich zu den präzisen Daten der Verbrauchsentwicklungen ausführliche Detailinformationen zur Energieeffizienz, zur Preisentwicklung sowie eine erste Abschätzung der energiebedingten CO2-Emissionen. Der Jahresbericht ist damit auch eine wichtige Daten- und Arbeitsgrundlage für das von der Bundesregierung beschlossene Monitoring zur Energiewende.

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