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:: Solarfirmen am Abgrund

+ 09.05.2012 + Nach Schlagzeilen aus der europäischen Solarbranche steht in diesen Tagen die amerikanische im Rampenlicht.

Das einstige Glanzlicht First Solar verliert zunehmend an Strahlkraft, zumal deren Cadmium-Tellurid-Module nicht unumstritten bleiben. Kaum besser steht Sunpower da - und europaweit sieht es für mittelgrosse deutsche Solarunternehmen aus.

 

Tief in die Verlustzone ist der US-amerikanische Solarkonzern First Solar Inc. im ersten Quartal 2012 gestürzt. Die Spezialistin für Dünnschichtphotovoltaik-Technologie aus Tempe in Arizona fuhr in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres rund 450 Millionen Dollar Nettoverlust ein. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte First Solar noch 116 Millionen Dollar Nettogewinn erzielt.

 

Auch der Quartalsumsatz brach auf Jahressicht ein: Er sackte um 14 Prozent von 567,3 auf 497 Millionen Dollar ab. Das Quartalsergebnis sei durch Sondereffekte belastet gewesen, hieß es. Allein Rückstellungen vor Steuern hätten 401 Millionen Dollar gekostet. Ähnlich geht es der anderen US-Grösse - während in Europa vor allem mittelgrosse deutsche Unternehmen vor Problemen stehen.

 

Das blieb im Management von First Solar nicht ohne Folgen: Nach neun Monaten im Amt als Übergangs-CEO tritt Gründer und Chairman Mike Ahearn diesen Posten an den bisherigen Marketingchef (Chief Commercial Officer, CCO) James Hughes ab. Den Posten als Chairmen behalte Ahearn allerdings weiterhin, hieß es. Unterdessen ist der Realisierung des First-Solar-Großprojekts Topaz, ein Freiflächensolarpark mit 550 MW geplanter Leistungskapazität, in eine entscheidende Phase getreten. Die Hauptbauarbeiten an dem Photovoltaikkraftwerk in San Luis im kalifornischen Obispo County haben begonnen, meldete First Solar (im Bild die bereits beendete 48-Megawatt-Anlage in Boulder (Nevada).

 

Der andere grosse US-Solarkonzern, unterdessen weitgehend unter der Haube des französischen Ölgiganten Total, steht kaum besser da: Anfangs Mai veröffentlichte die SunPower Corporation (San Jose, Kalifornien, USA) ihre Finanzergebnisse für das erste Quartal 2012. Die Umsätze des Unternehmens gingen erneut um 21 % auf 494 Millionen US-Dollar (376 Millionen Euro) zurück. Die Umsatzrendite betrug minus 10 %, der Nettoverlust 74,5 Millionen USD (56,7 Millionen Euro).

 

Doch es tönt auch positiv: SunPower beginnt mit der Produktion von Photovoltaik-Modulen mit einem Wirkungsgrad von 21 %. Ein weiterer Meilenstein seit dem vierten Quartal 2011 ist die Installation von über 35 MW Photovoltaik-Modulen in der California Valley Solar Ranch (CVSR). Außerdem wurde bei Photovoltaik-Kraftwerken von SunPower mit insgesamt 601 MW die Umweltverträglichkeit festgestellt. Für diese bestehen Strombezugsvereinbarungen mit dem Stromversorgungsunternehmen Southern California Edison.

 

Derweil bleibt auch die Solarbranche Deutschlands nicht von weiteren Negativmeldungen verschont

Zahlreiche börsennotierte deutsche Solarunternehmen sind in ihrer Existenz bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Solarmarktforschung. Demnach sind die Photovoltaik-Komponentenhersteller Centrosolar AG aus München und Conergy AG aus Hamburg, die Bosch-Tochter Aleo Solar AG und der Photovoltaiksysteme-Hersteller Phoenix Solar AG „kaum überlebensfähig“.

 

Mit den Solarausrüstern centrotherm photovoltaics aus Blaubeuren und Manz AG aus Reutlingen schreibt die Studie lediglich zwei von neun Unternehmen eine weltweite Spitzenposition zu. Als „wettbewerbsstark“ stuft die Untersuchung auch den weltgrößten Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology aus Niestetal bei Kassel ein.

 

Dem Bonner SolarKonzern SolarWorld AG und der LDK-Solar-Tochter Sunways aus Konstanz räumen die Studienautoren mittelmäßige Geschäftsaussichten ein. Beiden fehle es an Einzigartigkeit. Auftraggeber der Studie ist das Magazin „Wirtschaftswoche“.

 

Doch selbst die erwähnte Centrotherm kriegt ihr Fett weg: Katharina Cholewa, Analysten bei West LB stuft die Aktie von centrotherm herab. Neben schlechten Quartalszahlen und negativer Prognose für centrotherm führt die Analystin einen möglichen Großauftrag-Ausfall als Begründung für diese Entscheidung an. Außerdem kritisiert Cholewa die mangelnde Transparenz und Prognostizierbarkeit der Ergebnisse.

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