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07.01.2020

AECEA erwartet Photovoltaik-Zubau von 31 Gigawatt in China in diesem Jahr

Die Marktbeobachter gehen davon aus, dass die neu installierte Photovoltaik-Leistung im vergangenen Jahr wegen der verzögerten Einführung der neuen Solarpolitik, Landknappheit und Netzanschlussproblemen bei 20 bis 24 Gigawatt liegen wird. Zudem ziehen weiter Wolken am Horizont auf, da China auf absehbare Zeit weiter stark auf die Kohlekraft setzen wird.

Asia-Europe Clean Energy (Solar) Advisory (AECEA) hält an seinen Prognosen fest, dass China im Jahr 2019 zwischen 20 und 24 Gigawatt an neuen Photovoltaik-Anlagen installiert haben wird. Für dieses Jahr gehen die Analysten von einem Zubau von weiteren 23 bis 31 Gigawatt. Unter Berufung auf „unbestätigte Quellen“ erklärte AECEA, dass im November nur 500 Megawatt neue Photovoltaik-Kapazitäten in China hinzugekommen seien. Bis Ende Oktober lagen die neu installierte Leistung nach Behördenangaben bei rund 17,5 Gigawatt. Damit werde der Gesamtzubau 2019 wohl hinter den Plänen der Regierung zurückbleiben, die 41 Gigawatt neue Photovoltaik-Leistung anvisiert hatten.

Budget für 2020

Die Analysten fügten zu ihrer Veröffentlichung den ersten Entwurf der Photovoltaik-Politik für 2020 an. Dort werden ein Etat für die Solarförderung von 1,75 Milliarden Yuan (225 Millionen Euro) in diesem Jahr andeutete, einschließlich 500 Millionen Yuan für private Dachanlagen. Diese Zahlen stellen einen 42prozentigen Rückgang gegenüber den 3 Milliarden Yuan aus dem vergangenen Jahr dar. Aber AECEA erwähnt nicht den Bericht von Reuters, wonach die Förderung von großen Photovoltaik-Anlagen sofort eingestellt werden soll.

AECEA erklärt weiter, dass die Frustration über verpasste Fristen, die dafür sorgten, dass die für 2019 zugeteilten Projekte nicht gebaut werden konnten, die Behörden dazu zwingen könnten, in diesem Jahr strengere Maßnahmen zu ergreifen. Die Analysten schlagen vor, dass auf den 31. Dezember als Stichtag für die diesjährigen zugeteilten Projekte zwei Quartale folgen könnten, in denen die Einspeisevergütung um 0,02 Yuan (2,6 Eurocent) pro Kilowattstunde oder mehr reduziert wird, oder dass den Projekten nach Jahresende sogar die Unterstützung ganz verweigert werden könnte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle der im vergangenen Jahr geplanten 5,2 Gigawatt nicht geförderter „Netzparitätsprojekte“ realisiert werden konnten – und die Tatsache, dass in diesem Jahr weitere 8,7 Gigawatt netzgekoppelter Kapazität zugeteilt werden sollen, könnte sich als optimistisch erweisen, heißt es weiter. AECEA hat Zweifel, dass die Zuschläge der zweiten Runde für die nicht-geförderten Netzparitätsprojekte in diesem Jahr verteilt werden.

Eine neue Bedrohung

Obwohl die Überwachung der verbindlichen Zielvorgaben für erneuerbare Energien in den Provinzen noch in diesem Jahr beginnen wird und die Verantwortlichkeiten der Netz-, Strom- und Auslieferungsgesellschaften für saubere Energie konkretisiert werden, könnte Chinas Zauber der Netzparität-Photovoltaik-Anlagen bald bedroht sein. AECEA verweist dabei auf die Erklärungen des chinesischen Premierministers Li Keqiang vom Oktober, wonach Kohle die wichtigste Energiequelle des Landes bleibe und die heimische Öl- und Gasförderung ausgebaut werden solle. Mehr noch, so sollte der bisher ausschließlich von den Behörden festgelegte Benchmark-Kohlepreis um ein Floating-Element ergänzt werden. Dies könnte dazu führen, dass der Kohlepreis ab dem nächsten Jahr um bis zu 15 Prozent jährlich sinkt und zur Bedrohung für die Sonnenzeit werden könnte.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion "pv-magazine" (Max Hall) 2020 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | "pv magazine" 04/2019 | Online bestellen!

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