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04.05.2020

Der Strommonat April 2020 war Aufsehen erregend

Die Windenergie war die größte Stromquelle und die Photovoltaik die zweitgrößte. Gegenüber dem April des Vorjahrs sank die Kohleverstromung um mehr als die Hälfte! Auch die Atomstrom- und damit die Atommüllproduktion sanken um knapp ein Fünftel. Der Preis an der Strombörse war im Schnitt nur noch halb so hoch wie ein Jahr zuvor.


© Fraunhofer ISE | Energy Charts April 2020

Eine Auswertung der von Professor Burger vom Freiburger Fraunhofer Institut ISE veröffentlichten Daten über die öffentliche Stromversorgung Deutschlands zeigt, wie der infolge der Coronaseuche erzwungene Wirtschaftsrückgang sowie der in früheren Jahren gute Ausbau der Erneuerbaren Energien zusammen mit dem Wetter wirken.

Prozentuale Veränderung von April 2019 zu April 20:

  • Stromverbrauch                      - 10
  • Stromexportüberschuss           - 84
  • Photovoltaik:                          + 23
  • Windkraft:                              -   1
  • Bioenergie:                             -   1
  • Wasserkraft:                           - 21
  • Atom:                                     - 17
  • Braunkohle:                            - 53
  • Steinkohle:                             - 64
  • Erdgas:                                  -   3

Die Erneuerbaren Energien sind Naturenergien und überwiegend wetterabhängig. Die Stromerzeugung durch Photovoltaik wird durch das sonnige Wetter gesteigert. Doch die Wasserkraft leidet jetzt im dritten Jahr unter Trockenheit.

Strompreise

Im April 2020 lag der durchschnittliche Preis an der Strombörse (Day-Ahead) bei 1,6 ct/kWh. Ein Jahr zuvor im April 2019 betrug er noch mehr als das Doppelte: 3,5 ct/kWh. Dies wird die Stromgroßeinkäufer freuen. Allerdings sind schon 3,5 ct/kWh ökonomisch ungesund, denn sie decken bei keinem Kraftwerk die Vollkosten; geschweige denn die Folgekosten für gerade die Atommülllagerung und den Schaden durch die Erdaufheizung. Bei den Vollkosten können insbesondere Abschreibungen und Kapitalkosten von diesen Strompreisen nicht bezahlt werden.

Da der Preis für die Emission einer Tonne CO2 bei gegenwärtig etwa 20 Euro liegt, und bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Braunkohlestrom etwa 1 kg CO2 entsteht, kostet derzeit die CO2-Emission der Braunkohleverstromung mit etwa 2 ct/kWh mehr als in den meisten Stunden die Kilowattstunde an der Strombörse erlöst. Ähnliches gilt für die Steinkohle.

Der Energiemarkt mit der Strompreisbildung muss reformiert werden. Dann können wetter- und zeitunabhängige Energiearten wie die Bioenergie und auch die schnell zunehmenden Stromspeicher dann viel Geld verdienen, wenn die zwar preiswerten aber wetterabhängigen Energiearten Photovoltaik und Windkraft wenig Strom erzeugen. Wir brauchen eine Energiemarktreform, die zu ehrlichen und flexiblen Preisen führt.

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