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09.04.2020

Drei Viertel der neu installierten Stromleistung ist Erneuerbar

2019 ist ein zwiespältiges Jahr. Insgesamt wurde global weniger regenerative Energie als 2018 zugebaut. Zugleich wuchs der Anteil Erneuerbarer Energie stärker als zuvor. Wind- und Solarenergie bestimmten den Markt. Wasserkraft erlebte einen Einbruch.

Mit einem Zubau von 176 Gigawatt (GW) Leistung für die Stromerzeugung, erlebten die Erneuerbaren Energien 2019 einen Abschwung gegenüber dem Vorjahr. 2018 wurden 179 GW hinzugebaut. Doch der Abschwung liest sich nur in absoluten Zahlen. Denn anteilig wuchs der Zubau Erneuerbarer Energien um 7,2 Prozent gegenüber 2018, wie der neueste Bericht der International Renewable Energy Agency (IRENA) deutlich macht. Es zeigt sich, dass 2019 insgesamt weniger Energie zugebaut wurde. Und während regenerative Anlagen nur einen leichten Abschwung erfuhren, brach der Zubau nicht-regenerativer Energieanlagen wie Kohle- und Atomkraftwerke stark ein. 2018 waren es 94 GW zugebauter Leistung, 2019 nur noch 67 GW.

Entsprechend stieg der Anteil regenerativer Anlagen am gesamten Zubau auf 72 Prozent. Drei Viertel der neu installierten Stromerzeugung war 2019 Erneuerbar. Der Direktor der IRENA, Francesco La Camera, zeigt sich erfreut: „Mit dem Zubau von Erneuerbaren, die die Mehrheit der neu installierten Kapazität ausmachen, wird deutlich, dass viele Länder erkannt haben, wie sehr die Energiewende positive Auswirkungen hat.“

Zubau Erneuerbarer Energien global höchst ungleich verteilt

Den größten Zubau vollbrachten, wie im Jahr zuvor, die asiatischen Länder, allen voran China. Doch während auch in Europa und Nordamerika der Anteil Erneuerbarer Energien wächst und darüber hinaus immer weniger fossile Energien zur Stromleistung beitragen, zeigt sich im Nahen Osten und Afrika teils ein anderes Bild. In afrikanischen Ländern verfiel 2019 fast die Hälfte des Zubaus auf nicht-regenerative Energieanlagen. Gegenüber 2018 nahm der Zubau Erneuerbarer Energien von vier auf zwei GW ab. Angetrieben durch chinesische und indische Investoren, droht ein regelrechter Kohle-Boom in Afrika, mit vielen Gigawatt zusätzlicher Kohlekraft im Netz.

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Und im Nahen Osten, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ging 2019 zwar die größte Solaranlage der Welt in Betrieb, doch auf ihre Öl- und Gasförderung wollen die Emirate nicht verzichten. Auch die Atomenergie wird in den arabischen Ländern vorangetrieben. Im Nahen Osten machten regenerative Energieanlagen 2019 einen vergleichsweise geringen Anteil von 26 Prozent aller neu installierten Stromleistung aus.

Wind- und Solarkraft holen auf

Weltweit verzeichnete der Zubau an Wasserkraft ein schlechtes Jahr. Gerade einmal ein Prozent betrug der Zuwachs 2019. Mit einem Anteil von 47 Prozent an der gesamten Erneuerbaren Stromerzeugung verbleibt Wasserkraft zwar wichtigster Energielieferant der Erneuerbaren, doch Wind- und Solarkraft holen auf. Die Windenergie legte um zehn Prozent zu, die Solarkraft sogar um 20 Prozent. 90 Prozent aller installierten regenerativen Stromleistung ist 2019 auf Wind- und Solarkraft zurückzuführen.

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„Während der Kurs positiv zu bewerten ist, sollte die globale Energie umso mehr in Einklang mit nachhaltiger Entwicklung und Anpassung an den Klimawandel gebracht werden“, sagt La Camera. Im Angesicht der Corona-Pandemie sei es umso wichtiger, die Wirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Erneuerbare Energien sind dafür laut La Gomera ein geeignetes Mittel.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (mf) 2020 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 27 / 2019 | "Europas Energiewende" | Jetzt lesen Download

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