Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

30.11.2019

Erstes alpines Solarkraftwerk auf einer Staumauer

Der Stromkonzern Axpo: Ein Solarkraftwerk an der Staumauer des Muttsees (GL). Das Pumpspeicher-Kraftwerk Linth-Limmern im Glarnerland, das der Stromkonzern Axpo für 2,1 Milliarden baute und 2016 einweihte, ist die grösste Strombatterie der Schweiz.  

Beim Hochpumpen von Wasser aus dem Limmern- in den 2500 Meter hoch gelegenen Mutt-Stausee frisst es rund einen Fünftel mehr Bandstrom, als es beim Turbinieren des Muttsee-Wassers in Form von Spitzenstrom produziert. Einen kleinen Teil dieses Pumpverlustes kann die Axpo wettmachen, wenn sie eine Fotovoltaik-Anlage an die neue Staumauer des Muttsees montiert.

Diesen Vorschlag machte der Schreibende im September 2016 in der «Südostschweiz» und auf Infosperber unter dem Titel «Muttsee kann auch Solarstrom liefern» und illustrierte das mit obiger Fotomontage. Dabei stützte er sich auf Berechnungen des Verbandes «Swissolar». Der Stromkonzern Axpo hat diesen Vorschlag jetzt aufgenommen und daraus ein Projekt entwickelt. Das notwendige Baugesuch will er in den nächsten Tagen einreichen.

Winziger Beitrag, um Stromlücke im Winter zu stopfen

Dieses neue Solar-Projekt stellte die Axpo gestern den Medien vor unter dem Titel «Axpo plant erste alpine Solar-Grossanlage der Schweiz». Dieses Projekt ist in der Detailplanung etwas kleiner und etwas billiger ausgefallen, als wir vor drei Jahren budgetierten, entspricht im Übrigen aber weitgehend unserem Vorschlag aus dem Jahr 2016. Nachstehend die Eckpunkte des Axpo-Projektes an der Muttsee-Staumauer:

  • Die installierte Leistung beträgt zwei Megawatt (unser Vorschlag 2016: 2,5 Megawatt)
  • Die Investitionskosten für diese Anlage schätzt die Axpo auf 5,5 Millionen Franken.
  • Die Anlage wird in einem durchschnittlichen Jahr rund 2,7 Millionen Kilowattstunden (Mio. kWh) Strom erzeugen. Zum Vergleich: Das entspricht einem Anteil von 0,005 Prozent am gesamten Stromkonsum in der Schweiz oder einem Anteil von etwas mehr als 0,13 Prozent an der jährlichen inländischen Erzeugung von Solarstrom im Jahr 2018.
  • Die Axpo-Anlage am Muttsee wird rund die Hälfte ihres Stroms im Winterhalbjahr erzeugen; dies dank nebelfreier Lage, Reflexion durch Schnee und stark vertikal ausgerichteten Panels, die einen guten Winkel zum tiefen Sonnenstand im Winter aufweisen. Sie liefert damit einen winzigen Beitrag, um die Schweizer Stromlücke im Winter zu stopfen, während Fotovoltaik-Anlagen im Mittelland lediglich 25 bis 30 Prozent ihres Stroms im Winterhalbjahr erzeugen. 

In ihrer Medienmitteilung schreibt die Axpo dazu: «In der alpinen Photovoltaik sieht Axpo einen potentiell vielversprechenden Ansatzpunkt, die Energiestrategie 2050 des Bundes zu unterstützen und gleichzeitig Winterstrom zu liefern.» Sie schränkt aber selber ein: «Um einen wesentlichen Beitrag zu leisten, reicht die Anlage auf der Muttsee-Staumauer natürlich nicht. Man müsste weitere Standorte ausbauen, die nicht in Schutzgebieten liegen und bereits gut erschlossen sind.»

Dossier: Energiepolitik ohne neue Atomkraftwerke
Hanspeter Guggenbühl "Die Energiewende - und wie sie gelingen kann"

 

Zurück zur Übersicht

Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „INFOsperber.ch“ (Hanspeter Guggenbühl) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

Das könnte sie auch interessieren