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14.11.2019

World Energy Outlook: Mehr Öl, mehr Ökostrom und zu wenig Effizienz

Für das Weltklima hält der neue Weltenergiebericht der IEA keine guten Nachrichten bereit. Bei den energiebedingten CO2-Emissionen ist eine Trendwende nicht in Sicht. Der globale Ölverbrauch soll bis 2040 weiter wachsen. Kritiker halten die Organisation für industriegelenkt.

Der globale Energiebedarf wird bis 2040 weiter wachsen. Das sagt die Internationale Energie-Agentur IEA in ihrem jetzt veröffentlichten Weltenergiebericht 2019 voraus. Auch wenn künftig mehr und billigerer Ökostrom eingesetzt wird, ist die Welt noch weit davon entfernt, auf eine nachhaltige Entwicklung einzuschwenken, warnt die IEA, die führende Industrie- und Schwellenländer berät.

Konkret beziffert die IEA den jährlichen Anstieg des Energiebedarfs auf bis zu 1,3 Prozent, vorausgesetzt, die Politik der führenden Länder bewegt sich weiter im derzeitigen, nicht nachhaltigen Rahmen. Hochgerechnet bedeutet das: In 20 Jahren würde etwa ein Drittel mehr Energie als heute verbraucht.

Haupttreiber ist die unverändert hohe und weiter steigende Öl-Nachfrage. "Das Wachstum der Nachfrage bleibt bis 2025 robust", erklärte IEA-Direktor Fatih Birol. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts rechnet die Organisation damit, dass die globale Ölnachfrage um eine Million Barrel pro Tag zunimmt, in den 2030er Jahren soll dann der tägliche Zuwachs auf 100.000 Barrel "abflachen".

In absoluten Zahlen: 2018 lag die globale Nachfrage nach Rohöl bei rund 97 Millionen Barrel pro Tag, 2030 sollen es 105 Millionen und 2040 dann 106 Millionen Barrel sein.

Um dem energie- wie klimapolitischen Desaster zu entgehen, setzt die IEA nach wie vor große Hoffnungen in die Energieeffizienz. Diese müsse sich für eine nachhaltige Entwicklung jährlich um drei Prozent verbessern, heißt es im aktuellen Bericht. Tatsächlich jedoch lag die Rate 2018 bei nur noch 1,2 Prozent und damit nur noch halb so hoch wie der Schnitt der Jahre seit 2010.

In Deutschland klingt der IEA-Optimismus hohl

Zweiter Hoffnungsträger der IEA ist erneut der wachsende Verbrauch von Ökostrom. Im Jahr 2040 soll grüner Strom größere Anteile des Energiebedarfs abdecken als Öl – und fast das gesamte Plus bei der Öko-Stromerzeugung soll aus neu installierten Wind- und Solaranlagen kommen.

So viel Optimismus klingt, was zum Beispiel Deutschland betrifft, wenig glaubwürdig – angesichts einer hiesigen Regierungspolitik, die die Windkraft praktisch in die Tonne tritt.

Am Mittwoch schickten mehrere große Verbände wie BDI (Industrie), BDEW (Energie), BWE (Windkraft) und VKU (Kommunen) einen Brandbrief an die Bundesregierung und beklagten, dass mit den momentan diskutierten Vorschlägen für Mindestabstände der Windkraft-Ausbau an Land "auf lange Zeit massiv erschwert, unter Umständen sogar zum Erliegen kommen wird – ohne jeglichen Mehrwert für die Verbesserung der Akzeptanz".

Ihnen sei "unerklärlich", so die Verbände, dass an bundeseinheitlichen Mindestabständen festgehalten wird, obwohl klar sei, dass damit das Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren im Jahr 2030 nicht eingehalten werden kann.

"Ist die IEA nur inkompetent oder tatsächlich korrupt?"

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

 

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Jörg Staude) 2019 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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