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24.12.2019

Eine Liebeserklärung an die Zukunft

Liebe Leserinnen und Leser der Sonnenseite, wir senden Ihnen weihnachtliche Grüße mit dem letzten Kapitel aus dem neuen Buch von Helfried Weyer und Franz Alt "Unsere einzige Erde". Es ist Zeit an das Gute zu denken - viel Herz und Mut für die Zukunft zu verschenken und danke zu sagen, Ihre Bigi und Franz Alt.

Ich zeige Mitgefühl, also bin ich

Buddha und Jesus waren die ersten Global Players. Die globalisierte Wirtschaft ruft nach einer globalen Moral: „Du sollst nicht stehlen“, „Du sollst nicht lügen“, „Du sollst nicht töten“. Das sind – nach Hans Küng - die Grundpfeiler einer globalen Ethik. Danach sind Naturzerstörung und Kriege nichts anderes als Massenmord, Ausbeutung und Diebstahl. Der Krieg ist die Krankheit, aber  niemals die Lösung!

Der ökologische Jesus lädt ein zu einem Quantensprung in ein "neues Leben". Er ist eine große Vision, eine große Idee, ein großes Feuer und eine große Arbeit für das 21. Jahrhundert, eine Transformation für die ganze Welt!

Die Ästhetik der Bilder dieses Schöpfungsbuches kann uns lehren, was Friedrich Hölderlin so aussprach: „Das Schönste ist auch das Heiligste.“

Wenn wir lernen, das Leben und die Schöpfung wirklich zu lieben, dann werden wir weder uns noch die Schöpfung weiter zerstören. Wenn wir den Klimawandel stoppen wollen, brauchen wir genau diesen Bewusstseinswandel.

Evolution heißt Transformation, Veränderung, Wandel und Zukunft. Wir Menschen haben Eiszeiten überlebt und schreckliche Kriege, Diktaturen und furchtbare Seuchen, Hitler und Stalin. Es ist ein Wunder, dass wir noch hier sind. Hiersein, hier SEIN ist der Sinn unserer Existenz. Wir können  also noch was tun. Die Zukunft war immer offen und sie wird es bleiben. Wir leben heute in einer Welt, die – trotz aller Probleme – besser ist als alle früheren: Weniger Menschen hungern als noch vor 50 Jahren, mehr Kinder gehen zur Schule als je zuvor, es gab noch nie so viel Wohlstand wie heute. Trotz aller Kriege: Es gab noch nie so wenig Gewalt wie in unserer Zeit. Demokratie, Gewaltenteilung, Justiz, Menschenrechte sind Fortschritte, von denen Generation vor uns nur geträumt haben.

Wir sind transformationserfahren. Deshalb können wir auch an einer guten Zukunft arbeiten. Wir müssen es nur wirklich wollen. Wir alle sind Teil der Probleme unserer Zeit. Wir alle können aber auch Teil der Lösung werden. Die große Transformation erfordert eine ganz Reihe von Wenden: Solare Energiewende, ökologische Verkehrswende, biologische Landwirtschaftswende, regionale Wasserwende, nachhaltige Waldwende, gerechte Ressourcenwende, intelligente Forschungswende, sich auf die Zyklen und Rhythmen der Natur einlassen.

Wir sind wohl die erste Generation, welche die Notwendigkeit all dieser Wendemanöver erkannt hat, wahrscheinlich aber auch die letzte, welche sie noch grundlegend ändern kann. Die notwendige Transformation ist die größte Herausforderung der heute lebenden Generationen.

Nichts bleibt wie es ist. Der Philosoph, Mathematiker und politische Berater Gottfried Wilhelm Leibnitz war einer der einflussreichsten Gelehrten der frühen Aufklärung vor etwa 300 Jahren. Er wusste: „Die Gegenwart ist aufgeladen mit Vergangenheit – und geht schwanger mit der Zukunft“. Eine bessere Welt ist nicht nur möglich, sie ist auch schon im Werden.

Was könnte das für zukunftsfähige politische Parteien heißen? Schnappt euch bei der nächsten Regierungsbildung das Energie-, Bau-, Verkehrs- und Landwirtschaftsministerium und gestaltet nachhaltige Politik für die nächsten Generationen. Plant und organisiert das solare Zeitalter.

Hilfreich ist, wenn wir weniger auf zukünftiges Unheil starren, sondern handeln und etwas Neues bauen. Ökologisch umsteuern ist auch wirtschaftlich das Klügste, was wir heute tun können. Bischof Heinrich Bedford-Strohm schlägt vor, „Kathedralen der Hoffnung“ zu bauen. Jede angewandte Technologie für die Energiewende ist ein Zeichen der Hoffnung.  Für die Welt unserer Kinder und Enkel. Es kommt kein Held, der unsere Probleme löst. Das müssen wir schon selber tun.

Ich zeige Mitgefühl, also bin ich

Es liegt an uns, die höchste Form bisheriger menschlicher Kreativität zu entfalten und Ökonomie, Ökologie und Gerechtigkeit gemeinsam in einer ökosozialen Marktwirtschaft zu entwickeln. Freude am Leben ist die Basis einer neuen Menschlichkeit. In einer Gesellschaft der offenen Arme helfen wir einander, um uns selbst besser zu verstehen. Wir können unsere heutige Ich-Gesellschaft weiter entwickeln zu einer Wir-Gesellschaft. Das wäre ein fundamentaler Beitrag zur  Bewahrung der Schöpfung.

Mein Wunsch für uns alle: Bleiben wir erneuerbar. Unsere Zukunft ist kein blindes Schicksal, sie ist gestaltbar. Alle Probleme, die Menschen geschaffen haben, sind auch von Menschen lösbar. Das ist einfach logisch, schöpfungslogisch.

  • "Unsere einzige Erde - Eine Liebeserklärung an die Zukunft" Text von Franz Alt - Fotos von Helfried Weyer
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    Quelle   Franz Alt 2019

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