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23.06.2019

Anti-Kohle-Protest im Rheinland

Hunderte Aktivisten vom Bündnis "Ende Gelände" blockierten die Kohleinfrastruktur im rheinischen Revier. Tausende demonstrieren für mehr Klimaschutz und den Erhalt der Dörfer.

Es hat lange gedauert, bis "Ende Gelände" am Freitagabend die ersten Erfolge feiern konnte. Mehrere Hundert Aktivisten schafften es in Sichtweite des Kraftwerks Neurath, die Nord-Süd-Bahn, die das Kraftwerk mit Kohle versorgt, zu blockieren. Diese Blockade bestand auch am Samstagnachmittag noch.

Die Schienenblockade blieb nicht alleine. Am Vormittag versammelten sich Tausende Menschen im Örtchen Hochneukirch im Norden des Tagebaus Garzweiler. Unter ihnen der "goldene Finger" des Aktionsbündnisses "Ende Gelände".

Als die Demonstration den Rand des Tagebaus erreichten, schafften es etwa 1.000 Menschen, aus der Demonstrationsroute auszubrechen und in den Tagebau einzudringen.

Auch einer zweiten Aktivistengruppe, die die Nacht auf einem Feld am Rand der Grube verbracht hatte, gelang es, mit etwa 300 Personen in den Tagebau einzudringen.

"Dieser Tag ist ein Grund zur Hoffnung. Trotz des beispiellosen Versagens der Politik im Angesicht der Klimakrise setzen Tausende ein deutliches Signal für Klimagerechtigkeit", sagte Kathrin Henneberger von "Ende Gelände".

"Kohleausstieg genügt nicht"

"Egal ob Demo, Schulstreik oder Blockade – diese Bewegung ist fest entschlossen, das Zeitalter der fossilen Energien zu beenden."

Eine weitere Gruppe schaffte es, die Kohlebahn des Tagebaus Hambach zu blockieren. Den Tagebau Inden ausgenommen, gibt es damit im Moment an der gesamten Kohleinfrastruktur im Rheinland Blockaden.

Am Rand des Dorfes Keyenberg, das in den nächsten Jahren der Braunkohle weichen soll, protestierten Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung für den Erhalt des Hambacher Forsts und aller Dörfer. "Ende Gelände" bewertet den Tag als großen Erfolg.

Ein Kohleausstieg sei allerdings nicht genug, sagt Sprecherin Sina Reisch: "Wir müssen endlich aufhören, um den heißen Brei herumzureden."

Die Klimakrise sei eine Systemkrise."Wer glaubt, die Klimakrise mit noch mehr Wachstum lösen zu können, der hat das Problem nicht verstanden", sagte Reisch. "Wir brauchen eine gerechte Wirtschaft, die die Grenzen unseres Planeten respektiert."

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Sebastian Weiermann) 2019 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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