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22.03.2020

Fridays for Future verlegt Demos ins Internet

Die Macht der Straße zieht ins Netz - Im vergangenen Sommer eroberte Fridays for Future mit wöchentlichen Demos die politische Landschaft. Wie überlebt eine Protestbewegung, deren Einfluss vor allem auf der Macht der Straße beruht, die Coronakrise?

Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut", brüllten beim Klimastreik im vergangenen September über eine Million Menschen in Deutschland. Danach fanden die Fridays-for-Future-Demonstrationen weiterhin regelmäßig statt – bis letzten Freitag: Die Organisatoren sagten den bayernweiten Großstreik wegen des Coronavirus ab.

"Wir haben eine Verantwortung vor der Gesellschaft und wollen keine Menschen mit unseren Streiks gefährden", begründet Leonie Häge, Sprecherin von Fridays for Future Bayern, die Entscheidung.

Auf der überregionalen Website heißt es: "Unsere Streiks werden in den kommenden Wochen nicht wie geplant auf den Straßen stattfinden – das heißt aber nicht, dass wir leiser werden!" Der Ausweg: Der Streik wird ins Internet verlagert.

Lydia Leiste ist Klimaaktivistin in München und hat den digitalen Streik am Freitag vor einer Woche mitgemacht. Unter dem Hashtag #netzstreikfürsklima wurden die Aktivistinnen und Aktivisten aufgerufen, Fotos von ihren Aktionen zu Hause hochzuladen.

"Es ging darum, das Internet mit Bildern von Demoschildern zu fluten, damit das Thema auch irgendwie aktuell bleibt", sagt Leiste. In ihren Augen ist die Aktion erfolgreich gewesen. Ihre Timeline war voll mit Fotos vergangener Proteste oder von Menschen, die sich mit Demoschildern in ihren Zimmern fotografierten. Sogar die Rockband Annen May Kantereit hat den Internetstreik via Instagram unterstützt.

In der Klimaaktivistinnenblase

Dennoch folgen soziale Medien wie Instagram und Twitter anderen Gesetzen als die Straße. Welche Bilder und sonstigen Inhalte uns dort angezeigt werden, bestimmen Algorithmen und die Kontakte und Seiten, denen wir folgen. Dass jemand mit anderen Interessen und Followern nichts vom Internet-Klimastreik mitkriegt, ist also wahrscheinlich. Das weiß auch Lydia Leiste, und so urteilt sie abschließend: "Ich denke, es lief ganz gut – zumindest in meiner Klimaaktivistinnenblase".

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

Social Media: Instagram: https://instagram.com/fridaysforfutur... Facebook: https://facebook.com/fridaysforfuture.de Twitter: https://twitter.com/FridayForFuture Website: https://fridaysforfuture.de

 

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Annika Keilen) 2020 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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