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03.09.2019

Trump heizt die Klimakrise weiter an

Er lockert Regeln zum Ausstoß des stark klimaschädlichen Treibhausgases Methan für die Öl- und Gasindustrie und gibt Alaskas Regenwälder zur Abholzung frei. US-Präsident Donald Trump schraubt trotz aller Warnungen weiter an der globalen Erhitzung.

Millionen Menschen weltweit protestieren und der brennende Amazonas-Regenwald, einer der größten CO2-Senken der Welt, beeindrucken ihn nicht. Ob er die Zusammenhänge versteht, weiß ohnehin niemand. Dennoch könnten die neuesten Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump fatal für den Kampf gegen die Klimakrise sein.

Mehr Methan-Emissionen aus der Öl- und Gasförderung

Sein Chef der Umweltbehörde EPA – Andrew Wheeler, Kohlefreund und Klimawandel-Leugner – gab am Donnerstag die nächste Abschaffung einer Klimaschutzregel bekannt. Die Öl- und Gasindustrie wird in Zukunft von der Pflicht befreit, an Bohrlöchern, Pipelines und Speicheranlagen austretendes Methan aufzufangen.

Amerikanische Umweltschützer vermuten seit Jahren, dass die Emissionen des stark klimaschädlichen Treibhausgases in Wahrheit höher ausfallen als offizielle Daten dies ausweisen. Ein nicht zu unterschätzendes Problem, schließlich ist Methan etwa 25 Mal wirksamer als CO2.

Die Abschaffung spare der Gas-Branche jährliche Kosten in Höhe von 17 bis 19 Millionen US-Dollar, heißt es aus der EPA. Eine für die Milliarden-Konzerne bescheidene Summe und auch ein Grund, warum Unternehmen wie BP, ExxonMobil und Shell an die US-Regierung appellierten, die Regelungen beizubehalten. Ähnlich hatten bereits große amerikanische Autokonzerne reagiert, als Trump die Aufweichung von Emissionsgrenzwerte für Pkw ankündigte.

Trump dreht die Zeit zurück

Mit der Methan-Entscheidung streicht der US-Präsident erneut eine wichtige Klimaschutzmaßnahme seines Vorgängers Barack Obama. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte Trump den „Clean Power Plan“ gestoppt, durch den Emissionen aus Kohlekraftwerken gesenkt werden sollten.

Die ehemals mächtige Umweltbehörde EPA krempelte er in kurzer Zeit um, strich das Budget um ein Viertel und setzte ehemalige Lobbyisten der Kohle-, Öl- und Gasindustrie ein.

Bergbau und Kraftwerke statt Bäume in Alaska

Auch Trumps neuester Plan dürfte die Erderhitzung weiter anheizen. Wie die Washington Post berichtet, hat der US-Präsident seinen Landwirtschaftsminister angewiesen, einen Teil des Regenwaldes Alaskas zur Abholzung freizugeben. Damit würde eine seit 20 Jahren geltende Abholzungsbeschränkungen aufgehoben. Es handelt sich um fast 6,8 Millionen Hektar, eine Fläche fast so groß wie Bayern.

Damit würde dort der Weg freigemacht für Bergbau und Kraftwerke. Der Schutz der Bäume im Tongass National Forest im Südosten des Bundesstaates Alaska hatte US-Präsident Bill Clinton 2001 festgeschrieben und den Bau von Straßen in einem besonders geschützten Gebiet verboten.

Republikanische Politiker sind bislang stets an einer Aufweichung des Schutzes gescheitert. Nun könnte es so weit sein, auch aufgrund des Drängens von Mike Dunleavy, republikanischer Gouverneur des Bundesstaats.

Trump befeuert Klima-Migration

Was Trump nicht gefallen dürfte: Mit seiner Klimapolitik befeuert er ein Problem, das er stets als größte Bedrohung der USA bezeichnet: Migration. Der Weltklimarat fürchtet selbst bei optimistischen Schätzungen jedes Jahr „extreme Meeresspiegel-Ereignisse“ wie Wirbelstürme und Überschwemmungen. Und in dessen Folge 280 Millionen Flüchtlinge. 

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (cw) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 26 / Herbst 2019 | "Nachhaltige Lebensstile" | Jetzt lesen Download

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