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14.05.2020

Die Krise zeigt: Abfallvermeidung ist notwendiger denn je

Die Coronakrise wirft Licht auf Bedeutung systemrelevanter Berufe. Dazu gehört auch der Bereich der Abfallwirtschaft. VABÖ beleuchtet, welche Änderungen die Krise mit sich gebracht hat und warum wir unsere übermäßige Produktion von Müll gerade jetzt überdenken sollten.

Die Maßnahmen zur Einschränkung von COVID-19 betreffen auch die Abfallwirtschaft. Die Hausabholungen von Restmüll, Biomüll, gelber Tonne/gelbem Sack und Altpapier waren in den letzten Wochen in ganz Österreich durchgehend sichergestellt und die Entsorgungssicherheit gewährleistet. Auch Entsorgungsmöglichkeiten für Altglas und Metall waren weiterhin gegeben. Die größten Einschränkungen betrafen – und betreffen – vor allem die Sammelzentren für Altstoffe und Wertstoffe.

Was tun mit kontaminiertem Müll?

In der Krise stellt sich auch die Frage, was mit (möglicherweise) kontaminiertem Müll zu tun ist. Hie sollten Haushalte mit positiv auf COVID-19 getesteten Personen auf eine Mülltrennung verzichten, so die Empfehlung (mehr dazu auf tirol.orf.at; Tipps vom Land Steiermark; Infoblatt der OÖ. Umweltprofis). Die Entsorgung von Mund-Nasen-Masken und benutzten Taschentüchern muss stets über den Restmüll geschehen.

Tipps zur Abfallvermeidung

Illegal abgeladener Müll war in letzter Zeit leider keine Seltenheit. Vielerorts wurde zudem festgestellt, dass mehr Müll in den Privathaushalten anfällt, so etwa in der Steiermark. Um die Müllmengen im eigenen Haushalt zu vermindern, kann man sich an ein paar ganz einfache Regeln halten. Hier ein paar Tipps: abfallarm und bewusst regional einkaufen, einen Wochenplan für die Küche erstellen und Speisen selbst zubereiten, Lebensmittel richtig lagern,  regional und unverpackt einkaufen oder liefern lassen, zu Mehrweg statt Einweg greifen, und dennoch anfallende Abfälle genau trennen und das Volumen reduzieren. Bei Lagerung von zu entsorgenden Lithium-Ionen-Akkus muss an die Brandgefahr gedacht werden – die Pole sollten demnach abgeklebt werden und die einzelnen Akkus getrennt gelagert werden.

Auch wenn es schwer fiel, war es in den letzten Wochen eher nicht angesagt zu entrümpeln oder große Umbaumaßnahmen zu beginnen, bei denen viele Abfälle anfallen. Da die Sammelzentren vielerorts nur eingeschränkt in Betrieb sind, sollte man damit auch jetzt noch etwas warten.

Fazit: Was nehmen wir mit?

Seit die schrittweisen Lockerungen der Maßnahmen begonnen haben, heißt es auch im Bereich der Abfallwirtschaft wieder aufatmen. Dennoch sind wir von der vollständigen Normalisierung noch ein gutes Stück weit entfernt. Jede/r einzelne EinwohnerIn kann dazu beitragen, dass die Abfallwirtschaft entlastet wird – und das nicht nur  zu Krisenzeiten. Denn noch nie wurde soviel produziert wie heute, und vieles davon ist im Grunde unnötig. Damit etwas überhaupt zum Abfall werden kann, müssen wir es zuvor besitzen. Wenn wir also vor jeder Neuanschaffung überlegen, ob wir das Produkt wirklich brauchen, lassen sich einige Fehlkäufe wie ungetragene Kleidungsstücke oder nie verwendete Küchengeräte vermeiden. Bewusster Konsum ist das Schlüsselwort. Dazu gehört auch, beim Aussortieren zu überlegen, was wiederverwendbar ist und anstatt im Müll zu landen etwa im lokalen Re-Use-Shop eine/n neue/n BesitzerIn finden könnte. Zu diesem Bewusstsein trägt die Umwelt- und Abfallberatung ein großes Stück bei – während der Krise und darüber hinaus.

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Quelle   VABÖ / Verband Abfallberatung Österreich 2020

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