Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

29.06.2019

Klimaschutz durch Tierschutz

In den Umgang mit Produkten tierischen Ursprungs kommt Bewegung. Studien zu den Klima- und Umweltschäden durch Tiernutzung beunruhigen die Verbraucher. Den Mehraufwand für umwelt- und tiergerechtere Produkte können sie aber nicht allein tragen. Die Politik muss stärkere Anreize setzen. Ein Beitrag von Franz-Theo Gottwald

Tiere für die Erzeugung von Nahrungsmitteln zu nutzen hat eine jahrtausendalte Geschichte. Doch die gesellschaftlich bislang in Kauf genommenen Schäden durch die moderne Tierhaltung für den massenhaften Konsum von Produkten tierischen Ursprungs werden zunehmend als Risiko gesehen.

Ergebnisse aus der Forschung zum Klimaschaden durch Tiernutzung, zur Verunreinigung der Gewässer durch Gülle und zu Gesundheitsgefahren durch Antibiotika in der Tiermast stören den gedankenlosen, sorgenfreien Genuss. Fleisch, Wurstwaren, Milchprodukte und Eier werden für langsam aber stetig breiter werdende Bevölkerungskreise problematisch.

Nahezu kein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Massenmedium auf die Risiken und Nebenwirkungen dieser Produkte hinweist. Meist enden die Beiträge mit dem Hinweis: Essen Sie weniger und dafür qualitativ hochwertigere Nahrungsmittel, die von Tieren stammen, die unter Gesichtspunkten des Tier- und Umweltschutzes besser gelebt haben als industriell üblich.

Doch es geht auch anders: Schon jetzt liegen Erzeugnisse in den Theken von Fleischereifachgeschäften, Supermärkten und Discountern, die mit einem Tierwohl-Label ausgezeichnet sind. Anders als bei Massenware werden dadurch tiergerechtere Lebensbedingungen für Hühner, Schweine, Rinder oder Fische garantiert.

Nicht zu schweigen von der schnell wachsenden Zahl von Bioprodukten tierischer Herkunft. Noch anspruchsvollere Haltungsbedingungen, noch schonendere Behandlungen im Krankheitsfall und ein noch pfleglicherer Transport von Tieren in der Landwirtschaft sind bei Bioprodukten offensichtlich machbar.

Bio-Fleisch kostet erheblich mehr

Der Lebensmittelhandel sucht verstärkt nach Partnerschaften mit zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem Deutschen Tierschutzbund, Pro Vieh oder Vier Pfoten, die es ermöglichen, Tierisches als Nahrungsmittel in Verkehr zu bringen, das moralisch besser verantwortet werden kann als übliche Ware.

Diese genügt zwar meistens den Mindestanforderungen, die der Gesetzgeber an Erzeuger und Verarbeiter hat, sowie dem Lebensmittelstandard. Aber dem Anliegen, dass es den Tieren zu Lebzeiten verantwortbar und ganzheitlich gut geht, wird bei den meisten – nicht speziell geprüften – Waren nicht entsprochen.

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

Zurück zur Übersicht

Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Franz-Theo Gottwald) 2019 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! Professor Franz-Theo Gottwald lehrt und forscht zu Agrar- und Bioethik an der Berliner Humboldt-Universität. Er leitet seit 1987 die Schweisfurth Stiftung in München.  

Das könnte sie auch interessieren