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© Juli Eberle / TUM | Prof. Jia Chen und ihr Team entwickelten ein hochaufgelöstes CO₂-Flussmodell, das zeigt, dass im Jahresdurchschnitt die Stadtvegetation rund 2 % der städtischen CO₂-Emissionen kompensieren.

Stadtbäume können im Sommer mehr CO₂ aufnehmen als Autos ausstoßen

Wie viel Kohlendioxid binden Parks sowie einzelne Bäume in der Stadt und wie viel setzen sie frei?

Um diese Frage zu beantworten, haben Forschende der Technischen Universität München (TUM) ein hochaufgelöstes biogenes CO₂-Flussmodell entwickelt. Dabei zeigte sich, dass in München im Jahresdurchschnitt etwa zwei Prozent der städtischen Emissionen durch die Vegetation kompensiert werden. Stadtbäume erzielen die größte Wirkung; Grasflächen hingegen sind oft Netto-CO₂-Quellen.

Unter allen Vegetationstypen tragen Stadtbäume dem Modell zufolge am stärksten dazu bei, die Kohlendioxidbelastung in der Stadt zu senken. An einigen Sommertagen kann ihre Aufnahmeleistung den Ausstoß des Münchner Stadtverkehrs decken und zeitweise sogar übertreffen. Weil die Bodenatmung die Photosynthese übersteigt, setzen Grasflächen hingegen im jährlichen Mittel mehr Kohlendioxid frei als sie binden und gelten daher als CO₂-Quelle. Jia Chen, Professorin für Umweltsensorik und Modellierung, und ihr Doktorand Junwei Li haben von April 2024 bis Februar 2025 biosphärische Feldmessungen in städtischen Parks durchgeführt, um ihre Modellergebnisse zu überprüfen.

Bäume als CO₂-Senken, Grasflächen als Netto-Quellen

Bisherige biogene Flussmodelle basieren meist auf Satellitendaten mit einer Auflösung von etwa 500 Metern. Dadurch lassen sich kleinere Grünflächen oder einzelne Bäume in der Stadt kaum erfassen und die tatsächliche Vegetationsfläche wird deutlich unterschätzt. Die Forschenden der TUM haben ein Modell entwickelt, das CO₂-Flüsse im Stadtgebiet mit einer Auflösung von zehn Metern darstellt und damit die städtische Vegetation genauer abbilden kann als bisherige Modelle. Zukünftig sollen die Methoden, die neben München auch in Zürich eingesetzt wurden, auf andere Städte übertragen werden.

„Die aktuelle Studie verdeutlicht, dass urbane Vegetation äußerst heterogen ist. Erst unsere hochaufgelöste Analyse zeigt, welche Flächen tatsächlich klimawirksam sind“, sagt Jia Chen, Professorin an der TUM School of Computation, Information and Technology. „Natürlich muss man die Ergebnisse in einem Gesamtkontext sehen. Grünflächen bieten im Vergleich zu versiegelten Flächen weitere Vorteile. Sie senken unter anderem im Sommer die Temperatur in der Stadt, dienen als Versickerungsfläche und steigern die Lebensqualität.“

Die Forschungsergebnisse entstanden in Zusammenarbeit mit der Universität Basel, der EMPA und dem DLR, mit Unterstützung durch das EU-Projekt „ICOS Cities“.

Quelle

TUM | Technische Universität München 2026

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