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21.07.2019

Wie Städte die Hitze meistern können

Die nächste Hitzewelle ist im Anmarsch. Besonders in den Städten kann es für die Menschen gefährlich werden. Das Rote Kreuz hat deswegen ein 96 Seiten starkes Handbuch rausgegeben, wie die Stadtoberen ihre Bewohner in Zukunft besser schützen können.

„Hitzewellen sind leise Killer“, warnt Francesco Rocca vom Internationalen Roten Kreuz gegenüber der New York Times. Denn Hitze tötet vor allem die Menschen, die bereits schwächer sind. Junge, Alte, Arme und chronisch Kranke bedürfen eines besonderen Schutzes bei Temperaturen von 38 Grad und mehr. Dabei stellen vor allem dicht bebaute Städte ein Risiko dar. Denn in den asphaltierten Häuserschluchten heizt sich das Wetter besonders stark auf. Deswegen hat das Rote Kreuz ein 96 Seiten langes Handbuch für Städte und ihre Verwaltungen rausgegeben, mit dem die Stadtoberen sich wirksam auf Hitzewellen vorbereiten und diese meistern können, um ihre Bewohner besser zu schützen.

Darin machen die Autoren insbesondere auf die Gefahren der Nacht aufmerksam. Denn bei zu hohen Temperaturen, selbst zu später Stunde, hat der Körper nicht ausreichend Möglichkeiten sich abzukühlen. Die Autoren machen aber auch deutlich, dass Hitzewellen oft Tage bis Wochen vorhersehbar sind und Verantwortliche in den Städten deswegen genug Zeit haben wirksame Maßnahmen einzuleiten.

Über Risiken und Vorsichtsmaßnahmen aufklären

Dabei geht es vor allem um ein wirksames Zusammenspiel verschiedener städtischer und privater Einrichtungen und deren Mitarbeiter. Von Angestellten der Stadt, über Meteorologen, Medien, Ärzte und Pfleger, Feuerwehr und Polizei, bis hin zu Verantwortlichen in der Bildung bedarf es einer engen Kommunikation. Diese seien auch dafür zuständig die Bevölkerung über Risiken und Vorsichtsmaßnahmen aufzuklären.

Entsprechend seien Bildungsmaßnahmen einer der Kernpunkte, um die Gefahren durch die Hitze abzumildern. Dafür sollten laut Roten Kreuz speziell Menschen eingestellt und geschult werden, um das Wissen in der Bevölkerung zu verbreiten. Einfache Verhaltensweisen, wie das Trinken von genug Wasser im Gegensatz zu Alkohol und Koffein, das Tragen von leichter Kleidung und Kopfbedeckungen und das Aufhalten in kühleren Räumen, soll gezielt vermittelt werden. Ebenfalls wichtig: Maßnahmen, wie das Schließen und verdunkeln von Fenstern auf Sonnenseite am Tage und eine gute Durchlüftung in der Nacht.

Museen als kühlende Orte

Während einer Hitzewelle rät das Rote Kreuz zur engmaschigen Begleitung gefährdeter Personen. Das geschulte Personal oder auch Freiwillige sollten dabei auf die überlebenswichtigen Verhaltensweisen achten. Wird es für die gefährdeten Personen an ihren Wohnorten zu heiß, könnten Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden. So bieten sich zum Teil Museen und andere öffentliche Räume als kühlende Orte an.

Auch müssen sich Städte auf einen gestiegenen Elektrizitätsverbrauch während Hitzewellen gefasst machen. Klimaanlagen, Ventilatoren und andere kühlende Geräte laufen in dieser Zeit auf Hochtouren. Für ärmere Menschen sollte es dabei die Möglichkeit geben einen Erlass auf zu hohe Stromrechnungen zu erhalten. Für alle Menschen der Stadt müssten die Verantwortlichen derweil genügend kostenloses Trinkwasser zur Verfügung stellen.

Mehr grüne und autofreie Zonen

Dafür bedarf es langfristiger Planungen, wie dem Aufbau eines dichten Trinkwassernetzes über öffentliche Spender und dem Einbezug privater Unternehmer, zum Beispiel aus der Gastronomie. Weitere langfristige Maßnahmen sind weiß bemalte Oberflächen, die das Sonnenlicht besser reflektieren, mehr Grünanlagen und begrünte Dächer sowie autofreie Zonen.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (mf) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 26 / Herbst 2019 | "Nachhaltige Lebensstile" | Jetzt lesen Download

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