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09.10.2019

Wildvogelrückgang in Gärten und Siedlungsrandlagen

BirdLife Österreich rät zu vogelfreundlicher Gartengestaltung.

Viele einst häufige Vogelarten zeigen einen stark rückläufigen Bestandstrend. Die meisten davon bewohnen landwirtschaftlich genutzte Flächen. Prominente Beispiele sind das Rebhuhn (minus 84 Prozent seit 1998) und die Feldlerche, der Vogel des Jahres 2019 (minus 49 Prozent). In Gärten und im Siedlungsrandbereich sind weniger Arten betroffen, doch auch hier sind teils deutliche Rückgänge feststellbar. Besonders dramatisch ist die Situation bei Girlitz (minus 83 Prozent) und Bluthänfling (minus 52 Prozent), beides Finkenvögel, die auf ein reiches Angebot an Wildkräutersamen angewiesen sind. Denn leider wird aus übertriebenem Ordnungssinn nur allzu oft alles „Unkraut“ im Garten entfernt.

Maßnahmen für vogelfreundlichen Garten im Herbst
Im Frühling sind Vögel in einem naturnahen Garten allgegenwärtig. Doch auch im Herbst sollte man sie nicht vergessen und mit den richtigen Maßnahmen unterstützen. Ob es Stieglitze und andere Finken sind, die sich an Samen von Stauden und Wildkräutern laben; Drosseln, die Hetscherln naschen oder Meisen, die überwinternde Insekten aus Pflanzenstängeln und Rindenritzen holen – auch im Herbst und Winter profitiert eine Vielzahl an Vogelarten von vogelfreundlicher Gartengestaltung. „Die Förderung von Wildkräutern und Wildblumen ist eine der wichtigsten Maßnahmen für den Vogelschutz im Garten“, weiß Eva Karner-Ranner von der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich.

Die Samen von Löwenzahn, Disteln, Wegerich, Beifuß und Co. sind unverzichtbare Nahrungsgrundlage für die Körnerfresser unter den Gartenvögeln. „Entscheidend ist es aber, diese auch zur Reife kommen und über den Winter stehen zu lassen“, rät die Expertin. Eine „wilde Ecke“ mit Brennnesseln, Beifuß, Gänsefuß und Disteln dient den ganzen Winter über als natürliches Futter für Wildvögel. Aber auch so manche Zierblumen wie Rudbeckien, Nachtkerzen oder Sonnenblumen bieten den Vögeln im Winter Nahrung, wenn man sie nicht vorzeitig schneidet. All diese Samenstände locken im Winter vor allem Finken, Sperlinge und Ammern an. Auch für die Zugvögel unter ihnen – wie etwa den Girlitz – bieten sie nach deren Ankunft im Vorfrühling eine entscheidende Überbrückung im Nahrungsangebot, bis die ersten frischen Frühlingskräuter zu sprießen beginnen.

Insekten für insektenfressende Wildvögel
In hohlen Pflanzenstängeln überwintern Insekten oder Insektenlarven. „Ihr Stehenlassen über den Winter fördert den Insektenreichtum im Garten“, weiß Karner-Ranner, „denn Kleintiere sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Insektenfresser unter den Vögeln.“ In Laubhaufen, Komposthaufen oder in aufgeschichtetem Strauch- und Baumschnitt können ebenfalls Insekten überwintern. Kleintiere sind nicht nur zur Brutzeit eine wichtige Vogelnahrung, sondern auch im Winterhalbjahr. Selbst Meisen, die als eifrige Futterhausbesucher bekannt sind, benötigen ganzjährig Insekten. Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel sollte in einem Naturgarten ohnehin selbstverständlich sein.

Naschhecken für fruchtfressende Wildvögel
Heckenrosen, Holunder, Vogelbeeren und Pfaffenhütchen sind nur einige Wildsträucher, deren Früchte gerne von Vögeln gefressen werden. Auch über beerentragende Kletterpflanzen freuen sich Amseln, Drosseln und andere Fruchtfresser. „Besondere Bedeutung kommt dem Efeu zu, dessen Früchte mit Winterende reifen und dann zur Verfügung stehen, wenn andere schon längst abgeerntet sind“; weiß Eva Karner-Ranner von BirdLife Österreich und empfiehlt: „Wenn Sie eine Vogelhecke ihr Eigen nennen, dann ist eine frostfreie Periode im Winter die richtige Zeit, diese zu schneiden, denn spätestens ab März beginnen die ersten Heckenvögel mit dem Bau ihrer Nester.“

Die 28-seitige Broschüre „Gefiederte Gäste im Hausgarten“ liefert viele wertvolle Tipps für einen vogelfreundlichen Garten sowie Porträts der 29 wichtigsten Gartenvögel und ist bei BirdLife Österreich unter der Hotline 01-523 46 51 sowie unter office@birdlife.at kostenfrei zu bestellen.

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Quelle   oekonews.at 2019

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