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21.01.2020

Dasselbe in Grün ist keine Lösung

Die Klimakrise ist endlich in aller Munde, doch die Politik macht weiter wie bisher: Neue Fernziele und Aktionspläne, marktbasierte Anreizprogramme, ein paar steuerliche Korrekturen – und die Beschwörung von "grünem" Wachstum.

 Wir brauchen aber eine grundlegende Reform unseres Wirtschaftsmodells.

Die Klimakrise hat 2019 eine nie dagewesene öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Wetterextreme weltweit, Dürresommer in Deutschland, Hunderttausende Jugendliche auf den Straßen und ein hektisch zusammengeflicktes "Klimapaket" einer sichtlich überforderten Bundesregierung haben das Klima zum Dauerthema gemacht. Weniger prominent, aber unübersehbar kam auch das Artensterben in den Fokus durch Themen wie Bienensterben, Pestizideinsatz und eine ökologisch ruinöse Landwirtschaft. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass wir dabei sind, unseren Planeten unbewohnbar zu machen.

Doch die Reaktionen der Politik sind weitgehend die alten: Neue Fernziele und Aktionspläne, marktbasierte Anreizprogramme, ein paar steuerliche Korrekturen – und immer wieder die Beschwörung von mehr Wachstum. Immer mehr Menschen aber wird klar, dass dieses Vorgehen nicht ausreicht, um der fortschreitenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und den wachsenden sozialen Ungleichheiten entgegenzuwirken. Trotz gesunkener Arbeitslosigkeit sind die Einkommensunterschiede hierzulande so hoch wie nie seit der Wiedervereinigung. Und die vom realen Wirtschaftsleben abgekoppelte Finanzwirtschaft betreibt – wie vor dem Bankencrash 2009 – ihre hochspekulativen Geschäfte, sodass die Furcht vor einer neuerlichen Finanzkrise um sich greift.

Das verunsichert die Menschen und sie gehen Bauernfängern in die Falle, die das Gestern versprechen. In einem der reichsten Länder der Welt werden auf diese Weise Wahlen von rechtsradikalen Parteien gewonnen, die den Klimawandel leugnen, Hass und Ausgrenzung propagieren und auf nationale Abschottung setzen.

Ressourcenverbrauch muss insgesamt sinken
Statt fortlaufend das Märchen vom unendlichen Wachstum auf einem endlichen Planeten zu wiederholen, braucht es ein Wirtschaftssystem, das für Stabilität und gerechte Verteilung sorgt, ohne dabei von Wirtschaftswachstum abhängig zu sein. Denn Wachstum geht immer einher mit einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs, den wir uns schlicht nicht mehr leisten können, wenn wir unser Überleben auf diesem Planeten sichern wollen.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ 2020 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! Gastbeitrag vonOlaf Bandt, Martin Kaiser, Kai Niebert

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