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20.11.2019

Die Europäische Investitionsbank steigt aus der fossilen Finanzierung aus, Sie auch?

Die Europäische Investitionsbank (EIB) steigt ab 2022 aus der Finanzierung aller fossilen Projekte aus. Die Bundesregierung wollte ursprünglich, dass die EIB weiterhin langfristig Erdgasprojekte finanzieren solle und nur aus Erdöl und Kohle austeigen solle. Umso mehr wiegt dieser Erfolg als Beitrag für den Klimaschutz. Von Hans-Josef Fell

Möglicherweise hat auch die neueste Studie der Energy Watch Group (EWG) dabei eine Rolle gespielt, denn sie belegt, dass Erdgas aus Sicht des Klimaschutzes keineswegs besser ist, als Kohle und Erdöl.

Zwar hat die Bundesregierung durchgesetzt, dass der fossile Ausstieg der EIB erst 2022 greift. Bis dahin werden leider noch große Erdgasprojekte finanziert, was aufzeigt, dass es Union und SPD weiterhin mit dem Klimaschutz nicht ernst meinen. Die Windkraft wird platt gemacht, aber Erdgas weiter mit deutschen Steuergeldern subventioniert.

Außerdem legen die neuen Kreditrichtlinien der EIB Schlupflöcher fest, sodass auch über 2021 Kraftwerke gefördert werden könnten, wenn sie den Grenzwert von 250 Gramm CO2 pro Kilowattstunde bezogen auf ihre gesamte Lebensdauer nicht übersteigen. Dies bietet ein potentielles Schlupfloch für Gaskraftwerke, die diesen Grenzwert erreichen könnten, wenn sie dem Erdgas anteilig Wasserstoff und/oder Biomethan beimischen. Da die Bank zukünftigen Gasprojekten die Auflage macht, dass „glaubhafte Pläne für eine spätere hauptsächliche Nutzung klimafreundlicher erneuerbarer Gase“ vorliegen müssen, bleibt jedoch zu hoffen, dass etwaige Schlupflöcher nicht zu groß werden.

Dennoch ist der Durchbruch zum fossilen Ausstieg der EIB ein großer Erfolg. Er setzt sich positiv ab von der Entwicklung in der Welt, wo die meisten Großbanken die Finanzierungen für fossile Energieprojekte seit dem Pariser Klimaabkommen sogar noch erhöht haben. Darunter sind auch deutsche Großbanken, insbesondere die Deutsche Bank.

Nun sind weitere politische und unternehmerischen Bankenentscheidungen wichtig, um endlich einen großflächigen Ausstieg aus der Finanzierung der fossilen Projekte hinzubekommen. Entsprechender Druck aus der Bevölkerung auf Politiker*innen und Bankenmanager*innen muss also weiter aufrechterhalten werden.

Die Verantwortung von Privatpersonen ist trotz dieser EIB-Erfolgsmeldung ungebrochen groß. Weit über die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist so vermögend, dass sie Gelder anlegen oder sparen können. Hier geht es um hunderte Milliarden Euro, die über Banken oder Finanzfonds entweder für den Klimaschutz oder eben zur weiteren Aufheizung der Atmosphäre dienen.

Wissen Sie persönlich wie Ihre Geldanlagen (wenn Sie denn welche haben) eingesetzt werden?

Es ist wichtig, dass alle Sparer*innen und Geldanleger*innen Verantwortung für den Klimaschutz zeigen und keine Anlagen und Spareinlagen mehr bei denen machen, die noch in Erdöl, Erdgas, Erdöl, Atomkraft, Giftchemie oder Waffen investieren. Ja, natürlich sind die Anlagen oft undurchsichtig. Aber es gibt immer mehr Möglichkeiten zur Unterstützung, um im Dschungel der Geldanlagen die ethisch sauberen und klimaschützenden Anlagen zu finden – auch für private Anleger.

So hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) eine Neuauflage der FNG-Broschüre zum Einstieg in die nachhaltige Kapitalanlage herausgegeben. Die Broschüre kann in gedruckter Form kostenlos beim FNG bestellt werden und steht zudem auf der Website des FNG zum Download zur Verfügung.

Auch Öko-Invest aus Wien bietet seit 1991 umfangreiche Informationen zu nachhaltigen Geldanlagen an.

Machen Sie es der EIB und anderen Banken nach, die nicht mehr in fossile Geschäfte investieren. Ziehen Sie ihre Anlagevermögen aus unethischen und klimazerstörenden Finanzprodukten ab. Unterstützen Sie auch mit Ihrem Ersparten direkt ethisch saubere Investitionen. Wir alle tragen persönlich finanzielle Verantwortung, nicht nur Politiker*innen und Bankmanager*innen.

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