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04.01.2020

Drei AKW wurden im Dezember 2019 in Europa stillgelegt

Windkraft ist jetzt in Deutschland auf Platz 1 der Stromquellen

Entgegen der selbst von der LMU München und sogar der Süddeutschen Zeitung transportierten Propagandaaussagen von Prof. Sinn vom Münchner Ifo-Institut werden nicht viele neue AKW in „der Welt gebaut“. Jedoch wurden im Dezember 2019 drei in Europa stillgelegt:

  • AKW Mühleberg, Schweiz, Siedewasserreaktor, 373 MW netto, 1972 in Betrieb genommen und am 20. Dez .2019 endgültig abgeschaltet
  • Ringhals - II, Schweden, Druckwasserreaktor, 867 MW netto, 1970 in Betrieb genommen wurde am 30.12.2019 stillgelegt
  • Philippsburg II, Baden-Württemberg, Druckwasserreaktor, 1402 MW netto, 1984/85 in Betrieb genommen und stillgelegt am 31.12.2019

Nach vorläufigen Zahlen der IAEA wurden im Jahr 2019 weltweit fünf AKW abgeschaltet (die drei im Dez. stillgelegten AKW sind da noch nicht mitgezählt) und fünf AKW in Betrieb genommen. Mit dem Bau von drei AKW (China, Iran, Russland) wurde begonnen. Da es meistens noch Nachmeldungen gibt, ist mit den endgültigen Zahlen erst Ende Januar 2020 zu rechnen.

Auch in Schweden ist damit bald die Hälfte aller AKW abgeschaltet. Das Land erzeugt jetzt zwei Drittel seines Stroms aus Erneuerbaren Energien.

Das Weiterlaufenlassen der AKW in Deutschland und anderswo ist nicht egal

1. Das RISIKO des AKW-Betriebs ist unverantwortbar groß. Mit RISIKO wird das Produkt aus Wahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bezeichnet. Vermutlich und hoffentlich ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls à la Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986) oder Fukushima (2011) gering. Wenn es aber doch zu einem solchen Unfall kommt, ist der Schaden riesig. Je nach Unfallablauf (mit oder ohne Brand und Explosion) und Wetter (Windrichtung) sind Menschen auch noch in 50 oder 100 und mehr km Entfernung betroffen. Es kann viele Tote geben oder auch nur die Verstrahlung und Unbewohnbarkeit von einem oder mehr Landkreisen. Deswegen bieten die Haftpflichtversicherungen den AKW nur eine geringe Deckungszusage, die bloß einen Brauchteil der Schäden decken würde, wie wir sie in Tschernobyl oder Fukushima erlebt haben. Im Fall des Falles werden viele ihre Häuser und Werte verlieren und auf Almosen und den Staat angewiesen sein.

2. Jeden Tag erzeugt ein Reaktor rd. 70 Kilogramm hoch radioaktiven Atommüll. In ihm steckt mehr Radioaktivität als insgesamt im undichten Atommüllversuchsendlager Asse II ist. Täglich macht ein laufender Reaktor also mehr neuen Atommüll, wenn man die Strahlung als Maßstab nimmt, als die Asse mit ihren 126.000 Fässern enthält.

Die Windkraft wurde im Jahr 2019 zu Deutschlands Stromquelle Nummer 1

2019 wurde in Deutschland die Rekordzahl von rund 127 Milliarden Kilowattstunden (Terawattstunden = TWh) Windstrom erzeugt. Nach vorläufigen Zahlen des Freiburger Fraunhoferinstituts ISE und des BDEW wurde dank der bis zum Jahr 2017 guten Investitionen in neue Windkraftanlagen und dank des guten Windes im Jahr 2019 die Windkraft die Stromquelle Nummer 1. Dies machte es möglich, dass die Kohlekraftwerke etwa ein Viertel weniger Strom und weniger Treibhausgas CO2 erzeugten.

Immer wenn wir viel Solar- und Windstrom erzeugen, werden die Gas- und Kohle- und zunehmend auch die Atomkraftwerke gedrosselt. Das nutzt der Umwelt, doch die alten Stromkonzerne verlieren Umsätze. Und die Lobby von Atom, Erdgas und Kohle ist erfolgreich. Sie hat es geschafft, dass der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft stark ausgebremst wurde. Und das, obwohl neue große PV- und Windkraftanlagen den Strom für 4 bis 6 Cent je Kilowattstunde und somit preiswerter als jedes andere neue Kraftwerk liefern.

Ob wir je erfahren, ob diese gemeinwohlschädliche Lobbyarbeit nur mit Worten geschah?

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