Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

22.06.2020

Hungerbekämpfung und Klimaschutz bilden ein Duett – kein Duell

Die Ernährungsgewohnheiten von Menschen bilden einen Sektor, der so stark wie kein anderer mit dem Klimawandel verbunden ist. 

So wirkt sich der Ausstoß von Treibhausgasen auf sämtliche Lebensgrundlagen aller Menschen aus und geht dabei mit dem Ernährungssektor über die Veränderung der Landschaft und der generellen Verfügbarkeit von Lebensmitteln einher. Allein in Deutschland ist die Landwirtschaft für ein Fünftel aller klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich – weltweit sind es 11 Prozent bzw. 30 Prozent einschließlich Transport und Landnutzung. Andererseits ist die Landwirtschaft der einzige Sektor, der gleichzeitig mittels Photosynthese der Pflanzen zur Reduzierung der CO2-Emissionen beiträgt und damit Teil der Lösung ist.

„Um bei KonsumentInnen ein Bewusstsein über die Klimabilanz einzelner Lebensmittel zu schaffen, ist die Einführung einer CO2-Ampel eine sinnvolle Maßnahme”, stellt Marcel Strecker in seinem Polis180-Beitrag zu den beiden Sustainable Development Goals (SDGs) „Kein Hunger" und „Klimawandel" fest. Er beleuchtet den Zusammenhang dieser beiden Herausforderungen und betrachtet dabei zunehmende Ernteausfälle als Folge des Klimawandels und zeigt Lösungsvorschläge in der Landwirtschaft und den Ernährungsgewohnheiten zur wirkungsvollen Unterstützung beider Ziele.

Ressourcenschonende Produktionsweisen, die Vermeidung von globalen Lieferketten, eine Abkehr von struktureller Lebensmittelverschwendung und die Förderung von innovativen, umweltfreundlichen Technologien sind hierzu der Schlüssel. Sogenannter „Öko-Hightech” könnte „von Ländern des globalen Südens adaptiert werden, um die Widerstandsfähigkeit gegen Dürren zu erhöhen und die Wahrscheinlichkeit von Ernteausfällen zu verringern”, so Marcel Strecker. Dafür sollten Finanzhilfen bereitgestellt werden. 

Klimafreundliche Lebensmittel sollten indessen geringer besteuert werden, während für die Klimasünder in den Supermarktregalen ein höherer Steuersatz gezahlt werden muss. Dies gilt insbesondere für tierisch erzeugte Lebensmittel, die mit einer hohen Flächennutzung und hohen Treibhausgasen verbunden sind.

Letztlich wirkt sich eine klimafreundliche Ernährung auch positiv auf die Verfügbarkeit von Lebensmitteln aus, was wiederum hungernden Menschen weltweit zu Gute kommt. Im Ergebnis zeigt sich, dass das Erreichen des „Kein Hunger-Ziels" entgegen mancher Befürchtungen nicht zwingend mit einem starken Anstieg von Treibhausgasen verbunden ist. Hierzu veranschaulicht Marcel Strecker, dass nur wenig zusätzlicher CO2-Ausstoß entsteht, wenn Menschen der Armut entkommen und sich ihre Ernährungssituation verbessert.

Eine Reihe von Lebensmitteln mit einem positiven Gesundheitseffekt wie z.B. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse und Olivenöl haben den geringsten Umwelteinfluss.

  • Der Polis-Brief „Hungern für den Klimaschutz?" steht hier zum Download zur Verfügung. Dieser ist Teil einer Publikationsreihe unseres Programms „Klima und Energie" über Handlungsempfehlungen zu den UN-Nachhaltigkeitszielen aus junger Perspektive.

 

Zurück zur Übersicht

Das könnte sie auch interessieren