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16.11.2019

CO2-freier Wasserstoff kann günstiger als bislang angenommen

Bei der Suche nach Alternativen zu CO2-intensiven fossilen Brennstoffen besitzt Wasserstoff ein erhebliches Potenzial. Nach Aussage von Wissenschaftlern der Universität Mannheim habe Wasserstoff damit das Potenzial, zu einem wichtigen Baustein bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen in der Industrie und Mobilität zu werden.

Das Gas bietet eine Energieplattform für viele Anwendungen, dar­unter als Kraftstoff für den Verkehr, Ausgangsbrennstoff in der chemischen Industrie und Energiespeicher für die Stromerzeugung. Während Wasserstoff durch verschiedene Prozesse gewonnen werden kann, hat eine Erzeugung aus erneuerbarem Strom über ein Power-to-Gas-Verfahren den Vorteil, dass der Wasserstoff frei von Kohlendioxidemissionen ist. Bislang wurde eine solche Erzeugung von Wasserstoff jedoch als zu teuer angesehen.

Über das Potential und den jüngsten Kostenrückgang von alternativen Antrieben wie Wasserstoff-Brennstoffzellen diskutierten während der Nürnberger Konferenz Mitte Oktober namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Hubert Aiwanger, Bayerischer Staats­minister für Wirtschaft, Landes­entwicklung und Energie sagte, die bayerische Regierung sei bestrebt, alternative Antriebe einschließlich Wasserstoff-Brennstoffzellen zu unterstützen und plane den massiven Netzausbau von Wasserstoff-Tankstellen.

Die Konferenz wurde von Prof. Stefan Reichelstein von der Universität Mannheim und von Veronika Grimm, Professorin für Wirtschafts­wissenschaften an der Universität Nürnberg-Erlangen eröffnet. Stefan Reichelstein erklärte in seinem Vortrag, wie Wasserstoff CO2-frei und gleichzeitig rentabel produziert werden kann. Mit Hilfe von kombinierten Systemen aus einer Wind- oder Solar-Anlage mit einer modernen Power-to-Gas-Anlage könne CO2-freier Wasserstoff viel günstiger hergestellt werden als bislang angenommen, so der Energie-Experte. Damit habe Wasserstoff das Potential, zu einem wichtigen Baustein bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen in der Industrie und Mobilität zu werden.

„Unsere Ergebnisse lassen mich die Vorhersage bekräftigen, dass die Entwicklung für Wasserstoff im kommenden Jahrzehnt ähnlich rasant ablaufen mag wie für Wind- und Solarenergie in den Neunziger Jahren“, sagte Reichelstein.

Chris Goodall, ein britischer Autor und Investor auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, präsentierte in seiner Rede Teile seines neuen Buches über erneuerbare Energien und Wasserstoff. Prof. Dr. Tim Hosenfeldt, Senior Vice President für Innovation und Zentrale Technologie bei der Schaeffler AG, betonte, wie wichtig es sei, dass die deutsche Industrie schnell Fortschritte mache und internationale Standards setze.

Dr. Gunther Glenk, Assistenzprofessor am MISES, sprach über seine Arbeit zur „Ökonomie reversibler Brennstoffzellen“. Diese ermöglichen es, Elektrizität aus Wasserstoff und Wasserstoff aus Elektrizität zu erzeugen. Während die Stromerzeugung aus Wasserstoff als zu teuer angesehen wurde, zeigte Dr. Glenk, dass reversible Brennstoffzellen Strom zu wettbewerbs­fähigen Preisen liefern können. Reversible Anlagen könnten dann beispielsweise in Zeiten Strom erzeugen, in denen die Erzeugung bei Wind- und Solaranlagen nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

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Quelle   Universität Mannheim 2019

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