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US-Forscher wollen Stratosphäre düngen

US-amerikanische Forscher wollen Diamanten in den Himmel schießen. Was sich wie ein Witz anhört, ist ein ernsthafter Plan.

Forscher der Harvard-Universität bereiten eine Injektion mit sogenannten Aerosolen in der Stratosphäre in 20 Kilometern Höhe vor – zunächst mit Wasser, das eine ein Kilometer breite und zehn Kilometer lange Eiswolke bilden soll, dann mit Calciumkarbonat im Jahr 2022 und schließlich, in weiterer Zukunft, mit Aluminiumoxid oder Diamantenstaub. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian.

Damit stellen die US-Wissenschaftler das bislang größte Solar-Geoengineering-Programm der Welt auf, um das Potenzial der Risiko-Technologie abzuschätzen. 20 Millionen Dollar (18,5 Millionen Euro) sind dafür veranschlagt. Einer der Finanziers ist Bill Gates. Ziel ist, den Kühlungseffekt eines Vulkanausbruchs zu simulieren – ein Effekt, der eines Tages womöglich vonnöten sei, wenn die Welt die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad bis zum Ende des Jahrhunderts verfehlen sollte.

Mit dem sogenannten Radiation Management (RM) soll der globale Strahlenhaushalt beeinflusst werden, indem zum Beispiel Schwefel in die Atmosphäre ausgebracht wird und die Schwefelpartikel einen Teil der Sonnenstrahlung reflektieren. Dadurch soll eine schnelle Temperatursenkung auf der Erde ermöglicht werden. Kritiker warnen jedoch vor unabsehbaren Folgen für das Klimasystem der Erde – Dürren, veränderte Niederschlagsmuster oder Ernteausfälle könnten die Folge sein. Auch würde das Abhalten der Sonnenstrahlen nichts daran ändern, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre und in den Meeren zunimmt und die Ozeane versauern.

Das Programm wurde auf einer Konferenz mit mehr als 100 Wissenschaftlern in Washington diskutiert.

/Wikimedia Commons | Hugh Hunt | Das Prinzip klingt einfach, aber die Folgen sind nicht absehbar: Forscher tüfteln daran, Aerosole in die Stratosphäre zu schießen, um die Sonnenstrahlen abzuhalten.
Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (bra) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden! 

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