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19.04.2020

Weizen wird stressresistenter und gesünder

Pflanzenforscher der Cornell University haben einen Winterweizen entwickelt, der einen höheren Nährwert hat als bisherige Sorten und in höchstem Grad widerstandsfähig gegen negative Umwelteinflüsse wie Dürre, Kälte und Salz ist.

Der neue Weizen enthält mehr Fruktan als üblich. Das ist ein Ballaststoff, der wichtig ist für die gesunde Ernährung von Menschen. Er stärkt zudem die lebenswichtigen Darmbakterien. In Weizen sorgt er dafür, dass dieser Trockenheit unbeschadet übersteht.

Aufwendige Phenotypisierung

Lynn Veenstra und ihr Team haben den neuen Weizen mit einer besonders schnellen Technik gezüchtet. Normalerweise muss jede Generation phenotypisiert werden. Das heißt, der ausgewachsene Weizen wird in einem langwierigen Prozess auf seine Eigenschaften überprüft. Dahinter steht die Beantwortung der Frage, was ihm der letzte Züchtungsschritt an Verbesserungen gebracht hat. In diesem Fall haben die Forscher primär die Veränderung des Fruktan-Anteils überprüft.

Veenstra wählte mit der genomischen Selektion einen anderen Weg. Dabei dienen bestimmte genetische Marker als Auswahlkriterien. Darunter versteht man kurze DNA-Abschnitte, deren Ort im Genom bekannt ist und die gemeinsam mit einer Eigenschaft (zum Beispiel einem Gen) vererbt werden. Damit lassen sich Eigenschaften einer Pflanze in einem frühen Wachstumsstadium nachweisen. Die Auswahl kann bereits kurz nach dem Keimen getroffen werden. Gleichzeitig will man sicherstellen, dass andere Eigenschaften wie Ausbeute und Resistenz gegen Krankheiten nicht leiden.

Nutzen für Farmer und Verbraucher

Die Experten wollen untersuchen, wie stabil die Fruktane - es gibt drei, die sich sehr ähnlich sind - während der Verarbeitung zu Nahrungsmitteln sind. So können Hefen, wie sie zum Backen eingesetzt werden, Fruktane anreichern. Davon hängt ab, wieviel Fruktan noch in einem Laib Brot zu finden ist. "Ich glaube, dass sowohl Farmer als auch Verbraucher einen Nutzen aus Weizen mit hohem Fruktan-Anteil ziehen können", sagt sie. Bauern profitierten von der erhöhten Stressresistenz der Pflanzen, Verbraucher von der verbesserten Darmflora.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion "pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2020 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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