{"id":1869,"date":"2020-04-11T08:30:09","date_gmt":"2020-04-11T06:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sonnenseite.com\/zukunft\/globale-kologische-wende-a-trends-und-perspektiven.html"},"modified":"2020-04-11T08:30:09","modified_gmt":"2020-04-11T06:30:09","slug":"globale-kologische-wende-a-trends-und-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sonnenseite.com\/de\/zukunft\/globale-kologische-wende-a-trends-und-perspektiven\/","title":{"rendered":"Globale \u00f6kologische Wende \u2013 Trends und Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>Ostern ist das Fest der Auferstehung Christi. Ist es vielleicht auch ein Fest zur Auferstehung gro&szlig;er Ideen  und des Beginns gro&szlig;er Taten in Richtung einer globalen &ouml;kologischen Wende?&nbsp;Die Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer globalen &ouml;kologischen Wende erneut verdeutlicht. Ein Bericht von Udo E. Simonis<\/p>\n<p> <!--more--> <\/p>\n<p><strong>Prolog<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>&bdquo;Wer achtlos das Virus weitergibt, gef&auml;hrdet das Leben seiner Gro&szlig;eltern. Wer achtlos CO<sub>2<\/sub> freisetzt, gef&auml;hrdet das Leben seiner Enkel&ldquo;. Mit diesem aktuellen Vergleich hat Hans Joachim&nbsp; Schellnhuber nach Ausbruch der Corona-Pandemie pointiert ausgedr&uuml;ckt, dass es&nbsp; in beiden F&auml;llen &ndash; der Klima-Krise und der Corona-Krise &ndash; um Generationengerechtigkeit und um wechselseitige Solidarit&auml;t gehen muss.&nbsp; Dar&uuml;ber hinaus macht die Corona-Pandemie die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer globalen &ouml;kologischen Wende erneut &uuml;berdeutlich:<\/p>\n<ul>\n<li>Der weltweite Biodiversit&auml;tsverlust f&uuml;hrt nicht nur zum dramatischen Verlust ungest&ouml;rter Lebensr&auml;ume und zum Aussterben vieler endemischer Arten &ndash; die &bdquo;Spezialisten&ldquo;.<\/li>\n<li>&Uuml;berlebende &ndash; beziehungsweise Sieger &ndash; bleiben die sogenannten &bdquo;Generalisten&ldquo; (wie z.B. viele Fledermausarten), die Wirte f&uuml;r potentiell gef&auml;hrliche Corona-Viren sind.<\/li>\n<li>Die Massentierhaltung forciert mit ihren Emissionen nicht nur den Klimawandel und die Zerst&ouml;rung von Lebensr&auml;umen, sie erh&ouml;ht auch die Gefahr der Entstehung von Viren, die f&uuml;r den Menschen gef&auml;hrlich sind.<\/li>\n<li>Die Corona-Krise offenbart, dass die Natur nicht grenzenlos vom Menschen beherrschbar ist. Diese Erkenntnis erfordert das vertiefte Nachdenken &uuml;ber einen behutsameren Umgang mit der Natur und die generelle Einsicht, dass unser Wirtschaftssystem nicht autonom ist, sondern als Teil des &Ouml;kosystems Erde konzipiert werden muss.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Corona-Krise hat weltweit zu einer Quarant&auml;ne-Situation gef&uuml;hrt, in der jeder Einzelne und auch alle Wirtschaftsunternehmen und staatlichen Institutionen vor der Frage stehen: &bdquo;Wie wollen wir zuk&uuml;nftig leben und arbeiten&ldquo;? Die bisherige Behandlung der Pandemie hat immerhin vor Augen gef&uuml;hrt, was politischer Wille, wenn er denn da ist, bewegen kann &ndash; doch sie hat erneut die weitreichende Verweigerungshaltung der (nationalen wie der internationalen) Politik entbl&ouml;&szlig;t, was den Umweltschutz im Allgemeinen und den Klimaschutz im Besonderen betrifft.<\/p>\n<p><strong>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><strong>Grenzerreichung &#8211; Grenz&uuml;berschreitung<\/strong><\/p>\n<p>Was die M&ouml;glichkeit einer &bdquo;globalen &ouml;kologischen Wende&ldquo; angeht, schien die Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 ein Meilenstein zu werden. Sie brachte das Konzept der nachhaltigen Entwicklung (<em>sustainable development<\/em>) in die Debatte und f&uuml;hrte zu grundlegenden internationalen Vereinbarungen &uuml;ber Klima, Biodiversit&auml;t und Desertifikation.<\/p>\n<p>Aber auch 28 Jahre nach dieser Konferenz ist es &ndash; trotz partieller Erfolge &ndash; nicht gelungen, die Entwicklungspfade in Deutschland, Europa und der Welt systematisch so auszurichten, dass fundamentale &ouml;kologische Grenzen beachtet und auch eingehalten werden. Der Widerspruch, dass trotz immer wieder ge&auml;u&szlig;erter guter Absichten in Wirklichkeit bedrohliche &ouml;kologische Trends fortbestehen, l&auml;sst erahnen, wie gro&szlig; inzwischen die Herausforderungen sind &ndash; auf der nationalen, der regionalen und der globalen Ebene.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Beschreibung der globalen &ouml;kologischen Situation sind Indikatoren des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbelastung von zentraler Bedeutung. Mit dem &bdquo;&Ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck&ldquo; (<em>ecological footprint<\/em>) wird die erneuerbare biologische Kapazit&auml;t, mit dem &bdquo;&Ouml;kologischen Rucksack&ldquo; (<em>ecological rucksack<\/em>) der mit der Produktion einhergehende Naturverbrauch gemessen. Beide Indikatoren zeigen F&auml;lle massiver globaler Grenzerreichung (<em>limits to growth<\/em>) und &Uuml;berlastung der nat&uuml;rlichen Umwelt (<em>overshoot<\/em>) auf &ndash; und begr&uuml;nden so erneut und immer wieder den Ruf nach einer &bdquo;globalen &ouml;kologischen Wende&ldquo; (<em>global ecological turn-around<\/em>).<\/p>\n<p>Angesichts dieser Trends d&uuml;rfte es zun&auml;chst sehr wichtig sein, den Begriff &ouml;kologische Wende st&auml;rker als bisher in den Blickpunkt des (umwelt-)politischen Handelns zu stellen. Nur auf diese Weise k&ouml;nnen tiefgreifende &ouml;konomische und soziale Transformationsprozesse angesto&szlig;en werden. Solche Prozesse bergen jedoch enorme politische Herausforderungen, die bisher nicht oder nur selten im gesellschaftlichen Diskurs reflektiert werden. Dennoch sind die Antworten auf den Ruf nach einer globalen &ouml;kologischen Wende &auml;u&szlig;erst vielf&auml;ltig &ndash; wenn auch nicht immer einander erg&auml;nzend formuliert oder gar harmonisierend ausgestaltet.<\/p>\n<p>Im Folgenden soll an Hand von vier ausgew&auml;hlten Beispielen die Geschichte und die Vielfalt der vorgebrachten Ideen und Konzepte zu einer globalen &ouml;kologischen Wende vorgestellt und diskutiert werden &ndash; verbunden mit der Frage, ob und wie daraus in Zukunft (mit Erfahrung der Corona-Pandemie) vielleicht doch bessere, nachhaltige L&ouml;sungen entstehen k&ouml;nnten.<\/p>\n<p><strong>2. Gesellschaftsvertrag f&uuml;r eine gro&szlig;e Transformation<\/strong><\/p>\n<p>Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver&auml;nderungen (WGBU) begr&uuml;ndet in seinem Hauptgutachten von 2011 die Notwendigkeit einer gro&szlig;en globalen Transformation, wozu ein neuer Gesellschaftsvertrag zu schlie&szlig;en sei (WBGU 2011).<\/p>\n<p>Ein &bdquo;Gesellschaftsvertrag&ldquo;, dieses hypothetische Konstrukt der klassischen Vertragstheorie von Thomas Hobbes, John Locke bis Jean-Jacques Rousseau, wird vom WBGU so re-interpretiert, dass Individuen und Zivilgesellschaft, Staat und Staatengemeinschaft, Wirtschaft und Wissenschaft kollektive Verantwortung f&uuml;r die Vermeidung der Klimakatastrophe und f&uuml;r die &ouml;kologische Bewahrung des Planeten Erde &uuml;bernehmen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Die &bdquo;Gro&szlig;e Transformation&ldquo;, das Konzept des &Ouml;konomen Karl Polanyi zur Analyse der ersten Industriellen Revolution, wird vom WBGU normativ um-gedeutet: Ein radikaler Umbau der nationalen &Ouml;konomien und der Weltwirtschaft innerhalb spezifischer &bdquo;planetarischer Leitplanken&ldquo; m&uuml;sse die &Uuml;berforderung und den Zusammenbruch der globalen &Ouml;kosysteme vermeiden helfen.<\/p>\n<p>Wie kann ein neuer Gesellschaftsvertrag entstehen? Wie kann eine gro&szlig;e Transformation in Gang kommen? Dem WBGU ist in seinem Gutachten zur ersten Frage einiges, zur zweiten sehr viel eingefallen.<\/p>\n<p>Man nimmt die Demokratiebewegungen in zahlreichen L&auml;ndern der Welt als Beleg daf&uuml;r, dass unhaltbare Zust&auml;nde schnell &bdquo;kippen&ldquo; k&ouml;nnen. Die kohlenstoffbasierte Weltwirtschaft ist solch ein unhaltbarer Zustand, weil sie die Stabilit&auml;t des Klimasystems und damit die Existenzgrundlagen k&uuml;nftiger Generationen gef&auml;hrdet. Die zuk&uuml;nftige Transformation hin zur Klimavertr&auml;glichkeit sei daher moralisch ebenso geboten, wie die historische Abschaffung der Sklaverei und die &Auml;chtung der Kinderarbeit es waren. Nur m&uuml;sse dazu der Strukturwandel von Wirtschaft und Gesellschaft auf geeignete Art und Weise &ouml;kologisiert werden. Wie kann eine solche &bdquo;&ouml;kologische Wende&ldquo; gelingen, wie sollte das geschehen?<\/p>\n<p>Der WBGU pl&auml;diert insbesondere f&uuml;r die priorit&auml;re Verst&auml;rkung der praktizierten Klimapolitik in drei wichtigen Transformationsfeldern: (a) Energie, (b) Urbanisierung und (c) Landnutzung.<\/p>\n<p>Zehn Ma&szlig;nahmenb&uuml;ndel mit gro&szlig;er strategischer Hebelwirkung sollen die Transformation zur Klimavertr&auml;glichkeit von Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen: Sie reichen vom &bdquo;Gestaltenden Staat mit erweiterter Partizipationsm&ouml;glichkeit der B&uuml;rger&ldquo;, &uuml;ber eine &bdquo;Globale CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung&ldquo;, die &bdquo;Europ&auml;isierung der Energiepolitik&ldquo;, den &bdquo;Ausbau erneuerbarer Energien&ldquo;, die &bdquo;Nachhaltige Gestaltung der weiteren Urbanisierung&ldquo;, die &bdquo;Klimavertr&auml;gliche Landnutzung&ldquo;, die &bdquo;Internationalisierung der Klima- und Energiepolitik&ldquo; bis hin zu einer &bdquo;Internationalen Kooperationsrevolution&ldquo;.<\/p>\n<p>Wissenschaftler sehen auch nach umfangreicher eigener Arbeit immer noch weiteren Forschungsbedarf &ndash; und so wird denn auch noch mehr &bdquo;Forschung &uuml;ber die Transformation&ldquo; selbst, wie auch spezifische &bdquo;transformative Forschung&ldquo; eingefordert.<\/p>\n<p>Insgesamt also das, was man einen gro&szlig;en Wurf nennen kann. Das WBGU-Gutachten ist eine sprudelnde Quelle anregender Ideen und vielf&auml;ltiger Handlungsempfehlungen. Fehlt noch etwas? Vor allem wohl eine &uuml;berzeugende Antwort auf die Frage, wie die Arbeit von Wissenschaftlern nicht nur die Kabinettsebene erreichen kann, sondern auch die deutsche Gesellschaft, die Europ&auml;er, die Weltb&uuml;rger &ndash; um sie wirklich auf den Weg zu bringen: die Gro&szlig;e Transformation.<\/p>\n<p><strong>3. &Ouml;kologische Wende &ndash; &uuml;berall ?<\/strong><\/p>\n<p>Das Jahrbuch &Ouml;kologie 2013 verfolgt einen anderen, pragmatischeren Ansatz (Wende &uuml;berall, 2012). Ob eine tiefgreifende Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft &ndash; eine umfassende &bdquo;&ouml;kologische Wende&ldquo; &ndash; m&ouml;glich und wahrscheinlich sei, wird mit einer expliziten Hypothese eingegrenzt: Es werde ganz sicherlich manche <em>Vorreiter<\/em>, aber auch viele <em>Nachz&uuml;gler <\/em>und zahlreiche <em>Sitzenbleiber<\/em> geben.<\/p>\n<p>Dieses einpr&auml;gsame &bdquo;Dreier-Bild&ldquo; ergibt sich dann auch bei der Analyse der j&uuml;ngsten Entwicklungen in Deutschland in verschiedenen Bereichen: bei Energie, Verkehr und Mobilit&auml;t, bei Landwirtschaft und Ern&auml;hrung, bei Wirtschaft und Wissenschaft, bei der Frage nach Bewusstsein und Kultur &ndash; bei der Frage nach der Wende in den K&ouml;pfen und Herzen der Menschen.<\/p>\n<p>Beim Vergleich der aktuellen Wendedynamik in diesen Bereichen zeigen sich gewisse Gemeinsamkeiten, vor allem aber gro&szlig;e Unterschiede. Zum Themenbereich <em>Energie<\/em> ist in Deutschland nach der Dreifachkatastrophe von Fukushima (&bdquo;3\/11&ldquo;) eine rege, vielseitige, aber auch kontroverse Debatte im Gange, die ihre internationale Auswirkung unter anderem darin fand, dass die New York Times den deutschen Begriff &bdquo;Energiewende&ldquo; nicht mehr ins Englische &uuml;bersetzt, sondern zu einem Sprachspezifikum macht &ndash; &auml;hnlich den deutschen Begriffen &bdquo;Kindergarten&ldquo; und &bdquo;Rucksack&ldquo;.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\"><em>Ausstieg<\/em>, <em>Umstieg<\/em> und <em>Einstieg<\/em> &ndash; das sind die zentralen Themen der Energie-Debatte: Ausstieg aus der Atomenergie; Umstieg auf relativ saubere Kohle- und Gasenergie; Einstieg in erneuerbare Energien: in Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Geothermie.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">Der <em>Ausstieg<\/em> erhielt nach dem Beschluss von 2011 durch Regierung und Parlament eine &uuml;berw&auml;ltigende Zustimmung seitens der Zivilgesellschaft. Der <em>Umstieg<\/em> wird bef&ouml;rdert vom allgemeinen technischen Fortschritt und staatlichen Standards, aber auch vom Eigeninteresse der (wenigen) Gro&szlig;unternehmen der Energiewirtschaft zum Erhalt ihrer wirtschaftlichen Position. Der <em>Einstieg<\/em> findet Zustimmung von vielen neuen Unternehmen (besonders bei Sonne, Wind, Geothermie), von Gemeinden und Genossenschaften (bei Wind, Biomasse) und von der Eigenaktivit&auml;t vieler Hausbesitzer und Mieter (Gr&uuml;ne D&auml;cher, Photovoltaik).<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">Nichts Vergleichbares dagegen im Themenbereich <em>Verkehr<\/em>, der in dem Jahrbuch zudem eine Wende anderer Art erf&auml;hrt: Es m&uuml;sse um eine &bdquo;Mobilit&auml;tswende&ldquo; gehen, verstanden als notwendige Verschmelzung von Energie- und Verkehrswende.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">Der Themenbereich <em>Landwirtschaft<\/em> und <em>Ern&auml;hrung<\/em> entpuppt sich trotz mancher Erfolge im Bio- und Fair-Trade-Segment noch immer als stark wende-resistent, sodass der entsprechende Beitrag im Jahrbuch zu einem neuen, fordernden Pl&auml;doyer f&uuml;hrt.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">In der <em>Wirtschaft<\/em> als Ganzes eine &ouml;kologische Wende zu konstatieren erwies sich als unm&ouml;glich, doch am Beispiel zweier Sektoren &ndash; bei<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">Biobaumwoll-Bekleidung und bei &Ouml;kostrom &ndash; konnte gezeigt werden, wie ein erfolgreiches nachhaltigkeits-orientiertes Unternehmertum aussehen kann.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">Die Frage nach der Wende in der <em>Wissenschaft<\/em> f&uuml;hrt zu einer massiven Philippika gegen die verkrusteten disziplin&auml;ren Strukturen und Interessen, die transformative &ouml;kologische Forschung und Lehre nicht oder nur punktuell haben gedeihen lassen.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\"><em>Vorreiter<\/em>, <em>Nachz&uuml;gler<\/em> und <em>Sitzenbleiber<\/em>, das also ist das vorfindliche Muster bei der Betrachtung der Entwicklung der verschiedenen Sektoren (Bereiche) in Deutschland &ndash; das ist die Antwort auf die Frage nach Stand und Dynamik der &bdquo;&ouml;kologischen Wende&ldquo; auf nationaler Ebene.<\/p>\n<p class=\"Grundschriftez\" align=\"left\">Nicht anders d&uuml;rfte die Antwort lauten, w&uuml;rde man die Frage nach der &ouml;kologischen Wende auf globaler Ebene stellen. Doch die Frage wird hier anders gestellt &ndash; nicht nach den Verursachern der Umweltprobleme, sondern nach deren Effekten.<\/p>\n<p><strong>4. Globale &ouml;kologische Situation<\/strong><\/p>\n<p>Der Global Environment Outlook (GEO 5) des UN-Umweltprogramms beschreibt den Status und die Trends der verschiedenen Segmente der globalen &Ouml;kologie (UNEP 2012). Bei der Mehrzahl der in dieser umfangreichen Studie betrachteten &Ouml;kologiesegmente haben sich gegen&uuml;ber GEO 4 &ndash; und mehr noch gegen&uuml;ber GEO 1 &ndash; durchwegs weitere Verschlechterungen ergeben, keine Verbesserungen.<\/p>\n<p>Das gilt f&uuml;r die global relevanten Emissionen (insbesondere die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen) und die globale Ressourcennutzung im Allgemeinen, f&uuml;r erneuerbare Ressourcen (wie vor allem Fischbest&auml;nde) und f&uuml;r nichterneuerbare Ressourcen (wie unter anderem Metalle) im Besonderen, die ein historisches Maximum erreicht haben und weitreichende &Uuml;bernutzungen (<em>overuse<\/em>) oder Grenz&uuml;berschreitungen (<em>overshoot<\/em>) bedeuten.<\/p>\n<p>Dieses Grundmuster der globalen &Uuml;berlastung von &Ouml;kosystemen und der &Uuml;bernutzung von Ressourcen wird auch vom International Resource Panel der Vereinten Nationen best&auml;tigt. In einem ersten Bericht konnte es zwar einzelne Versuche der absoluten Entkopplung von Bruttosozialprodukt und Ressourcennutzung (<em>resource decoupling<\/em>) beziehungsweise von Bruttosozialprodukt und Umweltbelastung (<em>impact decoupling<\/em>) ausmachen, aber keine bedeutenden oder gar beeindruckenden Erfolge ausweisen (IRP 2011).<\/p>\n<p>In den letzten hundert Jahren hat die weltweite Extraktion von Baumaterialien um den Faktor 34, die von Eisen und Mineralien um den Faktor 27, die von fossilen Brennstoffen um den Faktor 12 und die Nutzung der Biomasse um den Faktor 3,6 zugenommen. Diese Expansion des Verbrauchs nat&uuml;rlicher Stoffe und der damit erzeugten industriellen Produkte hat zu weitreichenden &ouml;kologischen Belastungen und Zerst&ouml;rungen gef&uuml;hrt: zu Luftverschmutzung, Klimawandel, Boden- und Wasserdegradation, Verlust an biologischer Vielfalt, um nur einige der Effekte zu nennen. Nur eine absolute Entkopplung des Bruttosozialprodukts (BSP) von der Nutzung dieser Stoffe k&ouml;nnte zum Schutz des Ressourcenbestandes und zur Entlastung der nat&uuml;rlichen Umwelt beitragen.<\/p>\n<p>In den in der Studie (IRP 2011) n&auml;her untersuchten zwei Industriel&auml;ndern &ndash; in Deutschland und Japan &ndash; lie&szlig;en sich zwar gewisse Elemente einer &bdquo;Entkopplungsstrategie&ldquo; ausmachen, aber nur ganz bescheidene Erfolge einer absoluten Entkopplung. In den untersuchten zwei Entwicklungsl&auml;ndern &ndash; in China und S&uuml;dafrika &ndash; gab es weder eine Strategie noch einen messbaren Erfolg im Sinne des <em>resource decoupling<\/em> und des <em>impact decoupling.<\/em><\/p>\n<p>Das hei&szlig;t: Industriel&auml;nder wie Schwellen- und Entwicklungsl&auml;nder sind weiterhin auf Konfliktkurs zu Natur und Umwelt. Von einer durchgreifenden globalen &ouml;kologischen Wende kann man also (noch) nicht sprechen. Dies hat vielf&auml;ltige Gr&uuml;nde, die im Bewusstsein der Menschen und ihren vordergr&uuml;ndigen, kurzfristigen Interessen liegen, aber auch &ndash; und vielleicht vor allem &ndash; in einer Politik, die den globalen umweltpolitischen Herausforderungen (noch) nicht gewachsen ist.<\/p>\n<p><strong>5. Global Environmental Governance<\/strong><\/p>\n<p>Trotz unz&auml;hliger Konferenzen und mehrerer internationaler Vertr&auml;ge seit der ersten UN-Umweltkonferenz in Stockholm 1972 &ndash; seit 48 Jahren also &ndash; liegt, so meine ich sagen zu m&uuml;ssen, ein gravierendes Problem in der bisher etablierten Global Environmental Governance.<\/p>\n<p>Als entscheidender Beleg f&uuml;r diese Behauptung kann die UN-Konferenz in Rio de Janeiro im Juni 2012 (&bdquo;Rio + 20&ldquo;) gelten.<\/p>\n<p>Zwei zentrale Themen waren auf die Tagesordnung dieser Konferenz gesetzt worden: &bdquo;Gr&uuml;nes Wirtschaften im Kontext nachhaltiger Entwicklung und Armutsbek&auml;mpfung&ldquo; und &bdquo;Institutionelles Rahmenwerk f&uuml;r nachhaltige Entwicklung&ldquo;. Das UN-Umweltprogramm (UNEP) hatte sich viel M&uuml;he gegeben und zwei Jahre lang Experten aus Entwicklungs- und Industriel&auml;ndern &uuml;ber ein schl&uuml;ssiges Konzept nachdenken lassen. Das Ergebnis war ein Bericht mit einem sprachlichen und inhaltlichen Kompromiss: Gr&uuml;n sei eine Wirtschaftsweise, &bdquo;die das menschliche Wohlbefinden steigert und zu mehr sozialer Gerechtigkeit f&uuml;hrt, w&auml;hrend sie gleichzeitig Umweltrisiken und &ouml;kologische Knappheiten erheblich verringert&ldquo;.<\/p>\n<p>Kein schlechter Ausgangspunkt f&uuml;r eine &bdquo;&ouml;kologische Wende&ldquo;, f&uuml;r einen globalen Gesellschaftsvertrag und eine gro&szlig;e Transformation &ndash; so k&ouml;nnte man meinen. Doch weit gefehlt. Diese Definition wurde nicht ernsthaft zur abgleichenden Diskussion gestellt, sondern mit allen m&ouml;glichen Vorurteilen befrachtet. Wir leben ganz offensichtlich nicht mehr in Zeiten eines rationalen Diskurses, die politische Stimmung in Rio war regelrecht vergiftet, das gegenseitige, internationale Vertrauen ging weitgehend verloren.<\/p>\n<p>Die Staatengemeinschaft hat sich in Rio dann aber doch auf die Unterst&uuml;tzung des Konzepts der &bdquo;gr&uuml;nen Wirtschaft&ldquo; (<em>green economy<\/em>) verst&auml;ndigt. Und dies trotz heftigen Widerstandes gro&szlig;er Teile der fossil- und atombasierten Industriewirtschaft, aber auch von Teilen der Zivilgesellschaft, die darin Neo-Kolonialismus, Greenwashing, Protektionismus oder Konditionalisierung der Finanzhilfen sahen (sehen wollten). Nach dem Schlussdokument (Paragraph 56) soll &bdquo;gr&uuml;ne Wirtschaft&ldquo; als wichtiges Instrument genutzt werden, wo es &ndash; ich zitiere &ndash; &bdquo;die nationalen Umst&auml;nde erlauben&ldquo;.<\/p>\n<p>Es geht also nach Rio 2012 nicht, wie man &bdquo;gr&uuml;ne Wirtschaft&ldquo; auch h&auml;tte definieren k&ouml;nnen, um geringeren Ressourcenverbrauch und sinkende Schadstoffemission, um reduzierten Energieeinsatz, niedrigere CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Kopf &nbsp;und geringere technische Risiken &ndash; es geht um ein Instrument! Und dieses Instrument soll weiteres quantitatives Wachstum der Wirtschaft generieren. Wirtschaftswachstum mag unter g&uuml;nstigen Bedingungen dazu beitragen, die auf der Welt weiterhin bestehende Armut zu verringern, was aber wird dann mit den nat&uuml;rlichen &Ouml;kosystemen und den Ressourcenbest&auml;nden geschehen?<\/p>\n<p>Immerhin: Das UNEP soll gest&auml;rkt und aufgewertet werden. Doch eine UN-Sonderorganisation &ndash; wie WHO, ILO oder FAO &ndash; wird daraus nicht werden. Insbesondere die USA, aber auch Kanada, Russland und Japan blockierten in Rio diese m&ouml;gliche politische Innovation. Die UN-Vollversammlung kann nun die universelle Mitgliedschaft im UNEP und eine bessere Finanzierung des Programms beschlie&szlig;en. Die M&ouml;glichkeiten des UNEP, umweltpolitische Koordinierungsaufgaben zu &uuml;bernehmen und ein Fr&uuml;hwarnsystem f&uuml;r sich zuspitzende Umweltprobleme zu sein, k&ouml;nnen auf diese Weise &ndash; wenn&lsquo;s gut geht &ndash; gest&auml;rkt werden. Doch die f&uuml;r eine effektive globale Umweltpolitik notwendige Kompetenz erh&auml;lt das UNEP so ganz gewiss nicht &ndash; und eine Parit&auml;t zwischen den &ouml;konomischen und den &ouml;kologischen Interessen in dieser Welt wird damit nicht bef&ouml;rdert.<\/p>\n<p><strong>Fragt man nach den Gr&uuml;nden f&uuml;r die in Rio erneut offen zutage getretene strukturelle Handlungs<em>un<\/em>f&auml;higkeit der internationalen Staatengemeinschaft in Bezug auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit, so kommen drei gravierende Governanceprobleme in den Blick:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Der Horizont der G 8- und G 20-Staaten hat sich angesichts der akuten Finanz- und Verschuldungskrisen mehr und mehr auf kurzfristiges Krisenmanagement verengt.<\/li>\n<li>Die Regierung der USA ist angesichts interner ideologischer Blockaden nicht mehr zu einer rationalen F&uuml;hrungsrolle in der Lage; Europa, das diese Rolle &uuml;bernehmen m&uuml;sste, spricht nicht mit einer Stimme, ist (umwelt-)politisch (noch) nicht koh&auml;rent genug.<\/li>\n<li>Die geostrategische Neupositionierung der Welt &ndash; absteigende M&auml;chte im Westen, aufsteigende M&auml;chte in Osten &ndash; blockiert die global notwendige Integration von &Ouml;kologie und &Ouml;konomie, von Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der WBGU hat diese eklatante Misere auf den Punkt gebracht: &bdquo;Das Ergebnis ist eine internationale F&uuml;hrungs- und Vertrauenskrise, <em>eine G 0-Welt<\/em>, in der keine F&uuml;hrungskraft mehr wirkungsvoll die Initiative ergreift und keine handlungsf&auml;higen Koalitionen zustande kommen.&ldquo;<\/p>\n<p><strong>6. Ausblick: Kollaps oder planetarische Kooperation<\/strong><\/p>\n<p>Man wird angesichts dieser Entwicklungen unweigerlich an Jared Diamond erinnert, der in seinem epochalen Buch &bdquo;Kollaps&ldquo; die historischen Zusammenbr&uuml;che von Gesellschaften vergleichend analysiert hat. Die Frage, warum Menschen und Gesellschaften dumme Dinge tun, ist die zentrale Frage seines Buches. Diamond beantwortet diese Frage mit einer Stadien-Theorie katastrophentr&auml;chtiger Entscheidungsprozesse:<\/p>\n<ol>\n<li>Es kann sein, dass eine Gesellschaft ein Problem nicht voraussieht;<\/li>\n<li>eine Gesellschaft will ein Problem nicht wahrnehmen;<\/li>\n<li>eine Gesellschaft mag ein Problem zwar erkennen, aber keine angemessene Anstrengung unternehmen, es auch zu l&ouml;sen;<\/li>\n<li>die Eliten schotten sich von den Folgen ihrer eigenen Handlungen ab, was eine Verst&auml;ndigung &uuml;ber die notwendige Transformation behindert und den Zusammenbruch beschleunigt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei der Frage der &Uuml;bertragung der Erkenntnisse &uuml;ber historische Zusammenbr&uuml;che auf die Gegenwart ist Diamond jedoch eher zur&uuml;ckhaltend: Zwischen Fr&uuml;her und Heute g&auml;be es schlie&szlig;lich Unterschiede &ndash; in den Problemen selbst, wie aber auch in der Reaktion darauf. Sein Optimismus gr&uuml;ndet in den modernen Kommunikationsm&ouml;glichkeiten. Wir seien heute im Vergleich zu fr&uuml;her in der Lage, von anderen Gesellschaften zu lernen, die in Zeit und Raum weit voneinander entfernt sind. Er sagt nicht, wir sollten, nein, er meint wir werden (!) uns daf&uuml;r entscheiden, diesen einzigartigen Vorteil auch zu nutzen.<\/p>\n<p>Zur strategischen Absicherung eines solchen strukturellen Optimismus pl&auml;diert der WBGU in seinem Gutachten f&uuml;r eine planetarische Zusammenarbeit &ndash; fordert daf&uuml;r aber nichts weniger als eine &bdquo;Internationale Kooperationsrevolution&ldquo; (<em>revolution in international<\/em> <em>cooperation<\/em>) ein.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Diamond, Jared: <em>Kollaps.<\/em> <em>Warum Gesellschaften &uuml;berleben oder<\/em> <em>untergehen<\/em>. Erweiterte Neuauflage. Frankfurt am Main 2011.<\/li>\n<li>International Resource Panel (IRP): <em>De<\/em><em>coupling Natural Resource Use and Environmental Impacts from Economic Growth<\/em>. Geneva 2011.<\/li>\n<li>Schellnhuber, Hans Joachim: <em>Wir brauchen einen Klima-Corona-Vertrag<\/em>. Interview mit Joachim Wille. In: Frankfurter Rundschau, 26. M&auml;rz 2020, S. 26.<\/li>\n<li>United Nations Environment Programme (UNEP): <em>Global Environment<\/em> <em>Outlook<\/em> (GEO 5). Nairobi 2012.<\/li>\n<li><em>Wende &uuml;berall? Von Vorreitern, Nachz&uuml;glern und Sitzenbleibern<\/em>. Jahrbuch &Ouml;kologie 2013. Stuttgart 2012.<\/li>\n<li>Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver&auml;nderungen (WBGU): <em>Welt im Wandel<\/em>. <em>Gesellschaftsvertrag f&uuml;r eine Gro&szlig;e Transformation<\/em>. Berlin 2011.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"article-images\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"349\" src=\"https:\/\/www.sonnenseite.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Artenvielfalt02_yulan.jpg\" class=\"alignleft\" alt=\"Depositphotos | yulan | -&#009;Der weltweite Biodiversit&auml;tsverlust f&uuml;hrt nicht nur zum dramatischen Verlust ungest&ouml;rter Lebensr&auml;ume und zum Aussterben vieler endemischer Arten.\" srcset=\"https:\/\/www.sonnenseite.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Artenvielfalt02_yulan.jpg 770w, https:\/\/www.sonnenseite.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Artenvielfalt02_yulan-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.sonnenseite.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Artenvielfalt02_yulan-768x419.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"349\" src=\"https:\/\/www.sonnenseite.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/udo_simonis770_privat.jpg\" class=\"alignleft\" alt=\"privat | Udo E. 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Simonis<\/a>&nbsp;2020 ist Professor Emeritus f&uuml;r Umweltpolitik am&nbsp;<a class=\"contentLink\" href=\"http:\/\/www.wzb.eu\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)<\/a>&nbsp;| <a href=\"https:\/\/www.deutscheumweltstiftung.de\/globale-oekologische-wende\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erstver&ouml;ffentlichung als&nbsp;ePaper bei der Deutschen Umweltstiftung<\/a>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><div class=\"ShariffHeadline\">Diese Meldung teilen<\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8;border-radius:1%\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.sonnenseite.com%2Fde%2Fzukunft%2Fglobale-kologische-wende-a-trends-und-perspektiven%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\";border-radius:1%; 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