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Sonderbericht des Weltklimarats

IASS gibt Empfehlungen zu Klimaschutz und Energiewende.

 

Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht am 8. Oktober einen Sonderbericht zu den Folgen einer Klimaerwärmung um 1,5 Grad. Er nimmt Bezug auf dieses im Pariser Klimaabkommen festgelegte Ziel. Die bereits bekannte Kernaussage: Die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad ist nur mit erheblichen zusätzlichen Anstrengungen realisierbar.

IASS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen zu verschiedenen Klima-Themen: Klima-Governance, Climate Engineering, Luftqualität, Reduzierung klimawirksamer Schadstoffe sowie internationale Energiewende, Kohleausstieg und Strukturwandel. Welche Maßnahmen können die Erderwärmung noch bremsen und uns näher an das 1,5-Grad-Ziel bringen?

CO2 ist nicht der einzige Klimatreiber
Damit die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen erreicht werden, müssten zusätzlich zu CO2 noch weitere Klimatreiber wie Methan, Ruß, Aerosole, bodennahes Ozon und Fluorkohlenwasserstoffe bekämpft werden, sagt Tim Butler, Projektleiter am IASS. „Neben dem positiven Effekt für das Klima entstehen so bedeutende Vorteile für die nachhaltige Entwicklung: Gesundheitsschutz dank besserer Luftqualität, Prävention von Ernteverlusten sowie Vermeidung von klimatischen Kipppunkten, die langfristige Klimafolgen verstärken und die Anpassung an den Klimawandel  erschweren können.“

Mehr über unsere Forschung zu Luftqualität und Klima finden Sie hier.

Tempo, Fairness und Ambition für den Klimaschutz
Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad setzt vor allem eine ambitionierte Politik zur Minderung von Treibhausgasen voraus. Bisher reichen die im Pariser Klimaschutzabkommen getroffenen Selbstverpflichtungen jedoch nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. „Die gute, bereits bekannte Nachricht des IPCC-Reports ist jedoch, dass nach wie vor Wege existieren, das ambitionierte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen – und das, ohne dabei auf technische Wundermittel mit schwer einzuschätzenden Folgen zurückgreifen zu müssen. Nun gilt es, aus den vorhandenen Optionen diejenigen auszuwählen und umzusetzen, die gerecht und demokratisch realisierbar sind“, sagt Kathleen Mar, Projektleiterin am IASS.

Mehr über unsere Forschung zu Klima-Governance finden Sie hier.

Climate Engineering – kein Plan B fürs Klima
Ein Autorenteam um IASS-Direktor Mark Lawrence hat kürzlich in der Zeitschrift Nature Communications eine Studie veröffentlicht, die die Rolle von Climate Engineering beim Erreichen der Klimaziele untersucht. „Die IPCC-Szenarien für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels verwenden eine Kombination verschiedener Ansätze“, erläutert Lawrence. „Dazu gehört die Transformation der Sektoren Energie, Verkehr, Landwirtschaft sowie weiterer Sektoren mit dem Ziel, die Freisetzung von CO2 und anderen Klimatreibern deutlich zu senken. Oft legen die Szenarien auch die großflächige Nutzung von CO2-Abscheidung und -Speicherung zugrunde. Mit dieser Technik sollen die CO2-Emissionen von Kraftwerken und anderen Industrieanlagen verringert werden.

Zudem geht die überwiegende Mehrheit der Szenarien von einer großflächigen Anwendung von Kohlendioxid-Abscheidung aus, einem Ansatz des Klima-Geoengineering, mit dem große Mengen CO2 aus der Umgebungsluft entfernt werden sollen. Beispiele dafür sind die weltweite Aufforstung und Wiederaufforstung sowie die Kombination von Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung. Unser Artikel gelangt zum folgenden Schluss: Wegen der wissenschaftlichen Unsicherheiten und der langen Zeiträume, die für die Entwicklung der entsprechenden Infrastruktur, der nötigen Akzeptanz in der Bevölkerung und eines angemessenen Regulierungsrahmens erforderlich wären, ist keine der vorgeschlagenen Techniken zur Kohlendioxid-Abscheidung als zuverlässiges Instrument für einen bedeutenden Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaabkommen geeignet.“

Mehr über die Studie finden Sie hier.

Umgestaltung des Energiesektors – eine große Herausforderung für das 1.5-Grad-Ziel
Ein besonderer Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf den sozialen Aspekten der Energiewende. „In unserer Demokratie ist die ausreichende Berücksichtigung von Zielen wie Gerechtigkeit, Beteiligung und Sozialverträglichkeit zentral, um die nötigen Emissionsminderungen möglichst schnell auf den Weg zu bringen. Die politische Diskussion ist allerdings noch weitgehend von der Problemstellung geprägt, wie die Energiewende technisch und ökonomisch effizient zu gestalten ist. Es wird zwar zunehmend anerkannt, dass die Energiewende nicht ohne die breite Akzeptanz und die Mitwirkung der Bevölkerung gelingen kann. Diese Erkenntnis muss jedoch sehr viel stärker in den konkreten politischen Entscheidungen Berücksichtigung finden“, betont Daniela Setton, federführende Autorin des Nachhaltigkeitsbarometers. .

Einmal jährlich veröffentlichen das IASS und Partner deshalb das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende, das die Einstellungen, Gerechtigkeitsempfindungen, Erfahrungen und Erwartungen verschiedener Bevölkerungsgruppen in Deutschland im Hinblick auf die Energiewende erfasst. Daraus leiten die Autorinnen und Autoren politische Handlungsbedarfe und Empfehlungen ab.

Mehr über unsere Energiewende-Forschung finden Sie hier.

Quelle

Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS) | 2018

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