Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

15.03.2020

Wie unsere Erde noch zu retten ist

Klimawandel, Artensterben, Umweltkrisen: Der Dalai Lama appelliert an die gemeinsame Verantwortung für unsere Welt!

Kann der Mensch die Klimakatastrophe noch abwenden? Was muss sich im Umgang mit der Natur ändern?

Der Dalai Lama, spiritueller Führer der Tibeter, widmet sich in einem leidenschaftlichen Appell den bedeutenden Fragen unserer Zeit (siehe Buchtipp). „Zwei Ereignisse haben den Dalai Lama und mich veranlasst, dieses neue Buch zu schreiben“, erklärt der Journalist Franz Alt. „Erstens die Umweltenzyklika ‚Laudato si’‘ des Papstes Franziskus, zweitens das Phänomen Greta Thunberg und ihre Millionenbewegung von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt.“

In den letzten Jahrzehnten hat Franz Alt den im Exil lebenden Tibeter 40 Mal getroffen, die beiden verbindet eine enge Freundschaft. HÖRZU fasst die wichtigsten Botschaften  seiner Heiligkeit zusammen:   

Verantwortung und Gemeinsamkeit  

Die sieben Milliarden Menschen müssen lernen zusammenzuleben. Die Zeiten sind vorbei, da man nur an „mein Land“, „mein Volk“, „wir und die da“ dachte. Wir müssen erkennen: Meine Zukunft ist abhängig von der Zukunft anderer und umgekehrt. Unsere Welt beruht zutiefst auf gegenseitiger Abhängigkeit, sowohl was die Wirtschaft betrifft als auch Probleme wie den Klimawandel, der uns alle herausfordert. Ein lokales Problem hat auch globale Bedeutung von dem Moment an, wo es auftritt. Im Angesicht des Klimawandels die Menschheit als Einheit zu begreifen ist der wahre Schlüssel zu unserem Überleben.    

Warmherzigkeit und Mitgefühl

Die Zerstörung unserer natürlichen Ressourcen entsteht durch Ignoranz und Gier und fehlende Achtung vor dem Leben auf der Erde. Es ist unsere gemeinsame Pflicht, die Umwelt vor dem Klimawandel zu retten. Wir müssen einen Ausweg aus der heutigen Sackgasse finden durch ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Verantwortung. Wir brauchen eine Revolution des Mitgefühls, die auf Warmherzigkeit beruht, einem Verständnis für die Zusammengehörigkeit, auf Sorge um das Wohlergehen der anderen und Respekt vor deren Rechten.

Fortschritt und Umdenken

Im letzten Jahrhundert haben wir große materielle Fortschritte erzielt. Aber genau diese führen jetzt zur Umweltzerstörung. Wir brauchen eine neue Balance zwischen Ökonomie und Ökologie, sonst zerstören wir unsere Lebensgrundlagen. Der materielle Fortschritt allein kann unseren psychischen Stress, unsere Angst, Wut und Frustration nicht verringern

Bewusstsein und Lebensstil

 Jeder Einzelne sollte seinen Lebensstil ändern, weniger Wasser und Strom verbrauchen, Bäume pflanzen und den Verbrauch von fossilen Brennstoffen, die in Millionen Jahren entstanden sind, einschränken. Fossiler Brennstoff kann nicht wiederverwendet werden. Deshalb müssen wir erneuerbare Energie wie Sonne, Wind und Geothermie verwenden.

Erziehung und Bildung

Jedes Kind sollte in der Schule lernen, dass seine eigene Zukunft und sein Glück immer auch von Zukunft und Glück anderer abhängen werden. Wir alle leben auf demselben Planeten, unter derselben Sonne und atmen dieselbe Luft. Die Welt braucht heute, schon in der Schule, eine Erziehung zur Wertschätzung der Umwelt, die auf einem vertieften Verständnis beruht, das über Religion hinausgeht. Umwelterziehung muss oberste Priorität haben, da wir alle Zeugen der Zerstörung unseres Ökosystems und eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt sind. Umwelterziehung bedeutet, eine ausgewogene Lebensführung zu lernen. Zurzeit sind unsere modernen Ausbildungssysteme hauptsächlich auf materielle Entwicklung ausgerichtet. Die moderne Ausbildung ist nicht angemessen und beachtet wenig innere Werte..  

Wälder und Naturerlebnis

Wir brauchen grüne Wälder. Sie sind ein großes Geschenk der Natur. Sie tun unserer Seele gut. Im Wald finden wir jene Ruhe, die unser Hirn zur Regeneration braucht. Wälder sind Wasserspeicher, Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten, und sie sind wichtig als Klimamaschine. Die Heilkraft der Wälder wird immer wichtiger. Sind wir von künstlichen Dingen umgeben, ist es schwerer, friedvoll zu bleiben. Als ob wir selbst künstlich geworden wären, entwickeln wir Heuchelei, Argwohn und Misstrauen. In diesem Zustand ist es schwer, echte warmherzige Freundschaft zu entwickeln. Wir brauchen um uns herum Leben, das wächst und blüht und gedeiht. Weil wir als soziale Wesen auch wachsen, blühen und gedeihen wollen.

Greta Thunberg und Hoffnung

Die Motivation der jungen Greta Thunberg, bei den Menschen ein Bewusstsein für die Erderwärmung zu schaffen sowie für die Notwendigkeit, gegen sie zu kämpfen, erachte ich als beachtliche Leistung. Trotz ihres jugendlichen Alters hat sie ein universelles Verantwortungsgefühl, das sie zum Handeln veranlasst und das wunderbar ist. Ich unterstütze deshalb ihre Bewegung „Fridays for Future“. Die jungen Leute haben zwei wesentliche Argumente auf ihrer Seite: ihre Jugend und ihre Lebensperspektive sowie die Wahrheit der Wissenschaft.

Zurück zur Übersicht

Das könnte sie auch interessieren