Laborübergreifender Vergleich belegt höchste Präzision bei der Leistungsmessung von PV-Modulen
Ein aktueller Vergleich der Messergebnisse zeigt: Hersteller geben Leistung von Solarmodulen zu hoch an. Um 1,4 Prozent weichen die Leistungsmessungen von den Herstellerangaben der PV-Module mittlerweile ab.
Ein aktueller Vergleich der Messergebnisse zwischen dem CalLab PV Modules des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) zeigt, dass die beiden Organisationen bei der Leistungsvermessung von Photovoltaik-Modulen durchschnittlich nur weniger als 0,15 Prozent vom Referenzwert abweichen. Die regelmäßigen Vergleiche zwischen unabhängigen Kalibrierlaboren sind essenzieller Bestandteil ihrer Qualitätssicherung, damit sich die PV-Branche auf unabhängige Ergebnisse verlassen kann. Die Leistungsangaben vieler Modulhersteller weichen von den Messungen des Fraunhofer ISE in den letzten Jahren immer stärker ab, im Jahr 2025 betrug die Abweichung im Median rund 1,4 Prozent.

Die Relevanz einer unabhängigen Leistungsüberprüfung für PV-Module ist in den letzten Jahren gestiegen. Seit 2017 wächst die Diskrepanz zwischen der Leistungsangabe vieler PV-Modulhersteller und den Messergebnissen des Fraunhofer ISE und stieg im Jahr 2025 auf eine negative Abweichung von im Median 1,4 Prozent. Ein Forschungsteam des Fraunhofer ISE hatte dafür über 70.000 Leistungsmessungen an Photovoltaik-Modulen ausgewertet, die im Kalibrierlabor des Instituts, CalLab PV Modules, seit 2012 durchgeführt wurden.
»Insbesondere Engineering, Procurement and Construction (EPC) – Dienstleister sind deshalb bei der Wahl ihrer PV-Module auf möglichst präzise, unabhängige Leistungsvermessungen angewiesen, nicht zuletzt, um die getätigten Investitionen abzusichern. Für eine zuverlässige Bewertung der Modulqualität sowie der Leistungs- und Energieeffizienz eingekaufter Module, bildet ein stabiles, rückgeführtes Kalibrierniveau unseres akkreditierten Kalibrierlabors die absolute Grundlage «, so Martin Kaiser, Leiter des CalLab PV Modules am Fraunhofer ISE. »Die jährlichen Ringvergleiche mit der PTB sind für uns einer der wichtigsten Indikatoren, ob wir hier auf dem richtigen Pfad sind.« Bei dem neusten Messvergleich im Dezember 2025 gelang es der Bundesanstalt und dem Kalibrierlabor erneut, eine Abweichung von weniger als 0,15 Prozent auf die ermittelte Leistung (Pmpp) nachzuweisen.
Regelmäßige Rundvergleiche gelten als einer der wichtigsten Nachweise im Bereich der Qualitätssicherung akkreditierter Prüf- und Kalibrierlabore. Aus diesem Grund werden bereits seit vielen Jahren, sowohl auf Solarzell- als auch auf PV-Modulebene, kontinuierlich Messkampagnen zwischen der PTB und dem Fraunhofer ISE zur Sicherung der Qualität und Überprüfung des Kalibrierniveaus durchgeführt. Für den Vergleich vermessen beide Einrichtungen dieselben PV-Module und Solarzellen unabhängig voneinander unter verschiedenen Testbedingungen und gleichen die Ergebnisse ab.
Über die Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Als nationales Metrologieinstitut ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt die oberste Instanz für verschiedene Messgrößen in Deutschland. Als zweitgrößtes Metrologieinstitut der Welt genießt sie in der Forschung rund um die Einheiten und das genaue Messen international hohes Ansehen. Sie ist Dienstleisterin für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, denn in all diesen Bereichen sind zuverlässige Messungen essenziell. Sie berät die deutsche Bundesregierung in allen Fragen des Messwesens. Organisatorisch ist sie eine Ressortforschungseinrichtung und Oberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.







