Viel Karfreitag – wenig Ostern
Die heutige Weltlage bietet viel Karfreitag, aber wenig Ostern: Viel Leid, Kriege, Massensterben, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung, aber wenig Hoffnung und Zuversicht.
Welche Akzente wird in dieser aktuellen Situation Papst Leo XIV. in seiner Osterbotschaft setzen?
Dieser Friedenspapst zeigt immer wieder klare Kante gegenüber den derzeitigen Kriegsherren in Moskau und Washington. Schon am Palmsonntag löste der Papst mit seiner Predigt in den USA große Diskussionen aus. „Jesus“, so sagte der Papst sei der „König des Friedens“, der ohne Wenn und Aber jeden Krieg ablehnt. Gewalt stehe nicht im Einklag mit dem christlichen Glauben.
Zuvor hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich selbst „Kriegsminister“ nennt, ein Gebet gesprochen, in dem er um „überwältigende Gewalt“ gegen die Feinde Amerikas bat und darum, dass „jede Kugel ihr Ziel treffen“ möge. Eine Rechtfertigung des Massenmords im Namen Gottes, die in Wahrheit die größte Gotteslästerung ist.
Und Donald Trump sagte, dass er „keine Versöhnung“ kenne und den Iran „in die Steinzeit zurückbomben“ werde. Auch in Moskau wird der Krieg verherrlicht, wenn dort der russische Patriarch vom „heiligen Krieg“ spricht und im Kriegsherrn Putin „ein Geschenk Gottes“ sieht. In den Zeiten des „zu viel Karfreitag“ aber wird Papst Leo auch und gerade im Jahr 2026 in seiner Osterbotschaft einen anderen Gott preisen als den, zu dem die derzeitige US-Regierung und die Putin-Regierung beten. Der Gott Jesu widerspricht dem Rache- und Kriegsgott dieser Regierungen. Dazu Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung (01. April 2026): „Das ist eine österlich beglückende Erkenntnis, die Hoffnung macht.“
In seiner Predigt am Palmsonntag nannte Papst Leo ein jesuanisches Gottesbild, indem er den Propheten Jesaja zitierte: „Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut.“ Die zentrale Botschaft des Jesus von Nazareth war die bedingungslose Liebe: Selbstliebe, Nächstenliebe, Fernsten-Liebe, Gottesliebe, sogar Feindesliebe. Der Dalai Lama sagt dasselbe in diesen Worten: „Ich kenne nur eine Religion: Ein gutes menschliches Herz.“
Die heutige Welt braucht endlich mehr Ostern. Dann ändert sich alles.








