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© Volkswagen | ID.3 1ST | VW bietet das relativ ungefährliche Kältemittel CO2 in seinen elektrischen ID-Modellen an, aber nur gegen Aufpreis.

Kältemittel: Gefährlich kühl im Auto?

Mit der neuen E‑Auto-Prämie werden auch gesundheits- und umweltgefährliche Kältemittel gefördert, kritisiert die Umwelthilfe. Die Organisation fordert, die Prämie nur für Autos mit dem bereits praxiserprobten Kältemittel CO2 zu zahlen.

Die neue Kaufprämie für Elektroautos, mit der die Bundesregierung die stockende E‑Mobilität wieder ankurbeln will, gerät unter Beschuss. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das Programm – nicht nur wegen der Einbeziehung von Plug-in-Hybriden, deren Klimanutzen seit Langem umstritten ist.

Die Organisation warnt aktuell vor Gesundheits- und Umweltgefahren durch ein in fast allen modernen Auto-Klimaanlagen verwendetes Kältemittel. 

Im Zentrum der Kritik steht der Stoff R1234yf, chemisch 2,3,3,3-Tetrafluorpropen. Er wird seit Jahren in Pkw-Klimaanlagen eingesetzt und hat das frühere Kältemittel R134a weitgehend ersetzt, weil er deutlich klimafreundlicher ist.

Das Problem: Gelangt R1234yf durch Leckagen in die Atmosphäre – etwa bei Defekten, Unfällen oder bei der Verschrottung –, zerfällt es vollständig zur Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA). 

TFA gehört zur großen Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die wegen ihrer extremen Langlebigkeit als „Ewigkeitschemikalien“ gelten. Die Substanz ist wasserlöslich, praktisch nicht abbaubar und reichert sich im Wasserkreislauf an. Umweltfachleute warnen seit Jahren vor steigenden Belastungen in Oberflächengewässern, Böden und Trinkwasserressourcen. 

Brisant ist, dass TFA inzwischen auch toxikologisch kritischer bewertet wird. Der Risikobewertungsausschuss der europäischen Chemikalienagentur Echa kam jüngst zu dem Schluss, dass TFA als fortpflanzungsgefährdend eingestuft werden sollte.

Im Tierversuch zeigten sich Hinweise auf verminderte Fruchtbarkeit und Fehlbildungen bei Nachkommen. Welche Risiken sich daraus konkret für den Menschen ergeben, wird allerdings weiter erforscht.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fordert Konsequenzen. Es sei widersprüchlich, den Kauf von Fahrzeugen mit Steuergeld zu fördern, deren Klimaanlagen langfristig zu einer steigenden TFA-Belastung beitrügen, schrieb Resch am Montag in einem offenen Brief an Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).

Stattdessen solle die Förderung auf Fahrzeuge beschränkt werden, die mit umweltfreundlicheren Kältemitteln arbeiten. Als Alternative nennt die DUH hier Klimaanlagen mit CO2 als Kältemittel, auch als R744 bezeichnet.

R744 erzeugt keine PFAS-Rückstände und ist vergleichsweise klimafreundlich. Der Hersteller Volkswagen bietet die Technik in einigen Modellen auf Wunsch bereits an. In der Breite dominiert aber weiterhin R1234yf.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Joachim Wille) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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