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© Straßenrand: laut Biologen viel zu schade zum Mähen (Foto: uottawa.ca)

Straßenränder sind wahre Biotop-Paradiese

Straßenränder sind aufgrund ihrer Unkraut-Diversität wertvolle Biotope. Denn laut einer Analyse der University of Ottawa beherbergen sie unzählige Nutzpflanzen und Insekten, die Blüten bestäuben.

Deshalb seien sie wichtig für die Ernährung der Menschheit. Vor diesem Hintergrund sollte bei der Pflege der Straßenränder besonders sensibel vorgegangen werden. Selteneres Mähen sowie der flächige Verzicht auf Herbizide lasse die Zahl der Insekten, die Pflanzen bestäuben, um 45 Prozent ansteigen. Und auch die Artenvielfalt wachse um 23 Prozent.

Kleine Änderungen bringen viel

„Straßenränder betrachten die wenigsten Menschen als Lebensraum für Wildtiere. Aber landesweit machen sie eine riesige Fläche aus. Was uns überrascht hat, war nicht, dass die Art der Bewirtschaftung eine Rolle spielt, sondern wie groß der Unterschied durch zwei bescheidene Änderungen war“, unterstreicht Biologin Jessica Forrest.

Das Team hat sechs ländliche Straßenränder in benachbarten Verwaltungsbezirken rund um Ottawa, in denen unterschiedliche Pflegepraktiken angewendet werden, miteinander verglichen. In Lanark County werden sie zweimal im Jahr gemäht, und invasive Pflanzen wie die Wilde Pastinake werden nur punktuell gekämpft. Die Bezirke Ottawa sowie Leeds & Grenville County mähen bis zu viermal im Jahr und sprühen Herbizide großflächiger aus.

Da diese Verwaltungsbezirke direkt nebeneinander liegen, hat das Team der University of Ottawa ähnliche Straßenränder vergleichen und den Effekt der unterschiedlichen Arten der Bewirtschaftung isoliert betrachtet. „Wir stellten fest, dass Standorte, die mit diesem schonenden Ansatz bewirtschaftet wurden, weitaus mehr Bienen und andere Insekten aufweisen als Standorte, die konventionell bewirtschaftet werden“, sagt Forrest.

Zahl der Bestäuber sinkt stark

Zwei Sommer lang fing Gil Miranda, der bei Forrest promoviert hat und mittlerweile bei Agriculture and Agri-Food Canada tätig ist, 3.773 Insekten an 31 Standorten ein und identifizierte sie. Dabei handelte es sich um 153 Arten: 100 Bienen- und 53 Schwebfliegenarten. An Straßenrändern mit geringer Bewirtschaftungsintensität wurden im Rahmen der Studie durchschnittlich 27 Arten pro Standort gezählt; an konventionell bewirtschafteten Standorten waren es durchschnittlich 22.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler kommen zu einer Zeit, in der Bienen- und Schwebfliegenpopulationen in ganz Nordamerika unter zunehmendem Druck stehen. In anderen Teilen der Welt sieht es ähnlich aus. Deshalb komme der Pflege der Straßenränder eine besondere Bedeutung zu, heißt es abschließend.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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