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© Depositphotos.com | RainerPlendl | Stellenstreichungen: Deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise

Deutsche Autobranche: 200.000 Jobs bis 2030 weg

Roland Berger mit düsterer Beschäftigungsprognose – Geschäftsklimaindex des ifo Instituts rückläufig.

Selbst bei einem erfolgreichen Umbau der aktuell notleidenden deutschen Automobilindustrie fallen hierzulande bis 2030 mindestens 200.000 Arbeitsplätze weg. Die Zahl der Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern dürfte von rund 692.000 im Jahr 2025 auf etwa 490.000 sinken. Zu dem Schluss kommt die Strategieberatung Roland Berger.

Massive Überkapazitäten

Die Consulter schätzen in ihrem Bericht zudem, dass 90.000 direkte Jobs, 95.000 Stellen in indirekten Funktionen und 15.000 Management-Positionen betroffen wären. Werden nötige Entscheidungen nicht zeitnah umgesetzt, seien sogar noch mehr Streichungen möglich.

„Um profitabel zu produzieren, braucht ein Werk eine Auslastung von 75 bis 80 Prozent. Davon sind viele deutsche Standorte weit entfernt. Wir haben Kapazitäten für mehr als sechs Mio. Fahrzeuge, bauen aber nur gut vier Mio. – das heißt, wir haben rechnerisch mindestens fünf Produktionswerke zu viel“, sagt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger.

Eklatante Kostennachteile

Neben den Überkapazitäten kämpft der heimische Produktionsstandort mit Kostennachteilen. Bei Fertigungskosten eines Fahrzeugs, zum Beispiel in den Bereichen Batterie und E-Antrieb, Materialkosten oder Fertigungslohn, verfügen chinesische Hersteller über einen Kostenvorteil von rund 30 Prozent, halten die Automobilanalysten in ihrer aktuellen Studie fest.

„Zwar haben die deutschen Hersteller technologisch den Anschluss an die Weltspitze geschafft, aber ein Preisunterschied von rund 30 Prozent lässt sich durch Markenstärke allein nicht mehr ausgleichen“, resümiert Mogge. Und Kollege Sebastian Gundermann ergänzt: „Die deutsche Autoindustrie muss ihre Fahrzeuge deutlich schneller entwickeln und produzieren.“

Aber auch die Politik nehmen die Fachleute nicht aus der Verantwortung. Die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen sei wichtig – wie Innovationscluster, die die technologische Entwicklung fördern oder eine Qualifizierungsoffensive für Beschäftigte.

Geschäftsklimaindex sinkt

Unterdessen ist der vom ifo Institut erhobene Geschäftsklimaindex der Branche im Sinkflug. Der Indikator lag im September bei minus 35 Punkten, im Vergleich zu minus 22 Punkten im August. Die Firmen bewerteten ihre Lage schlechter als im August und sogar noch schlechter als im Juni oder Juli, als sie den bisherigen Tiefstand 2026 erreichte.

„Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise“, so ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl. Diese Krisenstimmung sei an vielen weiteren Indikatoren zu erkennen: So waren die Exporterwartungen in der Autoindustrie von Juli bis August gestiegen. Ähnliches galt für die Beschäftigungserwartungen. Im September seien beide Erwartungen erneut abgesackt.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Florian Fügemann) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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