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© unsplash.com | Ricky Beron |

Gesunde Korallen können die kranken heilen

Gesunde Korallen können durch bloßen Kontakt kranke Artgenossen heilen. Als Helfer fungieren vor allem wärmeresistente Algen.

Das hat ein Team des Australian Institute of Marine Science in Laborversuchen nachgewiesen. Sind Korallen durch Umweltverschmutzung, hohe Wassertemperaturen oder andere Umweltveränderungen gestresst, können sie die mikroskopisch kleinen Algen verlieren, die in ihrer Kolonie leben und von denen sie sich ernähren. Infolgedessen verfärben sie sich weiß – ein Phänomen, das als Korallenbleiche bekannt ist. Sie sterben zwar nicht sofort ab, doch hält der Stress lange genug an, verhungern sie.

Kontakt wirkt lebensrettend

Die Forscher haben vermutet, dass gesunde Korallen, in deren Kolonien wie üblich Algen leben, kranke Tiere retten könnten, wenn sie mit diesen in Kontakt kommen. Dann könnten sie sich die Algen teilen und die geschädigten Tiere erholten sich. Um zu prüfen, ob diese lebende Verbindung funktioniert, hat das Team um den Molekularbiologen Bede G. Johnston den Prozess im Labor an zwei Korallenarten des Great Barrier Reef getestet: Galaxea fascicularis und Psammocora columna.

Sie bleichten mit chemischen Präparaten Teile jeder Art, um die natürlichen Algen zu entfernen, und impften einige mit einem im Labor gezüchteten, hitzetoleranten Algenstamm namens Cladocopium proliferum, sodass sie sich erholten und als Spender für die verbleibenden gebleichten Fragmente dienen konnten. Alle 52 Spender-Empfänger-Paare verschmolzen erfolgreich, und zwar bereits ab dem dritten Tag bei Galaxea fascicularis und ab dem neunten Tag bei Psammocora columna.

Farbe der Korallen erscheint

Darüber hinaus haben die Empfängerkorallen ihre Farbe und die Photosyntheseeffizienz ihrer Algen zurückgewonnen. Das geschah an der Stelle, an der sie mit der Spenderkoralle verschmolzen waren, schneller als in weiter entferntem Gewebe. Die Ergebnisse haben die Forscher des Australian Institute of Marine Science in der Fachzeitschrift „Environmental Microbiology Reports“ veröffentlicht.

Zwar bietet die Gewebeverschmelzung ein vielversprechendes neues Instrument zur Wiederherstellung von Riffen, doch die Experten betonen, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, bevor das Verfahren in freier Natur eingesetzt werden kann. „Kontrollierte Dosis-Wirkungs-Experimente, längerfristige Beobachtungen und anschließende Hitzestress-Tests sind notwendig, um zu prüfen, ob sich so die Erholung nach einer Bleiche oder die Hitzetoleranz maßgeblich beeinflussen lässt.“

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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