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pixabay.com | Free-Photos | Laut einer US-amerikanischen Studie könnten Klimaanlagen, aufgrund der Luftverschmutzung, bis 2050 für 13.000 Tote pro Jahr verantwortlich sein.

© pixabay.com | Free-Photos | Laut einer US-amerikanischen Studie könnten Klimaanlagen, aufgrund der Luftverschmutzung, bis 2050 für 13.000 Tote pro Jahr verantwortlich sein.

Kühlgeräte bedrohen das Klima und retten Leben

Die Zahl der Kühlschränke, Gefrierschränke und Klimaanlagen wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln und könnte durch steigende Emissionen erheblich zum Klimawandel beitragen. Doch gleichzeitig helfen Kühlketten Nahrung und Medizin frisch zu halten.

„Gäbe es keinen Klimawandel, wäre das Recht auf Kühlung genauso elementar wie das Recht auf sauberes Wasser oder Sanitäranlagen“, sagt Mark Radka, Leiter der Wirtschaftsabteilung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, gegenüber der Deutschen Welle. Weiterhin sind eine Milliarde Menschen, vor allem in Afrika und Asien, von fehlenden Kühlketten bedroht. Fleisch, Fisch und andere Nahrungsmittel sind ohne Kühlkette oft nur wenige Stunden haltbar. Arme Bauern und Fischer verbleiben auf einem Existenzminimum, da sie aufgrund der fehlenden Kühlsysteme keine Möglichkeit zur Expansion haben. Auch medizinische Produkte, speziell Impfstoffe, müssten eigentlich ununterbrochen gekühlt werden. Dies können viele Länder des globalen Südens jedoch noch nicht gewährleisten.

Gleichzeitig wächst aber, besonders in vielen asiatischen Ländern, die urbane Mittelschicht. Kühlsysteme gehören dabei mit steigendem Wohlstand zu den ersten Anschaffungen. Laut Forschern der University of Birmingham werden im Jahr 2050 9,5 Milliarden kühlende Geräte auf diesem Planeten existieren – das 2,5 fache der heute existierenden 3,6 Milliarden Geräte. Klimaanlagen und Kühlschränke benötigen Fluorkohlenwasserstoff, der einen 23.000 mal größeren Treibhauseffekt erzeugt, als CO2. Auch verbrauchen diese Geräte Unmengen von Energie – aktuell noch vor allem fossile.

Die Hitze freut die Klimaanlagenhersteller

Während Kühlschränke jedoch Leben retten, sind Klimaanlagen ein Luxusgut, um den Aufenthalt in Gebäuden angenehmer Wir denken nicht darüber nach, was es bedeutet, wenn Milliarden Menschen so handeln wie wir selbstzu gestalten. Die aktuelle Hitzewelle in Europa kurbelt den Verkauf entsprechender Geräte kräftig an. Hersteller aus der Schweiz vermelden im Juli einen Umsatzanstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in anderen Ländern des Globalen Nordens laufen die Klimaanlagen aufgrund der Hitze auf Hochtouren. „Wir alle neigen dazu, als Individuen zu handeln und denken nicht darüber nach, was es bedeutet, wenn Milliarden Menschen so handeln wie wir selbst“, mahnt Radka.

Schon jetzt fließe laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur ein Zehntel des weltweit verbrauchten Stroms in Klimaanlagen und Ventilatoren. Bis 2050 könnte sich der Stromverbrauch solcher Anlagen noch einmal verdreifachen. Dafür müsste eine zusätzliche Strominfrastruktur geschaffen werden, die so viel Energie produziert wie alle Kraftwerke der EU, USA und Japan zusammen.

Mit weißer Farbe und Bäumen gegen die Hitzewelle

Für die Forscher der Birmingham University und Experten der Vereinten Nationen bestehen die Lösungen vor allem in der Entwicklung energieeffizienterer Geräte, der Reduktion von Fluorkohlenwasserstoff beim Betrieb und dem Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Auch könnten Alternativen zu den verschwenderischen Klimaanlagen helfen, den Energieverbrauch für diesen Sektor erheblich zu mindern. So werden in Los Angeles Straßen und Dächer weiß gestrichen, um die Durchschnittstemperatur in der Stadt zu senken und den Betrieb von Klimaanlagen zu drosseln. Auch Bäume gelten als natürliche Luftkühler. In München wird dazu nach der perfekten Baumart zur Kühlung der Umgebung geforscht. Das Ergebnis: Für urbane Räume ist die Robinie besonders gut geeignet.

Quelle

Der Bericht wurde von
der Redaktion “energiezukunft“ (jk) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht
ohne Genehmigung
 weiterverbreitet
werden! | energiezukunft | Heft 24 / Sommer 2018 | „20 Jahre liberalisierter
Strommarkt“ | Jetzt
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