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12.09.2019

E-Scooter momentan kein Beitrag zur Verkehrswende

Elektrische Tretroller, wie sie aktuell in Innenstädten zum Verleih angeboten werden, sind zurzeit kein Gewinn für die Umwelt: Erste Zahlen zeigen, dass sie oft den umweltfreundlicheren Fuß- und Radverkehr ersetzen. 

Zudem ist die Lebensdauer der Leih-Roller und Akkus offenbar gering. Dabei haben die Roller durchaus das Potenzial, Mobilität nachhaltiger zu machen: wenn sie Autofahrten ersetzen.

Aktuelles Fazit des UBA

E-Scooter, auch E-Stehroller oder E-Tretroller genannt, sind seit Juni 2019 in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen und etwa im Berliner Stadtzentrum bereits zahlreich als Leihfahrzeuge verschiedener Anbieter anzutreffen.

Erste Erkenntnisse, wie die Roller genutzt werden und wie umweltfreundlich sie sind, hat das Umweltbundesamt (UBA) auf seiner Website zusammengestellt. Dazu Informationen über die Entsorgung und Empfehlungen, worauf Kommunen bei der Zulassung von Verleih-E-Scootern achten sollten.

Ein Fazit: Als Leihfahrzeug in Innenstädten, wo ÖPNV-Netze gut ausgebaut und die kurzen Wege gut per Fuß & Fahrrad zurückzulegen sind, bringen die Roller eher Nachteile für die Umwelt – und drohen als zusätzlicher Nutzer der bereits unzureichend ausgebauten Infrastruktur das Zufußgehen und Fahrradfahren unattraktiver zu machen. 

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „In der Ökobilanz sind E-Scooter natürlich deutlich besser als das Auto. Aber gegenüber dem bewährtem Fahrrad, mit dem sich Strecken ebenso schnell bewältigen lassen und Gepäck besser transportieren lässt, sind E-Scooter die deutliche umweltschädliche Variante und aus meiner Sicher daher keine gute Alternative.“

Doch bei aller Aufmerksamkeit, die das Thema E-Scooter aktuell erzielt, sollte nicht vergessen werden: Hauptproblem bei der Verkehrswende und der Lebensqualität in Städten bleibt die hohe Zahl privater Pkw. In Berlin etwa kommen derzeit auf einen E-Scooter 270 Autos.

Maria Krautzberger: „Hier müssen die Städte ansetzen und die Zahl der Autos und deren Parkplätze deutlich reduzieren. Dann haben wir auch mehr Platz in den Innenstädten für sichere Fuß- und Radwege. Verleiher sollten E-Scooter statt in Innenstädten in den Außenbezirken aufstellen. Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die zu lange Strecke zur Bahn schnell mit dem E-Scooter anstatt mit dem Auto zu überbrücken.“

Die FAQs im Einzelnen:

Was sind E-Scooter?

E-Scooter, auch E-Stehroller oder E-Tretroller genannt, sind Elektrokleinstfahrzeuge und dürfen seit dem 15.06.2019 am Straßenverkehr in Deutschland teilnehmen. Das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Wenn Radverkehrsinfrastruktur vorhanden ist, muss diese genutzt werden, wenn nicht, muss die Fahrbahn und außerorts auch der Seitenstreifen befahren werden. Fahrende müssen mindestens 14 Jahre alt sein, das Fahrzeug muss versichert sein und eine Versicherungsplakette tragen. 

Sind E-Scooter umweltfreundlich?

E-Scooter sind nur dann umweltfreundlich, wenn sie Auto- oder Motorrad-Fahrten ersetzen und keine weiteren zusätzlichen Fahrten mit kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen stattfinden. Wird der E-Scooter anstatt der eigenen Füße oder des Fahrrades benutzt, ist das schlecht für Umwelt und Gesundheit. 

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

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Quelle   Umweltbundesamt 2019

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