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Elektroauto: Kosten pro Kilometer weniger als die Hälfte als Dieselfahrzeug

Elektroauto fährt beim Energiekosten-Check davon: Neue Analyse zeigt, das E-Auto  pro Kilometer weniger als die Hälfte der Energiekosten eines Diesels verursacht.

Die steigenden Dieselpreise verschärfen die Belastung für Autofahrerinnen und Autofahrer in Europa. Eine aktuelle Analyse von Transport & Environment (T&E) zeigt: Wer elektrisch fährt, bezahlt für Energie pro Kilometer im Durchschnitt weniger als die Hälfte dessen, was für einen Diesel anfällt.

Für die Berechnung wurden ein durchschnittlicher Dieselverbrauch von 6,9 Litern pro 100 Kilometer und ein Stromverbrauch von 20,2 kWh pro 100 Kilometer zugrunde gelegt. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,343 Euro pro kWh ergeben sich damit deutlich niedrigere Energiekosten für das Elektroauto.

Diesel-Tankfüllung kostet bereits 32 Euro mehr

Gleichzeitig ist Diesel in Europa deutlich teurer geworden. Laut T&E kostet eine 50-Liter-Tankfüllung heute rund 32 Euro mehr als noch im Februar 2026. Ein wesentlicher Teil des Preisanstiegs entfällt dabei auf die gestiegenen Raffineriemargen.

Diese lagen laut den von T&E angeführten Daten im Februar noch bei etwa 10 Cent je Liter und stiegen bis Mitte September auf rund 41 Cent je Liter. Parallel dazu haben sich die gesamten Gewinne der Ölkonzerne in Europa im vergangenen Quartal laut einer früheren T&E-Analyse verdoppelt.

T&E fordert daher, nicht mit breit angelegten Senkungen von Energiesteuern auf die Krise zu reagieren. Stattdessen sollten einkommensschwache Haushalte gezielt unterstützt und zusätzliche Einnahmen aus Übergewinnen der Energiewirtschaft unter anderem für den öffentlichen Verkehr und Verschrottungsprämien eingesetzt werden.

Auch bei E-Lkw verschieben sich die Kosten

Nicht nur Pkw sind von der Entwicklung betroffen. Ein großer Teil des europäischen Dieselverbrauchs entfällt auf Lkw und Transporter. Auch hier verändert die Elektromobilität zunehmend die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Eine am Montag veröffentlichte T&E-Studie kommt zum Ergebnis, dass Elektro-Lkw bei fast der Hälfte der in der EU verkauften Lkw günstiger zu betreiben sind als vergleichbare Dieselmodelle. Gleichzeitig setzen sich europäische Lkw-Hersteller für eine Verschiebung bestehender Emissionsziele ein. Nach Einschätzung von T&E könnte dies den Absatz von Elektro-Lkw erheblich bremsen.

„Elektrifizierung ist der einzige Weg aus der Ölkrise“

Antony Froggatt, Senior Director bei T&E, sieht Europa an einem kritischen Punkt. Die hohen Dieselpreise belasteten bereits Autofahrer und Unternehmen. Sollte es zusätzlich zu Einschränkungen bei Diesel-Exporten aus den USA kommen, könne sich die Versorgungslage weiter verschärfen.

Für T&E zeigt die aktuelle Situation vor allem eines: Die Abhängigkeit von Erdöl macht den Verkehr anfällig für internationale Krisen und Preisschwankungen. Der Umstieg auf elektrische Antriebe könne diese Abhängigkeit langfristig reduzieren.

Auch die EU-Kommission beschäftigt sich derzeit mit Maßnahmen gegen steigende Energiekosten. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, angesichts möglicher hoher Gaspreise Energiesparmaßnahmen zu prüfen. T&E fordert, dabei nicht nur auf Gas zu blicken: Gerade Öl und Diesel gehören zu den unmittelbar spürbaren Kostenfaktoren der aktuellen Energiekrise.
 Die Zahlen im Überblick

  • E-Auto: 20,2 kWh/100 km
  • Diesel-Pkw: 6,9 Liter/100 km
  • Strompreis in der Berechnung: 0,343 €/kWh
  • Diesel-Tankfüllung: rund 32 Euro teurer als im Februar 2026
  • Raffineriemarge: von rund 0,10 auf etwa 0,41 €/Liter gestiegen
  • E-Lkw: laut T&E bei fast der Hälfte der verkauften Lkw wirtschaftlicher im Betrieb als Dieselmodelle

Die Analyse bezieht sich auf Energie- beziehungsweise Betankungs- und Ladekosten. Anschaffung, Wartung, Versicherung und sonstige Fahrzeugkosten sind nicht berücksichtigt.

Quelle

oekonews.at 2026

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