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Papst Franziskus – Wider die Trägheit des Herzens

Der Papst Franziskus. Und was wir über ihn wissen können. Ein Buch von Daniel Deckers. Rezension von Rupert Neudeck

Wer der Jorge Bergoglio schon in Argentinien war, ist wichtig für uns zu wissen, wenn wir jetzt den neuen Papst Franziskus beobachten und einschätzen wollen. Alle Maßstäbe sind ja durcheinander gegenüber der Vergangenheit. Der Kirchenbesuch als Kriterium der Zugehörigkeit zum Glauben an Jesus Christus klappt nicht mehr. Denn nach dem Kriterium wäre die Kirche in Deutschland besser aufgestellt als in Argentinien. Bei uns gehen nach den Ermittlungen aller 27 Bistümer 13  der Gläubigen am Sonntag in die Kirche, in Argentinien nur 10 Prozent. Bergoglio hat das Kriterium schon in Argentinien anders gesehen. Er zitiert einen weisen Priester, der ihm sagte, dass wir uns in einer ganz anderen Situation befinden, als sie uns im Gleichnis vom guten Hirten angesprochen wird, der 99 Schafe in seinem Stall hatte und sich aufmachte, das verirrte Schaf zu suchen. „Wir haben ein Schaf im Stall und 99, die wir nicht  suchen gehen“.

Bergoglio: Die Grundoption der Kirche müsse gegenwärtig nicht sein, Vorschriften zu reduzieren oder dies und jenes zu erleichtern, „sondern auf die Straße zu gehen, um die Menschen zu suchen und persönlich kennenzulernen.“ Wenn die Kirche das unterlässt, nimmt sie Schaden. Damit hat auch der neue Papst das Selbstverständnis der Kirche erschüttert seit dem 14. März 2014. Fundamentale Sätze, die wir noch nicht aushalten im Kopf: „Einer Kirche, die sich darauf beschränkt, die Arbeit in einer Pfarrei zu verwalten, die sich in ihrer eigenen Gemeinschaft einigelt, wird das Gleiche passieren, wie jemandem, der eingesperrt ist. Er verkümmert physisch und mental. Oder er verfault, wie ein abgeschlossenes Zimmer, in dem sich Moder und Feuchtigkeit ausbreiten. Einer auf sich selbst bezogenen Kirche geschieht das gleiche wie einer auf sich selbst bezogenen Person: Sie wird psychotisch und autistisch.“

Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: Es kann einem, wenn man auf die Straße geht, natürlich wie allen anderen dabei auch ein Unfall passieren. „Aber ich ziehe eine Kirche mit Unfallrisiko tausendmal einer kranken Kirche vor. Mit anderen Worten: Ich glaube, dass eine Kirche, die sich nur auf das Verwalten beschränkt, um ihre kleine Herde zu bewahren, eine Kirche ist, die auf lange Sicht krank wird.“ Ein Hirte, der sich einschließt, kann kein Hirte für die Schafe und Gläubigen sein wie das Evangelium es verlangt.

„Die Mutter Kirche liegt immer in Wehen unseres Lebens im Geiste wegen. Aber die ärgste Gefahr für jene Kirche, die wir sind, die perfideste Versuchung, die tückisch nach jedem Sieg über die anderen neu erwacht, ja sich aus diesen Siegen nährt, ist die geistliche Weltlichkeit.“ Diese Sätze aus dem Buch des französischen Jesuiten Henri de Lubac scheinen sich dem damaligen Theologiestudenten in den Jahren des Konzilsaufbruchs eingebrannt zu haben. Wir wissen nicht, was er in den Jahren 1965 bis 1973 gelesen und studiert hat, man kann das aus den Äußerungen der Zeitgenossen und der Zeit danach nur rekonstruieren. Dieser Henri de Lubac geriet selbst wie Hans Küng in die Observation der Glaubenskongregation 1938; er bekam 1946 acht Jahre Lehrverbot. In dieser Zeit forscht er über den Buddhismus, ehe er dann die „Meditation sur l’Eglise“ schrieb (1953), die der Student Bergoglio verschlungen haben dürfte, so folgert der Biograph Daniel Deckers.

Denn diese Biographie geht weit und tief in die Schächte der Familiengeschichte der Bergoglios, in die Geschichte der Kolonisation von Lateinamerika im allgemeinen und Argentinien im besonderen, der zeitgeschichtlichen Wende mit dieser merkwürdigen Mischung aus einem Charismatiker und politischen Autoritären Juan de Peron, der in seiner Regierungszeit wie der Exekutor der Katholischen Soziallehre wirkte, die 1943 durch „Quadragesimno Anno“ noch einmal neu päpstlichen Aufwind bekam. Er geht in den Schacht der Familie und erfährt Dinge, die zur Beurteilung des heutigen Papstes wichtig sind. Wenn man den Benedikt XVI, alias Professor Ratzinger oder den Papst Johannes XXIII. gefragt hätte,  welche Filme ihn in seiner Jugend beeinflusst oder beeindruckt hätten, hätte man wahrscheinlich keine Antwort bekommen. Nicht so, schreibt Decker, Jorge Mario Bergoglio: „Die von Tita Merello natürlich und des italienischen Neorealismus (Fahrraddiebe), in welche meine Eltern mich und meine Geschwister eingeführt hatten… Sie ließen nicht einen Film von Anna Magnani und Aldo Fabrizi aus, die sie uns erklärt haben“.

Der Papst war in seiner Jugend an allem in der Literatur, der Politik, der Musik und natürlich dem Fußball interessiert – bis hin zum Tango. Er wurde ein Fachmann für Jorge Luis Borges. Dass später Borges 1976 den Militärputsch begrüßt haben soll und sich bis an sein Lebensende nicht als Christ versteht,  sondern sich als Agnostiker bezeichnet, stört Bergoglio nicht im Geringsten. Auch zum Tango, dem lateinamerikanischsten aller Rhythmen und Tänze entwickelte er eine Nähe. Als Erzbischof sagt er: „Das ist Musik, die aus meinem Inneren kommt“. Verkörpert wurde dieser Tango in der Jugend des Papstes durch Orchester wie dem Orchesta Tipica von Juan dal’Arenzo und von dem 1890 geborenen Sänger und Komponisten Carlos Gardel.

Das Buch geht bis zum Jahre 1927 zurück, als es ein dem Schicksal der Titanic ähnlich furchtbares Schiffsunglück gibt. Am 25. Oktober 1927 zerschellt ein Schiff mit Namen „Prinicipessa Mafalda“ an der Küste Brasiliens und 500 Einwanderer aus Italien ertrinken. Zwei Jahre später sind die Bergoglios aus Italien ausgewandert nach Argentinien.

Bei den Jesuiten, das bekommt der Leser auch mit, wird lange studiert, nach zwei Jahren Noviziat gibt es drei Jahre Philosophie, dann zwei Jahre das sog. Interstitz, in dem man schon arbeitet und dann vier Jahre Theologie. Fertig ist Bergoglio als Priester und Jesuit mit 32 Jahren. Er arbeitet und unterrichtet im Colegio del Salvador, lädt Schriftsteller ein, auch Jorge Borges, im August 1965 kommt der fast erblindete Borges, um sich den jungen Jesuiten zu stellen. Er lädt weibliche Schauspielerinnen in die Theatertruppe ein. Vorher mussten sich die Laienschauspieler für Frauenrollen immer verkleiden. Das jedoch, so habe Bergoglio gesagt, schade dem Bild der Frau.

Er – Bergoglio – so sagt es einer der Schüler, die nach 40 Jahren Diplomatiekarriere jetzt im Ruhestand sind, habe einen großen Druck auf die Studenten ausgeübt durch seine Persönlichkeit.

Einen großen Teil des Buches nehmen die Erfahrungen ein, die der Provinzial während der Militärjunta machen musste. Aber auch Deckers weiß über die Ermittlungen, die jetzt auch von dem italienischen Journalisten Scavo angestellt wurden, wie stark sich Bergoglio eingesetzt hat für Menschen, die in unmittelbarer Gefahr waren. In dem von Bergoglio geleiteten Exerzitienhaus wurden immer wieder Gefährdete untergebracht. Die Kirche insgesamt hat sich damals an der Spitze nicht mit Ruhm begossen. Immerhin wurde schon kurz nach dem Putsch (am 24. März 1976) der Bischof der Armen Angelleli ermordet bei einem inszenierten Autounfall.

Zwei Wochen vor dem Mordunfall am 4. August 1976 hatte er zwei Priester beerdigt, die bei ihm gearbeitet haben. Es waren der argentinische Franziskaner Carlos dos Murias und der aus Frankreich stammende Armenpriester Gabriel Longueville. Sie waren am 18. Juni entführt worden, zwei Tage später fand man die grausam verstümmelten Leichen am Rand einer Landstraße. Angelleli spricht während eines Requiems von beiden als von Märtyrern. Kurz vorher hatte Bergoglio dem Bischof Angelleli zugesagt, drei gefährdete Seminaristen in seinem Theologie-Studentat San Miguel aufzunehmen. Die drei waren im Visier der Militärspürhunde. Bergoglio sagte sofort zu und nahm sie auf, sie sollten dort Theologie studieren.

Bergoglio ist am Tage des Mordes an Bischof Agnelleli nicht in Argentinien: Er ist zu einem Treffen der Jesuiten Lateinamerikas nach Peru geflogen. Mitten in der Nacht kehrt er zurück und sucht die drei Seminaristen. Als diese Schritte auf dem Flur hören, meinen sie, das wären die Entführer. Der Provinzial schärft seinen Gästen Verhaltensmaßregeln ein. Bergoglio wurde angeschwärzt, als Kollaborateur der Militärjunta und ihrer horrenden Brutalitäten. Eine große Rolle spielte ein Journalist namens Horacio Verbitzky dabei. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Journalist mit Unterstützung des 2005 gewählten Präsidenten Nestor Kirchner arbeitete, obwohl man das nicht beweisen kann. Aber es bedurfte sehr vieler Anstrengungen, um den Papst von diesen total unbegründeten Anfechtungen frei zu bekommen.

An Stelle der Theologie der Befreiung liebte Bergoglio die Bezeichnung Theologie des Volkes. Bei einem Gottesdienst für den ermordeten Mitbruder Angelleli sagte er. „ Das gläubige Volk (pueblo fiel) weiß, wer wirklich ein Hirte ist und wer nicht, sondern ein Söldner“. Bergoglio hatte sehr viel mit dem Ermordeten gemeinsam. Er war am 13. Juni 1976 in la Rioja gewesen, um an einer Rüstzeit mit dem Bischof teilzunehmen. Der hatte damals mit den Großgrundbesitzern viel Ärger. Die Solidarität des Bischofs und eines großen Teils des Klerus mit den Landlosen und den Kleinbauern passten dem Großgrundbesitzer nicht, der der später argentinische Präsident Carlos Menem war. Der Bischof wird mit Steinen beworfen im Auftrag des Großgrundbesitzers. Bergoglio: es waren unvergeßliche Tage. Denn wir empfingen die Weisheit eines Hirten und das Vertrauen der Steinwürfe. Ich traf auf eine Kirche, in der Hirten und Herde verfolgt wurden.“

Deckers beschreibt genau die Geschichte der beiden verhafteten und entführten Priester Franz Jalics und Yorio, deren Geschichte nicht zureichend aufgeklärt werden kann. Auch Deckers kann an vielen Stellen nur sagen: „Es ist nicht überliefert“, wie Bergoglio dazu wirklich steht. Es sind Indizien, die der Autor benutzt, denn da Bergoglio zu vielen Aktionen heimlichen Widerstands in der Lage war, wäre es merkwürdig, dass er gerade in diesem Fall zwei seiner Priester „verraten“ hätte. Auch steht dem die Tatsache entgegen, dass der Nobelpreisträger Ezquivel sich ganz auf die Seite des heutigen Papstes gestellt hat. Nicht aufgedeckt ist die Rolle, die links-peronistische Netzwerke dabei zusätzlich zu der Brutalität der Militärmachthaber gespielt haben.

Im Schlussteil beschreibt der Autor die unglaubliche Heiterkeit, die über die Kirche gekommen ist, weil dieser Papst alle typisch klerikale und vatikanische Ängstlichkeit abgelegt hat. Er hat natürlich Gegner im Vatikan, der durch die ästhetisierende Führungsmodalität von Benedikt XVI alias Ratzinger noch chaotischer und wirrer geworden ist. Der alte Papst musste ja zugeben, dass er bei dem Versuch der Rehabilitation der Pius-Brüder über die Tatsache, dass einer der Bischöfe der Pius-Brüder ein Holocaust Leugner war nicht informiert wurde. Es begann alles am 16. März, als sich der Papst den Namen Franziskus gibt, am 19. März zieht er nicht in das Apartemento, sondern in das Gästehaus Santa Marta ein. Er beruft einige ab und ernennt neue, meist Lateinamerikaner zu seinen engsten Mitarbeitern. Er beendet die Ära von dem jungen agilen Gregory Peck ähnlichen Georg Gänswein.

Man weiß nicht, welches Motiv das wichtigere war für den Papst? Einmal hat er sich damit dem kleinen Kontrollapparat entzogen, der unter Leitung des Präfekten des Päpstlichen Hauses Gänswein dort herrscht. Papst Franziskus will viel Freiheit zu eigenen Entscheidungen, Er weiß sich in Santa Marta freier von Ausforschungen und Beobachtungen. Am 23. März erlebt die Kirche zwei lebende Päpste nebeneinander. Franziskus ist zu Benedikt nach Castel Gandolfo geflogen, ein berühmtes Bild zeigt die beiden Päpste im Gebet nebeneinander: „Allen Spekulationen über eine theoretische Unverträglichkeit zweier lebender Päpste ist damit der Boden entzogen“. Am Gründonnerstag zieht der Papst in das römische Jugendgefängnis und wäscht zwölf Männern und Frauen dort zum Gedächtnis an die Fußwaschung Jesu die Füße.

Er prägt das Bild von den Hirten mit dem Geruch von Schafen. Er zieht am 8. Juli 2014 nach Lampedusa. Er hält eine Predigt auf dem Sportplatz der Insel Lampedusa, die weltweit Aufsehen erregt: „Wo ist dein Bruder? Sein Blut schreit bis zu mir, sagt Gott. Das ist keine Frage, die an andere gerichtet ist, es ist eine Frage, die an mich, an dich, an jeden von uns gerichtet ist“. Er dankt den Einwohnern von Lampedusa für Ihre Solidarität. Er beklagt, wie diese Brüder in die Hände von geldgierigen Schleppern sich begeben müssen. Und er sagt es in einer Sprache, die alle verstehen.  Bevor diese Brüder hierherkamen, passierten sie die Menschenhändler, „welche die Armut der anderen ausnutzen, diese Leute, für die die Armut der anderen eine Einnahmequelle ist. Wie haben sie gelitten! Und einige haben es nicht geschafft, hierherzukommen“. Das Ganze mündet wie in einer besseren Art von Regierungserklärung in eine Anklage an die Wohlstandskultur: „Die Wohlstandskultur macht uns unempfindlich gegen die Schreie der anderen, sie lässt uns in Seifenblasen leben, die schön, aber nichts sind. Die eine Illusion des Nichtigen sind, die zur Gleichgültigkeit gegenüber den anderen führen, ja zur Globalisierung der Gleichgültigkeit.“

Das was immer eine Hasenscharte der Katholiken war, dass sie – wie man deutsch so gut sagt – hinter dem Mond in der öffentlichen Kommunikation waren, das kann man der Kirche des Papst Franziskus nicht nachsagen: Auf dem Rückflug von seiner Reise zu den Weltjugendfestspielen in Brasilien hält er eine fast einstündige Pressekonferenz in mehr als 9000 Metern Höhe an Bord des Allitalia Airbusses ab. Es werde so viel über Gay lobbies geschrieben, sagt er da: “Bis jetzt bin ich im Vatikan noch niemandem begegnet, er mir seinen Personalausweis gezeigt hat und da steht gay daran. Ich glaube, wenn jemand sich einem solchen Menschen gegenüber sieht, muss er das Faktum, gay zu sein, von dem Faktum unterscheiden, daraus eine Lobby zu machen“. Das Problem sei, dass man aus einer Neigung eine Lobby mache. „Lobby der Geizhälse, Lobby der Politiker, Lobby der Freimaurer – so viele Lobbies“.

Dieser Papst hat keine Angst, er fürchtet sich nicht vor der öffentlichen Aussprache, vor Interviews. Er gibt dem Chefredakteur der italienischen Jesuitenzeitschrift „Civilta Catolica“, Antonio Spadaro ein Interview. Und das, was er da sagt, hätte einem Albert Camus gefallen, denn der Papst stellt sich auf die Seite des Helden von Albert Camus‘ Roman „Die Pest“, von Dr. Rieux, er sagt: „Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. Man muss einen Schwerverwundeten nicht nach Cholesterin oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem anderen sprechen. Man muss unten anfangen“. Dieser Papst ist so bewundernswert, weil er so wenig Angst hat. Dem bekannten Agnostiker Italiens Scalfaro sagt er: „Wenn ich einen Klerikalen vor mir habe, werde ich schnurstracks antiklerikal. Klerikalismus sollte eigentlich nichts mit dem Christentum zu tun haben.“ Der heilige Paulus habe das als Erster gelehrt.

Und er sagt dem sozialistischen Bruder Scalfaro: „Ich glaube an Gott,  nicht an einen katholischen Gott, den gibt es nicht. Und ich glaube an Jesus Christus, seine Inkarnatzion. Das ist mein Sein. Kommt es Ihnen – fragt er Eugenio Scalfaro vor – als wären wir weit auseinander?“

So bindet dieser Papst, so fügt er zusammen, aber niemals harmlos. Manchmal – nein wohl oft wird es schwierig, wenn die Kirche mit Karrieristen zu tun hat. Der Autor Deckers hat zu lange in seiner Zeitung (FAZ) gegen den Limburger Bischof Tebartz van Elst gekämpft, dass er nicht auch diese schwierige Episode mit im Buch hätte. Denn der junge schnöselige Kerl will dem Papst ein Bein stellen, in dem Moment, da der Vorsitzende der Deutschen Bischöfe Zollitsch schon nach Rom gekommen ist, um den Papst um eine Lösung der Kirchenkrise in Limburg zu bitten. Da setzt sich der junge Kleriker in Violett in ein Flugzeug und fliegt nach Rom. Der Papst meint, er könne ihm raten, nicht mehr aufzutreten, sondern mal – wie man in den geistlichen Übungen sagt – in sich zu gehen. Das kann der großspurige Purpurträger aber gar nicht. Der Papst kann das nicht so regeln, wie Angela Merkel mit Norbert Röttgen. Aber er hat es geregelt. Allerdings sind die Verluste für die Kirche in Deutschland und Limburg sehr hoch.

Gleichermaßen verfügt er, dass für Flüchtlinge, die nach Europa kommen, leerstehende Klöster geöffnet werden müssen. Und im letzten Kapitel zitiert Deckers die „Freude des Evangeliums“, die dieser Papst den jungen Gläubigen, die oft schon fast den Laden verlassen haben sagt: „Mir ist eine verbeulte Kirche die verletzt und beschmutzt ist, lieber als eine Kirche, die auf Grund Ihrer Verschlossenheit und Bequemlichkeit krank ist, weil sie sich an Ihre Sicherheiten klammert.“ Es kann durchaus sein, dass dieser Papst auch einen Amtsverzicht in naher Zukunft ausspricht. Am 16. Dezember 2016 wird er 80 Jahre werden. „Die Wohnung in Bajo Flores wird ihm sicher sein“.

Ein Buch, das Gläubigen in dem ganzen Schlamassel der Ausdünnung der Kirchen und Kirchenbesucherzahlen, eine ganz neue Aufmunterung geben kann.

Quelle

Rupert Neudeck 2014Grünhelme 2014

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