Infos zu Umweltschutz dürfen nicht überfordern
Positive und umsetzbare Lösungen gefragt – Reihenfolge des kommunikativen Ansatzes entscheidend.
Die Reihenfolge der Informationen entscheidet darüber, ob Menschen Umweltschutz aktiv leben oder eben nicht. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Pusan National University, der Breda University of Applied Sciences sowie der Universität Tilburg. Um diese These zu belegen, haben die Forscher zwei Untersuchungen durchgeführt. In Runde eins ist die Reaktion des Gehirns mithilfe eines Elektroenzephalografen auf die Infos über tourismusbedingte Umweltzerstörung analysiert worden. In Runde zwei wurde die Wertigkeit erfasst, die die Probanden dem Problem und dessen Lösung zumaßen.
Touristen sind beeinflussbar
Die so geweckte Aufmerksamkeit sorgte dafür, dass sich die Probanden anschließend intensiver mit ebenfalls präsentierten Lösungsvorschlägen für das Umweltproblem befassten. Es zeigte sich, dass die Reihenfolge, in der Problem und Lösung präsentiert wurden, entscheidend war.
Von den Ergebnissen könnten Tourismusorganisationen profitieren, die auf die Beteiligung der Menschen angewiesen sind, um Umweltaktivitäten zu unterstützen. Fluggesellschaften, Kreuzfahrtveranstalter und Anbieter naturbezogener Reiseziele könnten ihre Nachhaltigkeitskommunikation als emotionale Abfolge gestalten, anstatt grüne Initiativen als isolierte Botschaften zu präsentieren, so das Team.
Überforderung kontraproduktiv
Laut Insin Kim und Alisa Kazakova von der Pusan National University sowie Marcel Bastiaansen von der Breda University of Applied Sciences, der auch an der Universität Tilburg tätig ist, sollte zunächst die Aufmerksamkeit auf ein Umweltproblem gelenkt und anschließend eine glaubwürdige und umsetzbare Lösung präsentiert werden – wie etwa die Wahl CO2-armer Reiseoptionen, die Unterstützung des Meeresschutzes oder der Beitrag zum Schutz von Reisezielen.
Die Forscher vermuten, dass ein sorgfältig gestalteter Übergang vom Umweltproblem zu einer positiven, umsetzbaren Lösung dazu beitragen kann, gesteigerte Aufmerksamkeit in konstruktives Engagement umzuwandeln. Umweltinformationen sollten jedoch authentisch und angemessen sein und nicht darauf abzielen, Besucher lediglich zu verängstigen oder zu überfordern, heißt es abschließend.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!







