Katastrophen haben verheerende Langzeitfolgen
Studie der Georgia Tech: Mieten steigen und machen einen Umzug für viele Menschen notwendig.
Naturkatastrophen ziehen meist lang anhaltende wirtschaftliche Folgen nach sich. Menschen werden aus ihren Gemeinden vertrieben – nicht, weil ihre Häuser zerstört wurden, sondern weil sie es sich nicht mehr leisten können, dort zu bleiben, zeigt eine Studie des Georgia Institute of Technology (Georgia Tech).
Teuerung bis zu 12,5 Prozent
Laut der Studie waren die Mieten vier Jahre nach einer Katastrophe um 6,5 bis 12,5 Prozent höher als in ähnlichen Gemeinden, die keine Katastrophe erlebt hatten. Als Grundlage haben die Wissenschaftler des Georgia Tech Daten zu Mietenentwicklungen und Naturkatastrophen aus Kalifornien und Florida aus zwei Jahrzehnten herangezogen.
„Wir betrachten den Wohnungsmarkt oft als einen Markt, der sich von selbst reguliert. Aber eine Naturkatastrophe ist keine normale Marktsituation. Wohnungen werden zerstört. Menschen werden vertrieben. In solchen Momenten können Mieter besonders schutzbedürftig werden“, unterstreicht Experte Brian An.
Auch andere Häuser betroffen
„Wenn die Mieten nach einer Katastrophe steigen, sprechen wir nicht von einem kleinen Segment des Wohnungsmarktes. Wir sprechen vom gesamten Mietmarkt. Das bedeutet, dass die Auswirkungen weit über die beschädigten Häuser hinausreichen“, konkretisiert An.
Höhere Mieten könnten es Familien erschweren, in der Nähe ihrer „Unterstützungsnetzwerke“ – Verwandte und Freunde – zu bleiben. Kinder müssten möglicherweise die Schule wechseln, Arbeitnehmer unter Umständen längere Wege in Kauf nehmen. Langjährige Bewohner könnten aus den Gemeinden verdrängt werden, die sie selbst mit aufgebaut haben.
Die Politik muss sich ändern
Da manche Regionen wiederholt von Hurrikanen, Waldbränden und anderen Katastrophen betroffen sind, ist An der Ansicht, dass politische Entscheidungsträger einen anderen Ansatz beim Wiederaufbau verfolgen müssen.
Das könne bedeuten, in Wohnhäuser zu investieren, die beispielsweise nicht beim kleinsten Erdbeben zusammenfallen, das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen zu erweitern und den Schutz für Mieter nach Katastrophen zu stärken.
„Jeder braucht einen Ort zum Leben. Da Katastrophen immer häufiger auftreten, darf das Thema Wohnen beim Wiederaufbau nicht nur eine untergeordnete Rolle spielen“, fordert der Fachmann abschließend.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!








