Quaschnings Videokolumne: Niedrigwasser
Schon bei knapp 1,5 Grad Erderwärmung sind überall die dramatischen Folgen zu sehen: gestörte Lieferketten durch Niedrigwasser in Europa, extreme Hitze, Waldbrände. Wollen wir wirklich ausprobieren, wie die Welt bei zwei oder drei Grad Erwärmung aussieht?
Schaut euch mal das Wasser an. Es ist weg! Ich stehe hier mitten im Rhein. Normalerweise müsste ich hier tief im Wasser stehen.
Und es ist unerträglich heiß hier. Schon 29-mal in diesem Jahr hatten wir hier an diesem Ort Hitzetage jenseits der 30 Grad.
Nach aktuellen Berechnungen sind durch die Hitze in Deutschland inzwischen mehr als 10.000 Menschen gestorben. Nach einer aktuellen Studie kostet jeder Hitzetag die deutsche Volkswirtschaft 431 Millionen Euro.
Das summiert sich in Deutschland inzwischen auf viele Milliarden Euro allein in diesem Jahr. Und durch das Niedrigwasser kommt auch noch die Logistikbranche durcheinander.
Anderswo in Europa, in Frankreich, in Spanien und an vielen anderen Orten, wüten Waldbrände zum Teil in historischem Ausmaß.
Und all das bei einer globalen Erderhitzung von derzeit nicht einmal 1,5 Grad. Mit der unzureichenden deutschen und internationalen Klimaschutzpolitik werden wir die zwei Grad sicher reißen, und Ende des Jahrhunderts sind sogar drei Grad realistisch.
Wollt ihr euch vorstellen, was dann bei uns los ist? Sicherlich nicht. Dabei haben wir die Lösungen, und die sind cool.
Mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach oder dem Balkon in Zusammenarbeit mit einer Batterie könnt ihr euch bei der Stromversorgung ein Stück weit unabhängig machen und richtig viel Geld sparen.
Das Elektroauto lässt sich viel günstiger laden als das Verbrennerauto tanken. Und die so verteufelte Wärmepumpe kann sogar kühlen und unsere Wohnungen angenehm kalt halten.
Das heißt, wir haben die Lösungen, wir müssen sie einfach nur umsetzen. Nur in den Zukunftstechnologien liegt auch die Chance für einen wirtschaftlichen Aufschwung und den Erhalt unseres Wohlstands.
Lasst uns nicht dauernd jammern, wie angeblich kompliziert und teuer der Klimaschutz ist, was er ja gar nicht ist. Ja, wenn wir am Ende unsere Haut retten wollen, dann müssen wir den Hintern hochbekommen, und wir müssen vor allen Dingen auch der Politik endlich mal Feuer unterm Hintern machen.
Quelle
Volker Quaschning ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke. | klimareporter.de 2026







