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pixabay.com | Pablo Valerio

© pixabay.com | Pablo Valerio | Der Raubbau an den Rohstoffen der Erde muss aufhören. Kritische Ressourcen müssen stattdessen nachhaltig gefördert und wiederverwertet werden.

Rohstoffe recyceln und nachhaltig fördern

Der Raubbau an Rohstoffen weltweit zerstört Umwelt und Lebensräume. Für eine grüne Zukunft müssen deutlich mehr Rohstoffe recycelt, nachhaltig genutzt und gefördert werden. Statt Rohstoffhunger braucht es eine Rohstoffwende.

Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen auf der einen und Rohstoffabhängigkeit auf der anderen Seite: So sieht die Rohstoffwirtschaft derzeit aus. Um die Klimakrise zu bekämpfen und eine gerechtere, grüne Zukunft zu schaffen, muss sich das ändern. Dazu gehören mehr Recycling und nachhaltige Nutzung, aber auch ein Nachdenken darüber, wie notwendige Rohstoffe unter Wahrung von Umwelt- und Menschenrechten abgebaut werden können – auch in Europa.

Raubbau stillt den Ressourcenhunger der Industrienationen

Deutschland steht an fünfter Stelle der größten Rohstoffverbraucher der Welt. Über 99 Prozent der im Bergbau gewonnenen Metalle stammen dabei aus dem nicht europäischen Ausland. Das macht die westlichen Industrienationen abhängig und verlagert die mit dem Abbau der Rohstoffe verbundenen Probleme.

„Für unseren Konsum und unsere Gier nach immer Mehr zahlen ausgerechnet indigene Bevölkerungen, die zumeist im Einklang mit der Natur leben wollen, einen schrecklich hohen Preis. Unser Ressourcenhunger raubt und verseucht ihr Wasser, ihre Acker- und Weideflächen. Er verwüstet ganze Landstriche. Menschen werden von ihrem Land vertrieben”, kritisiert Antje von Broock, Geschäftsführerin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Transnationale Konzerne kontrollieren den Rohstoffabbau

Derzeit kontrollieren laut einem Bericht der Europäischen Union die 150 größten Bergbauunternehmen mehr als 85 Prozent der globalen Rohstoffförderung. Besonders extrem zeigt sich dies in den Ländern des globalen Südens, wo die Rohstoffförderung fast ausschließlich von transnationalen Unternehmen betrieben wird.

In Peru und Kolumbien förderten sie bisher bis zu 80 Prozent der Rohstoffmengen, in Guinea, Ghana und Tansania nehmen sie 100 Prozent des formellen Marktes ein, wie Power Shift berichtet. Die NGO setzt sich für eine faire Rohstoffwende ein.

Trendwende im Bergbau

Doch es gibt auch Bewegung, zum Beispiel in Mexiko. Das lateinamerikanische Land hat im April dieses Jahres eine Reform des Bergbaugesetzes auf den Weg gebracht, um die Lithiumförderung zu verstaatlichen. Zwar wird in Mexiko noch gar kein Lithium gefördert, doch das Lithiumfeld La Ventana in Sonora gilt als eine der größten Einzelvorkommen der Welt, berichtet die Tagesschau. Die mexikanische Regierung will nun alle Verträge mit der operativen Holdinggesellschaft Sonora Lithium Ltd (SLL), die im Besitz kanadischer und chinesischer transnationaler Konzerne ist, prüfen und gegebenenfalls kündigen.

Eine ähnliche Strategie verfolgt Bolivien, wo Konzerne mit dem Staat kooperieren müssen, um Lithium abbauen zu dürfen. Auch Chile verfolgt Medienberichten zufolge ähnliche Pläne. Lithium ist einer der wichtigsten Bestandteile der gängigsten Batterien. Der Bedarf an dem kritischen Rohstoff wird aktuellen Prognosen zufolge im Zuge der grünen Wende um ein Vielfaches steigen.

Abhängigkeit von Rohstoffmonopolisten abbauen

Ob eine verstaatlichte Primärförderung den Bergbau nachhaltiger macht, wird sich noch zeigen. Denn auch nicht wenige Regime der Länder, in denen kritische Rohstoffe abgebaut werden, sind wenig auf Umwelt- und Menschenrechte bedacht. Was die Abhängigkeit von zweifelhaften Partnern auslösen kann, zeigt sich aktuell allzu deutlich in der fossilen Abhängigkeit von Russland. Doch auch Lieferschwierigkeiten einzelner Akteure können bei starker Monopolisierung einzelner Rohstoffe ganze Liefer- und im Zweifelsfall Produktionsketten lahmlegen.

Die EU will auch deshalb in Zukunft vermehrt auf Sekundärrohstoffe setzen und verstärkt Rohstoffe innerhalb der EU fördern. Das ist notwendig, aber auch eine Chance für einen nachhaltigeren Bergbau.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (jb) 2022 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 31/2021 | „Dezentral Erneuerbar – ein Update“ |  Jetzt lesen | Download

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