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© pixabay.com | Markus-Distelrath |

WMO-Bericht zu Weltwasserressourcen: Kontinente trocknen weltweit aus

Der weltweite Wasserkreislauf gerät immer weiter aus dem Gleichgewicht. Extreme Trockenheit und Überflutungen sind die Folgen.

Das zeigt der veröffentlichte diesjährige Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zum Stand der globalen Wasserressourcen, „State of Global Water Resources 2025“. „Die Gesamtmasse an Wasser, das auf den Kontinenten gespeichert ist, nimmt kontinuierlich ab“, sagt Prof. Dr. Robert Reinecke vom Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der von Beginn an maßgeblich an der Erstellung des seit 2022 jährlich erscheinenden Berichts beteiligt ist.

Das zeige sich zum Beispiel an den Flüssen: „Seit 2021 ist die Gesamtwassermenge der Flüsse weltweit konsistent kleiner als im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. Das vergangene Jahr gehört mit zu den trockensten der letzten 35 Jahre. In 2025 führten die Flüsse in 36 Prozent der Fläche aller Einzugsgebiete weltweit weniger Wasser als in diesem Vergleichszeitraum.“

Die Abnahme des auf den Kontinenten verfügbaren Wassers zeige sich auch an den Grundwasserständen: Diese seien im Jahr 2025 in Bezug auf den Vergleichszeitraum an 65 Prozent aller für den Bericht berücksichtigten Messstationen niedriger gewesen. Ein deutlicher Rückgang sei weiterhin auch bei den Gletschern zu beobachten: Im vergangenen Jahr hätten die Gletscher circa 400 Gigatonnen an Masse eingebüßt. Welche Auswirkungen das haben kann, wurde bei der Flutkatastrophe in Nepal und Tibet vor wenigen Wochen deutlich, die durch einen Gletscherabbruch ausgelöst wurde und wodurch Tausende Menschen starben. Hingegen kam es in Afrika auch im vergangenen Jahr durch Überflutungen nach Starkregen zu zahlreichen Toten.

Die Ursachen liegen im Klimawandel und im Grundwasserverbrauch

Die Gründe für diese Entwicklungen sieht Reinecke im Klimawandel und im Grundwasserverbrauch durch den Menschen: „Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasser aufnehmen, Gletscher schmelzen ab und gleichzeitig nimmt die Verdunstung zu. Und wir Menschen transportieren Unmengen an Grundwasser in die Meere und in die Atmosphäre, indem wir es zum Beispiel zur Bewässerung nutzen.“ Die Kombination von Klimawandel und Grundwasserverbrauch trockne die Kontinente aus. Das Wasser gehe zwar nicht verloren, befinde sich aber verstärkt an Orten im Wasserkreislauf wo es der Menschheit und vielen Ökosystemen weniger von Nutzen sei.

Der aktuelle Bericht ist umfassender als alle bisherigen Berichte

Der aktuelle WMO-Bericht zu den Weltwasserressourcen umfasst laut Reinecke so viele Daten wie keiner der vorherigen Berichte. Beispielsweise seien erstmalig auch Daten zur Wassertemperatur ausgewertet worden. Demnach sei 2025 auch durch deutlich erhöhte Wassertemperaturen charakterisiert, was sowohl für Ökosysteme als auch für die Wasserqualität problematisch sei.

Gemeinsam mit Forschenden der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Global Runoff Database Centre in Koblenz, das unter Schirmherrschaft der WMO arbeitet, trug Reinecke mit seiner Arbeitsgruppe Modellergebnisse und Daten zu dem Bericht bei. Darüber hinaus hat die Gruppe an der Methodik zur Analyse der Grundwasserdaten für den Bericht mitgewirkt und eines der genutzten globalen Wassermodelle federführend weiterentwickelt. Mithilfe neuartiger Wassermodelle, die auch Grundwasser simulieren, untersucht die Gruppe die Auswirkungen des Klimawandels auf die weltweiten Grundwasserressourcen.

Quelle

Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2026

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