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pixabay.com | geralt | Corona-Pandemie als Vorwand: Die Erdölbranche in den USA darf nun offiziell Umweltauflagen umgehen.

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USA: Trump verliert Kampf gegen Sonne und Wind

Der US-Präsident bremst Wind- und Solarenergie, trotzdem wächst der Ökostrom im Land weiter kräftig. Wirtschaftliche Gründe treiben den Ausbau voran. Eine Energiewende ist das freilich noch nicht.

Donald Trump hat die erneuerbaren Energien zu einem seiner Lieblingsfeinde erklärt. Windräder verschandeln aus seiner Sicht die Landschaft, Solaranlagen gelten ihm als teurer Irrweg. Stattdessen setzt der US-Präsident auf „Drill, baby, drill“, also mehr Erdöl- und Erdgasförderung.

Doch im eigenen Land hält der Boom der Erneuerbaren an. Solarparks entstehen, Windkraftanlagen werden errichtet, Batteriespeicher installiert.

Die britische Financial Times hat das Phänomen kürzlich in einem Leitartikel aufgegriffen: „Trumps verlorener Kampf gegen die grüne Energie“. Trotz des Kurswechsels in Washington werde in den USA weiter massiv in klimafreundliche Stromerzeugung investiert.

Die Planungszahlen der staatlichen Energieinformationsbehörde EIA belegen das. Nach ihrer Erhebung vom Februar wollten die Stromunternehmen insgesamt 86.000 Megawatt neue Kraftwerks- und Speicherkapazität in Betrieb nehmen.

Davon entfallen 51 Prozent auf Solarenergie und 14 Prozent auf Windkraft, hinzu kommen 28 Prozent Batteriespeicher. Letztere werden genutzt, um Strom aus Zeiten überhoher Produktion in andere Zeiten zu verschieben. Zusammen sind das 93 Prozent des geplanten Zuwachses.

Mehr Grünstrom, weniger Kohle 

Die Folge, ablesbar an aktuellen Daten: Die Ökostromproduktion wächst.

Laut einer aktuellen EIA-Prognose steigt der Anteil von Wind- und Solarenergie an der gesamten US-Stromerzeugung von 18 Prozent im Jahr 2025 auf 19 Prozent 2026 und 21 Prozent 2027. Hinzu kommen jeweils rund sechs Prozent Wasserkraft sowie kleinere Beiträge aus Biomasse und Geothermie.

Erdgas bleibt mit etwa 40 Prozent der wichtigste Energieträger, gefolgt von der Atomkraft mit 18 Prozent. Die Kohle dagegen, deren Renaissance Trump versprochen hat, dürfte von 17 Prozent 2025 auf 16 Prozent 2026 und 14 Prozent 2027 zurückfallen.

Warum geht der Ausbau weiter? Solar- und Windstrom sind durch technischen Fortschritt und Massenproduktion billiger geworden. Solarparks lassen sich zudem häufig schneller bauen als konventionelle Großkraftwerke.

Gleichzeitig wächst der Strombedarf, besonders durch Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Energieversorger benötigen rasch zusätzliche Kapazitäten.

Ein Forschungsteam der Universität von Maryland hat diese Entwicklung für das Fachportal Carbon Brief untersucht. Die Fachleute um Nate Hultman zeigen, dass Unternehmen, Kommunen und Verbraucher zunehmend aus wirtschaftlichen Gründen auf Erneuerbare setzen.

Schon seit 2011 übertrifft deren Kapazitätszuwachs den jeder anderen einzelnen Kraftwerkstechnologie. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden zudem 112.000 Megawatt Kohlekraftwerksleistung stillgelegt. Solar- und Windenergie haben einen großen Teil der dadurch weggefallenen Stromproduktion ersetzt.

Ein besonders aufschlussreiches Beispiel ist Texas. Der republikanisch regierte Bundesstaat ist eine Hochburg der Öl- und Gasindustrie, zugleich aber einer der wichtigsten Märkte für Wind- und Solarstrom.

Die Forscher beziffern die dort installierte erneuerbare Kraftwerksleistung 2025 auf fast 90.000 Megawatt. Solarparks erzeugten inzwischen mehr Elektrizität als die Kohlekraftwerke des Bundesstaates. Günstige Wind- und Sonnenverhältnisse, große Batteriespeicher und ein offener Strommarkt förderten den Ausbau.

Energiewende als Wirtschaftsfaktor

Entwarnung mit Blick auf die aus Klimaschutzgründen notwendige Energiewende bedeutet das allerdings nicht. Trump hat mit seinem Steuer- und Haushaltsgesetz von 2025 die unter Vorgänger Joe Biden eingeführten Vergünstigungen für Wind- und Solarprojekte erheblich beschnitten.

Viele Projektentwickler versuchten deshalb, sich durch einen rechtzeitigen Baubeginn die bisherigen Förderbedingungen zu sichern. Was heute ans Netz geht, wurde vielfach vor Trumps Rückkehr ins Weiße Haus geplant. Der gegenwärtige Boom ist insofern auch ein Nachhall der Biden-Politik.

Hinzu kommen Genehmigungshürden und Eingriffe der Regierung, besonders bei Windkraftprojekten. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viele Anlagen 2026 hinzukommen, sondern vor allem, wie viele Projekte für die kommenden Jahre neu angestoßen werden.

Auch die Klimabilanz bleibt widersprüchlich. Die USA fördern und verbrauchen weiterhin gewaltige Mengen Öl und Gas. Der steigende Strombedarf kann einen Teil der Fortschritte bei den Erneuerbaren aufzehren.

Und ein größerer Anteil erneuerbaren Stroms allein ersetzt noch keine Klimapolitik für Verkehr, Gebäude und Industrie. Parallel müsste die Elektrifizierung des Verkehrs, der Gebäudeheizung und industrieller Prozesse vorankommen.

Dennoch zeigt die Entwicklung etwas Grundsätzliches: Die Energiewende in den USA ist nicht mehr bloß ein politisches Programm, das ein neuer Präsident rückgängig machen kann.

Sie ist ein Wirtschaftsfaktor geworden, getragen von sinkenden Technologiekosten und dem Bedarf an neuer Stromversorgung. Trump kann sie bremsen und verteuern, aber kaum ganz abwürgen.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Joachim Wille) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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