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© Depositphotos.com | nedu503 | Symbolbild Braunkohleabbau

MCEL 2026: Neue Datenbank zeigt Hunderte neue Projekte für metallurgischen Kohlebergbau

52% mehr Met-Kohle: Warum neue Minen zu Milliardengräbern werden könnten.

Während die EU-Kommission ihre Anreizpolitik für grünen Stahl konkretisiert, zeigt eine neue urgewald-Datenbank eine bislang unterschätzte Expansionswelle im Bergbausektor für metallurgische Kohle (Met-Kohle) – der die alte, extrem CO2-intensive Hochofen-Stahlerzeugung speist.

Wichtigste Ergebnisse

  1. MCEL 2026 identifiziert weltweit 145 Mutterkonzerne und mehr als 200 Tochtergesellschaften, die ihre Bergbauaktivitäten im Bereich metallurgische Kohle ausweiten.
  2. In 20 Ländern sind aktuell 273 Projekte zur Ausweitung der Produktion von metallurgischer Kohle geplant oder im Bau.
  3. Diese Projekte entsprechen einer geplanten neuen bzw. erweiterten Förderkapazität von 580 Millionen Tonnen pro Jahr.

Metallurgische Kohle (auch: Met-Kohle) wird hauptsächlich in der traditionellen Hochofen-Stahlherstellung verwendet, einem der emissionsintensivsten industriellen Prozesse. Die Stahlproduktion auf Kohlebasis ist verantwortlich für rund 11 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen

MCEL 2026 identifiziert weltweit mehr als 100 Unternehmen, die ihre Bergbauaktivitäten im Bereich metallurgische Kohle ausweiten – darunter der Schweizer Konzern Glencore, dessen umweltschädliche Projekte im kanadischen Elk Valley in der Kritik stehen. Außerdem die deutsche HMS Bergbau AG mit Expansionsprojekten in Polen und Botsuana.

Insgesamt sind in 20 Ländern 273 neue bzw. Erweiterungsprojekte geplant oder bereits im Bau. Werden sie realisiert, würde die globale Jahresproduktion metallurgischer Kohle um 52 Prozent steigen. Nachfrageprognosen zeigen, dass diese Milliardeninvestitionen sich nie amortisieren könnten und zu gestrandeten Vermögenswerten zu werden drohen.

Wie brisant das Thema inzwischen auch für den Finanzsektor ist, zeigt die Science Based Targets Initiative: Ihr neuer Netto-Null-Standard für Finanzinstitutionen empfiehlt ausdrücklich den Ausschluss von Entwicklern metallurgischer Kohle – unter Verweis auf MCEL

Quelle

urgewald 2026

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