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19.08.2017

Locomore kommt zurück auf die Schiene

Das insolvente Fernzug-Startup Locomore wird von einem tschechischen Bahnunternehmen übernommen, Vertriebspartner wird Flixbus. Die Züge rollen demnächst wieder zwischen Berlin und Stuttgart. Auch der ökologische Anspruch solle weiterverfolgt werden.

Locomore war im Dezember vergangenen Jahres als privates alternatives Fernverkehrsangebot zur Deutschen Bahn gestartet, zunächst mit einer Zugverbindung zwischen Berlin und Stuttgart. Über Crowdfunding waren mehrere Hunderttausend Euro Kapital zusammengekommen. Ausrangierte Reisezüge wurden im Retro-Design modernisiert und mit WLAN ausgestattet, es gab viel Platz, Bio-Catering und freundlichen Service – und das zu günstigen Preisen.

Knapp sechs Monate fuhr der Crowdfunding-Zug Locomore täglich mit reinem Ökostrom von Stuttgart nach Berlin und zurück. Trotz anfangs großer Nachfrage konnte Locomore seinen Geschäftsbetrieb jedoch nicht lange aufrechterhalten. Bereits im Mai stellte das ökologisch ausgerichtete Unternehmen den Antrag auf Insolvenz.

Flixbus will Straße und Schiene verknüpfen

Nun wurde doch noch ein Investor gefunden. Das tschechische Bahn- und Busunternehmen Leo Express übernimmt nach SPIEGEL-Informationen das Fernzug-Startup. Die Tschechen führen den Verkehr auf der Strecke Berlin-Stuttgart fort und es gebe Bereitschaft, die Locomore-Mitarbeiter, die im Zugbetrieb tätig waren, weiter zu beschäftigen. Leo Express befahren mit modernen Zügen Strecken in Tschechien und der Slowakei und betreiben zudem eine Busflotte. Für das Geschäft in Deutschland hatte das Unternehmen vor kurzem erst eine Deutschland-Tochter gegründet. Das deutsche Fernbusunternehmen Flixbus will als reiner Vertriebspartner mit auf die Schiene und nur den Fahrkartenverkauf, Kundenservice und das Marketing übernehmen.

An der Strecke, den Haltepunkten und der Gestaltung der Züge unter Locomore werde sich vorerst nichts ändern, kündigte Flixbus an. Vor allem will man die Preise der Bahn weiterhin unterbieten. Mit dem Einstieg von Leo Deutschland und der neuen Flixbus-Kooperation hat die Bahn nun wieder ein wenig Wettbewerb im Fernverkehr. Das bisherige Konzept soll laut Flixbus weiterverfolgt werden: Man wolle eine „sympathische, ökologische Alternative zur Bahn“ sein. Die Loks fuhren vor der Insolvenz mit echtem Ökostrom 

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Quelle   energiezukunft.eu | na 2017

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